Das Handy orten: Was Sie über die Standortermittlung wissen müssen

Wenn ein Smartphone verloren geht, kann die Handyortung die Rettung sein. Nützlich ist die Funktion aber auch für den Kinderschutz.

Handy orten: Symbolbild für Navigation mit Smartphone
Das Smartphone orten. Foto: Adobe Stock

Die allermeisten Smartphones bieten heute Funktionen zur Handyortung. Zusätzlich gibt es externe Apps, die sich zu diesem Zweck installieren lassen. Im Verlustfall kann das wichtige Daten retten und eine teure Neuanschaffung ersparen.

In welchem Ausmaß man die Ortungsfunktionen nutzen sollte, ist eine schwierige Frage: Denn zur Handyortung muss der Standort des Geräts ständig verfolgt werden, und diese Standortdaten sind sowohl für Gerätehersteller als auch App-Anbieter wertvoll. Was der Gerätesicherheit dient, ist also aus Sicht des Datenschutzes bedenklich. Letztlich muss jede Nutzerin und jeder Nutzer Geräte- und Datensicherheit selbst abwägen.

In diesem Beitrag finden Sie grundlegende Informationen: Wie funktioniert die Handyortung? Welche Optionen gibt es für Eltern? Welche Gefahren bestehen für die Privatsphäre?

Was muss ich tun, um mein Handy zu orten?

Moderne Smartphones haben in der Regel eine integrierte Ortungsfunktion, die sich bei iOS-Geräten von Apple „Mein iPhone suchen“ und bei Android-Geräten „Mein Gerät finden“ nennt. Wenn Ihr Handy verloren gegangen ist oder gar gestohlen wurde, können Sie über diese Funktion auch die Daten auf Ihrem Gerät per Fernsteuerung löschen. Die Daten bleiben weiterhin in Ihrer Cloud (iCloud bei iOS, Google-Konto bei Android) gespeichert, sodass Sie sie jederzeit auf ein neues Gerät übertragen können.

Um die Funktion im Ernstfall nutzen zu können, muss das Smartphone eingeschaltet und die Standortverfolgung aktiviert sein. Nun können Sie sich auf einem beliebigen Gerät in Ihre Cloud einloggen und über die Ortungsfunktion den Standort Ihres Smartphones ermitteln.

Hinweis

Wertvolle Tipps, wie Sie im Verlustfall Ihr Smartphone orten und Ihre privaten Daten schützen können, bietet der Beitrag „Smartphone verloren: Eine Erste-Hilfe-Anleitung“.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Apps, die zusätzliche Tools und Funktionen rund um die Handyortung bieten. Sie ermöglichen es zum Beispiel, den eigenen Standort auch mit anderen Nutzerinnen und Nutzern, wie Bekannten oder Familienmitgliedern, zu teilen oder den Standortverlauf einzelner Geräte in allen Einzelheiten zu tracken, etwa die zurückgelegte Distanz oder die maximale Fortbewegungsgeschwindigkeit zu messen.

Funktionen, um das Handy zu orten

Während die gewöhnliche Handyortung meist ausreicht, um ein verlorenes Smartphone wiederzufinden, bieten externe Apps eine Reihe von Zusatzfunktionen, etwa die gleichzeitige Standortanzeige mehrerer Geräte oder eine detaillierte Karte mit allen Bewegungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums – eine Funktion, die vor allem für Eltern interessant sein kann.

Gerade wenn Kinder im Grundschulalter allein unterwegs sind – ob in öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Freunden im Park –, kann die Handyortung Eltern ein Gefühl der Sicherheit geben. Eigens dazu entwickelte Apps, wie „Findmykids” oder „Google Family Link“, bieten neben der Handyortung auch Möglichkeiten, die Online-Aktivitäten der Kinder zu kontrollieren. So lassen sich beispielsweise Inhalte einschränken und Blacklists mit gesperrten Webseiten und Apps erstellen. Auch über die App „Google Maps“ können die GPS-Daten eines Smartphones unbegrenzt mit einer ausgewählten Person (etwa Mutter oder Vater) geteilt werden.

Aber Achtung: Bevor Sie den Standort Ihres Kindes überwachen, ist es ratsam, das Vorgehen – und Ihre Beweggründe – mit Ihrem Kind zu besprechen. Ab einem gewissen Alter kann die Überwachung vom Kind als unverhältnismäßiger Eingriff in die persönliche Freiheit wahrgenommen werden und ist dann kontraproduktiv. Eltern sollten sich bewusst sein, dass ein vollständiger Schutz der Kinder nicht möglich ist. Umso wichtiger ist es, Kinder über Alltagsrisiken sowie bekannte Gefahren im Internet aufzuklären und ihre Selbstverantwortung zu stärken.

Hinweis

Ausführliche Tipps für Eltern, Lehrende und Kinder finden Sie auf Saferinternet.at. Informationen zu speziellen Filterprogrammen für mehr Jungendschutz bietet der Beitrag „Filterprogramme: Kindersichere Laptops auch in der Schule“.

Wie kann ich die Standortverfolgung unterbinden?

Die Möglichkeit, das Handy im Verlustfall zu orten, hat einen Preis: Die Standortdaten werden je nach Betriebssystem automatisch mit Apple oder Google beziehungsweise dem jeweiligen App-Hersteller geteilt. Wer auf Datenschutz bedacht ist, sollte also die Standortfunktion nur bei Bedarf nutzen.

  • Für Android-Smartphones: In Ihrem Google-Konto haben Sie die Möglichkeit, Ihre Aktivitäten im Abschnitt „Daten und Datenschutz“ aufzurufen. Hier finden Sie Ihren Standortverlauf, der als Zeitachse in „Google Maps“ dargestellt wird. Sie können den Standortverlauf komplett deaktivieren oder auch einstellen, dass Aktivitäten nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden. Da der Standortverlauf auch in Verknüpfung mit Web- und App-Aktivitäten erfasst wird, sollten diese ebenfalls im Abschnitt „Daten und Datenschutz“ deaktiviert werden. Generell sollten standortbezogene Dienste in den Einstellungen des Geräts stets deaktiviert sein, sofern sie nicht gerade gebraucht werden (das verlängert übrigens auch die Akku-Laufzeit!).
  • Für iPhones: Ihre Standortdaten lassen sich ganz einfach in den Einstellungen unter „Datenschutz und Sicherheit“ und dann „Ortungsdienste“ aufrufen. Hier können Sie einzelnen Apps den Zugriff auf Ihren Standort verweigern oder die Ortungsdienste vollständig deaktivieren.
Letzte Aktualisierung: 18. August 2023

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria