Cybercrime Kriminalitätsentwicklung 2010 bis 2020

Mittlerweile das sechste Jahr in Folge ist österreichweit ein Anstieg der Anzeigen wegen Cybercrime zu verzeichnen. 2020 wuchs die Anzahl um 26,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf nunmehr 35.915 Anzeigen (2019: 28.439 Anzeigen) – dem bisherigen Höchstwert. Ungefähr ein Drittel der Straftaten wurde aufgeklärt.

Straftaten 2010 - 2020 | Datenquelle .BK

Generell lassen sich zwei Arten von Kriminalitätsformen im Bereich des Internets unterscheiden: Cybercrime im engeren Sinn, also kriminelle Handlungen, bei denen direkte Angriffe auf Daten oder Computersysteme unter Verwendung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) begangen werden. Die Straftaten sind gegen die Netzwerke selbst oder aber gegen Geräte, Dienste oder Daten in diesen Netzwerken gerichtet. Die zweite Art sind Cybercrime-Straftaten im weiteren Sinn. Das sind konventionelle Strafbestände, bei denen die IKT als Tatmittel zur Planung, Vorbereitung oder Durchführung eingesetzt wird. Hierzu zählt auch Internetbetrug, der bedeutendsten Gruppe dieser Kategorie, wo digitale Tools für die Begehung von Betrugsdelikten wie etwa Bestell- oder Anlagebetrug genützt werden. Hier setzt das Bundeskriminalamts (.BK) laut Eigenangaben einen Schwerpunkt und der Fokus liegt bei betrügerischen Bestellungen über das Internet via Österreichischer Online-Händler.

Internetbetrug 2010 - 2020 | Datenquelle .BK

Die Zahl der Anzeigen wegen Internetbetrugs ist um 11,58 Prozent von 16.831 (2019) auf 18.780 (2020) Anzeigen gestiegen. Dabei handelt es sich in den Vergleichsjahren bis inklusive 2010 jeweils um absolute Höchstwerte sowie seit dem Rückgang im Jahr 2014 (6.635) um einen fortlaufenden Anstieg. Die Zahlen spiegeln eine starke Zunahme der Delikte im Cybercrime-Bereich wider. Dieser Trend wurde unter anderem durch die Covid-19-Pandemie beeinflusst, aufgrund derer sich viele Lebensaspekte in die digitale Welt verlagerten und in weiterer Folge auch Kriminelle dorthin folgten. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Anzahl der aufgeklärten Straftaten aus dem Cybercrime-Bereich von 10.192 (2019) auf 12.012 (2020). Das ist ein Wachstum in der Höhe von 17,86 Prozent. Generell muss beim Thema Cybercrime jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, wodurch viele Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden.

Letzte Aktualisierung: 13. August 2021

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria