Gestenerkennung via VMS: Tipps für erfolgreiche Videokonferenzen

Die Hand heben wie beim Präsenzmeeting: Dank Gestenerkennung werden Videokonferenzen nahbarer und produktiver. Diese Tools sollten Sie kennen, wenn Sie an Online-Meetings teilnehmen.

Online-Meeting in einem Unternehmen
Online-Meetings und VMS. Foto: Adobe Stock

Buttons, mit denen bestimmte Gesten simuliert werden, kommen bei Videokonferenzen schon lange zur Anwendung. Man denke nur an die „Hand heben“-Funktion auf der Plattform Zoom. Sie soll die Kommunikation erleichtern und ermöglicht es, der Gruppe zu signalisieren, dass man etwas zu sagen hat, ohne die Konferenz zu unterbrechen.

Das funktioniert jedoch nicht immer: Manchmal findet man den richtigen Button nicht oder drückt ihn aus Versehen zur falschen Zeit – so gehen wichtige Fragen und Einwände im Gespräch unter. Wäre es nicht viel einfacher, tatsächlich die Hand zu heben, wie in einer analogen Konferenz?

Genau das ist die Idee hinter Video Meeting Signals (VMS), einer Technologie für automatische Gestenerkennung. Mit ihr soll es endlich möglich sein, sich auch während Videokonferenzen durch Körpergesten zu verständigen – wie in der zwischenmenschlichen Kommunikation im „echten Leben“.

Dieses und weitere Tools könnten Videokonferenzen in Zukunft wesentlich bequemer und produktiver gestalten. Der folgende Beitrag erklärt, wie die Technologie funktioniert und welche Sicherheitsaspekte von Nutzerinnen und Nutzern zu beachten sind.

VMS: Wie funktioniert die Gestenerkennung?

VMS besteht aus einer Reihe einfacher Gesten, auf deren Erkennung das Programm trainiert wurde. Dazu zählen etwa das Handheben (ich habe etwas zu sagen), Daumen nach oben (ich bin einverstanden/das gefällt mir), Hand aufs Herz (ich fühle mit dir) oder gekreuzte Arme (ich bin nicht einverstanden/ich sehe das anders).

Gestenerkennung könnte bald auch anderswo vermehrt zur Anwendung kommen, vor allem dort, wo sie im Rahmen von Gestensteuerung eingesetzt wird, etwa bei Automobilanwendungen oder im Smart Home.

Auch im Bereich der Online-Meetings ist die Technik noch relativ neu und wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Studien erprobt. Diese haben gezeigt, dass Videokonferenzen durch Gestenerkennung effizienter und benutzerfreundlicher werden können. Außerdem trägt das Tool dazu bei, die Kommunikation menschlicher und nahbarer zu gestalten.

Die Videokonferenz-Plattform Zoom bietet bereits zwei Gesten für VMS an: „Hand heben“ und „Daumen nach oben“. Um das Tool zu nutzen, muss man die Gestenerkennung in den Einstellungen erst aktivieren. Außerdem muss sie derzeit noch manuell für jedes Meeting eingeschaltet werden.

Hinweis

Im Gegensatz zur Gesichtserkennung registriert die Gestenerkennung keine personenbezogenen Merkmale und ist deshalb aus Datenschutzsicht unbedenklich. Allgemeine Hinweise und Tipps zur Sicherheit bei Videokonferenzen bietet der Beitrag „Videokonferenzen: Sichere Teilnahme an virtuellen Meetings“.

Tipps für produktive und sichere Videokonferenzen

Die Tools für erfolgreiche Videokonferenzen sind heute so zahlreich wie vielfältig. Mit den richtigen Einstellungen lässt sich nicht nur bessere Arbeit leisten, sondern auch viel Zeit sparen.

  • Videoaufzeichnungen und Transkripte: Die großen Videokonferenz-Anbieter haben eine integrierte Funktion zur Aufzeichnung oder zur Transkription des virtuellen Meetings. So bleiben Ihnen die wichtigsten Punkte und Ergebnisse einer Konferenz erhalten und können jederzeit aufgerufen werden. Beachten Sie jedoch: Für die Aufzeichnung des Meetings sollten Sie zuerst das Einverständnis aller Teilnehmenden einholen.
  • Privatsphäre dank virtuellen Hintergründen: Nicht immer ist das eigene Zimmer aufgeräumt oder die Umgebung so, dass man sie anderen Konferenz-Teilnehmenden präsentieren möchte. Deshalb bieten zahlreiche Plattformen die Möglichkeit, einen virtuellen Hintergrund auszuwählen. Bei manchen kann auch das eigene Erscheinungsbild retuschiert beziehungsweise an schwache Beleuchtung angepasst werden.
  • Umfrageoption: Umfragen sind ein beliebtes Mittel, um sich in der Gruppe rasch auf einen Termin, einen Projektnamen oder eine bestimmte Vorgehensweise zu einigen. Damit man nicht auf externe Tools zurückgreifen muss, ist die Umfrageoption bei den meisten Plattformen für Videokonferenzen bereits integriert.
  • Breakout-Räume und 1:1-Kanäle: Sogenannte Breakout-Räume bieten die Möglichkeit, die Konferenz auf Unterredungen in separaten Kleingruppen aufzuteilen. Als Plugin-Lösung lassen sich 1:1-Kanäle (zwischen zwei Personen) mancher Anbieter auch in Webseiten (zum Beispiel für den Kundenservice) integrieren.

Tipp

Voraussetzung für das Gelingen einer Video-Konferenz ist eine stabile Internetverbindung. Wie Sie für verlässliche Konnektivität sorgen, verrät der Beitrag „Internetausfall vermeiden: Wie Sie Ihre Internetverbindung verbessern“.

Grundlagen für eine sichere Videokonferenz

Häufig werden in Online-Meetings und Gruppen-Chats auch sensible personen- oder firmenbezogene Informationen preisgegeben. Um diese vor Lauschangriffen zu schützen, sind die Einrichtung eines Warteraums sowie die Nutzung von persönlichen Beitrittslinks und Passwörtern entscheidend. Bei der Warteraum-Funktion werden die Verantwortlichen eines Calls darüber informiert, dass hinzukommende Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Beitritt zum Gruppenchat warten. Diese müssen für die Teilnahme einzeln durch die Veranstalterin oder den Veranstalter des Calls autorisiert werden.

Worauf Sie außerdem achten sollten, ist eine sichere und gut verschlüsselte Internetverbindung. Falls Sie ein öffentliches WLAN nutzen, sollten Sie für Ihre maximale Sicherheit eine VPN-Verbindung („virtuelles privates Netzwerk“) aktivieren. Wie VPN funktioniert und wie Sie eine solche Verbindung herstellen können, erfahren Sie im Beitrag „VPN einrichten: Anleitungen und Sicherheitsaspekte“.

Letzte Aktualisierung: 26. Juni 2023

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria