Cybercrime Kriminalitätsentwicklung 2009 bis 2019

Die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime ist 2019 gegenüber dem Vorjahr gestiegen: Mit dem höchsten Wachstum seit 2009 in der Höhe von 44,9 Prozent zum Vorjahr, sind die Anzeigen deutlich über die 20.000er-Marke gestiegen. 2019 waren es österreichweit exakt 28.439 Anzeigen (2018: 19.627 Anzeigen). Erstmals wurden mehr als 10.000 Straftaten aufgeklärt.

Cybercrime AT 2009 2019 | Datenquelle .BK

Generell lassen sich 2 Arten von Kriminalitätsformen im Bereich des Internets unterscheiden: Zum einen handelt es sich bei Cybercrime um Straftaten, bei welchen innovative Technologien aus dem IKT-Bereich zu Einsatz kommen, um entweder Daten oder IT-Systeme selbst zu kompromittieren oder konventionelle Kriminaldelikte unter Verwendung von IKT zu planen und auch durchzuführen. 

Zum zweiten wird sogenannter Internetbetrug vom zuvor erwähnten Cybercrime unterschieden. Beim Internetbetrug handelt es sich um Vergehen, bei denen das Internet oder damit verbundene Technologien als Werkzeuge für die Umsetzung einer Tat zum Einsatz kommen. Das bedeutet, Täterinnen und Täter nützen die weitgehende Anonymität des Internets und die vorhandenen, digitalen Tools für die Begehung von Betrugsdelikten wie etwa Bestellbetrug (z.B.: mittels Kauf auf Rechnung). Hier setzt das .BK laut Eigenangaben einen Schwerpunkt und der Fokus liegt bei betrügerischen Bestellungen über das Internet via Österreichischer Online-Händler. Auch sind Anlagebetrügereien sowie „die vermeintlich große Liebe" aus dem Internet in den Bereich Internetbetrug einzuordnen.

Internetbetrug 2009 2019 | Datenquelle .BK

Bemerkenswert ist die Beobachtung des Bundeskriminalamts (.BK), dass es im Herbst 2019 zu einem exponentiellen Anstieg von Angriffen auf Social Media Accounts kam. Darüber hinaus war auch das vortäuschen besonders lukrativer Geschäftsmodelle – dies wird als Finanz-Online-Betrug bezeichnet – oder der Tech-Support-Scam häufig zu beobachten. Die Zahl der Anzeigen wegen Internetbetrugs ist um 26,28 Prozent von 13.328 (2018) auf 16.831 (2019) Anzeigen gestiegen. Dabei handelt es sich in den Vergleichsjahren bis inklusive 2009 jeweils um absolute Höchstwerte sowie seit dem Rückgang im Jahr 2014 (6.635) um einen fortlaufenden Anstieg.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Anzahl der aufgeklärten Straftaten aus dem Cybercrime-Bereich von 7.332 (2018) auf 10.192 (2019). Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum in der Höhe von 39,01 Prozent und ein absoluter Höchstwert seit 2009. Erstmalig wurden damit mehr als 10.000 aufgeklärte Straftaten verzeichnet.

Letzte Aktualisierung: 24. November 2020

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria