Sicheres Online-Gaming: Risikofreies Herunterladen und Installieren von Spielen

Von Datenklau über verdeckte Kosten bis hin zu Cybermobbing: Die Gefahren, die von Online-Spielen ausgehen, sind vielfältig. Vorsicht ist aber bereits beim Download und beim Installieren geboten.

Mann spielt auf der Couch sitzend am Laptop
  Foto: Adobe Stock

Die Popularität von Online-Spielen nimmt weiter zu. Sie werden direkt im Internetbrowser gespielt oder als Software beziehungsweise App heruntergeladen, etwa als Mobile Game auf dem Handy.

Im Gegensatz zu Videospielen auf physischen Datenträgern, bei denen der Umsatz 2022 in Deutschland um drei Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesunken ist, nehmen die Verkäufe von Online-Games weiter zu.

Laut einer von VuMA (Verbrauchs- und Medienanalyse) durchgeführten Umfrage nutzten 2021 allein in Deutschland 2,72 Millionen Personen ab 14 Jahren täglich das Internet, um Online-Games zu spielen. Der Download ist dabei häufig kostenlos – zumindest auf den ersten Blick.

Die Installation von Spiele-Software und das Anlegen eines Benutzerkontos sind jedoch mit gewissen Risiken verbunden. Denn Cyberkriminelle können durch das Hacking von Gaming-Accounts und die Verbreitung von Malware (Schadsoftware) beträchtlichen Schaden anrichten.

Welche konkreten Gefahren mit dem Download und der Installation von Online-Spielen verbunden sind und wie Sie sich am besten schützen, erklärt dieser Beitrag.

Risiken rund um Online-Gaming

Die erste Voraussetzung für effektiven Schutz gegen Kostenfallen im Netz sowie Cyberkriminelle ist das Bewusstsein über bestehende Risiken. Die folgende Liste fasst die häufigsten Gefahren beim Online-Gaming zusammen:

  • Kontoübernahme: Gelingt es Hackerinnen und Hackern, sich Zugang zu Ihrem Gaming-Account zu verschaffen, können sie diesen „ausrauben“ und sich Spielwährung oder andere erworbene In-Game-Items aneignen. Noch gefährlicher wird es, wenn Kriminelle die Zugangsdaten nutzen, um auf andere Konten – etwa Ihren E-Mail- oder PayPal-Account – illegal zuzugreifen und dort weiteren Schaden anzurichten.
  • Identitätsdiebstahl durch Chats: Um sich Zugang zu persönlichen Daten, wie Namen, Adresse oder Telefonnummer zu verschaffen, nutzen Kriminelle häufig auch In-Game-Chats und fragen ihre Opfer direkt nach sensiblen Informationen oder verschicken Phishing-Links. Die erbeuteten Daten werden dann beispielsweise verwendet, um in Ihrem Namen in Onlineshops einzukaufen.
  • Mal- und Spyware: Diese werden vor allem über dubiose Online-Plattformen verbreitet. Hier kann es leicht passieren, dass statt des gewünschten Spiels versehentlich Schadsoftware heruntergeladen wird, mit der Kriminelle unbemerkt Ihre Online-Aktivität mitverfolgen können. So geraten sensible Informationen wie insbesondere Bankdaten leicht in falsche Hände.
  • Datenpannen: Online-Plattformen haben unterschiedliche Sicherheitsstandards. Wenn eine Plattform nur unzulänglich verschlüsselt und abgesichert ist, kann es passieren, dass Cyberkriminelle sich im großen Stil Zugang zu den Benutzerkonten verschaffen.
  • Kostenfallen: Den größten Teil ihrer Umsätze erzielen Hersteller von Online-Games nicht mit Spielverkäufen, sondern durch kostenpflichtige Abo-Dienste sowie In-Game-Käufe, zu denen auch die umstrittenen Lootboxen gehören.

Hinweis

Ausführliche Informationen zu den Themen Cybermobbing und Cybergrooming bieten die Beiträge „Belästigung und Cybermobbing“ sowie „Prävention gegen Cybergrooming: Wie kann ich mein Kind am besten schützen“?

Herunterladen und Installieren von Videospielen

Die größte Gefahr bei Online-Spielen geht zweifellos von unseriösen Gaming-Plattformen aus. Beim Versuch, eine günstigere oder gar kostenlose Version eines bestimmten Spiels zu finden, landen Userinnen und User häufig auf dubiosen Seiten. Auch durch betrügerische Rabatt-Codes oder vermeintliche Sammlerstücke werden Gamerinnen und Gamer auf solche Seiten gelockt, deren hauptsächlicher Zweck darin besteht, Malware und Computerviren zu verbreiten.

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn eine Webseite eines der folgenden Merkmale aufweist:

  • Sie werden ohne ersichtlichen Grund dazu aufgefordert, Software herunterzuladen, eine bestimmte Datei zu speichern oder ein Programm auszuführen.
  • Auf der Webseite erscheinen Warnungen, dass Ihr Gerät mit Malware infiziert oder eine Software veraltet sei und deshalb neu installiert werden sollte.
  • Ihnen wird mitgeteilt, dass Sie einen Preis gewonnen hätten.
  • Die Webseite verfügt über kein hinreichendes Impressum und informiert nicht transparent über die Betreiber.

Nutzerinnen und Nutzer sind auf der sicheren Seite, wenn sie ihre Spiele nur über offizielle Stores und Gaming-Plattformen beziehen. Absolute Sicherheit ist aber auch hier nicht gegeben, denn selbst beim legalen Download können Sicherheitslücken zur Falle werden.

So ist es Hackerinnen und Hackern sogar auf der Plattform „Steam“, einem absolut seriösen und beliebten Anbieter von PC-Spielen, gelungen, auf zahlreiche User-Accounts zuzugreifen. Steam erfüllt zwar die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung, doch wie gut die Plattform tatsächlich geschützt ist beziehungsweise wie mit Sicherheitslücken umgegangen wird, ist nicht bekannt.

Wie sehr Sie als Nutzerin oder Nutzer abgesichert sind, hängt jedoch nicht nur von der jeweiligen Plattform, sondern auch von Ihren eigenen Sicherheitsvorkehrungen ab.

Tipps für sicheres Online-Gaming

In der Regel reichen ein paar einfache Maßnahmen aus, um Ihr Online-Gaming sicherer zu gestalten. Die meisten der folgenden Empfehlungen, wie die Wahl eines starken Passworts oder die regelmäßige Durchführung von Software-Updates, sind auch in anderen Kontexten hilfreich und sollten ohnehin stets beachtet werden:

  • Schützen Sie Ihre Daten: Informieren Sie sich, wie einzelne Hersteller und Anbieter mit Nutzerdaten umgehen, und achten Sie darauf, welche Berechtigungen von Spiele-Apps verlangt werden. Stimmen Sie nur dem Zugriff auf diejenigen Daten zu, die für das Spielen unbedingt notwendig sind.
  • Nutzen Sie unbedingt ein sicheres Passwort und aktivieren Sie in den Einstellungen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Auf der Plattform Steam etwa können Sie mittels „Steam Guard“ zwischen verschiedenen Arten von Zwei-Faktor-Authentifizierungen wählen. Wenn ein neues Gerät auf Ihren Steam-Account zugreifen will, erhalten Sie beispielsweise einen Code per E-Mail, um das neue Gerät freizuschalten.
  • Machen Sie einen Bogen um veraltete Webseiten und Gaming-Plattformen. Erkennen lassen sich solche etwa anhand des Impressums oder auch am altmodischen Webdesign. Die Methoden zur Verarbeitung von Anmeldedaten sind hier womöglich nicht auf dem neuesten Stand, womit Cyberangriffe nicht ausgeschlossen werden können.
  • Führen Sie regelmäßig Software-Updates durch, sowohl an Ihren Geräten als auch in der jeweiligen Spiele-Anwendung. Mit den Updates schließen die Hersteller unter anderem vorhandene Sicherheitslücken.
  • Geben Sie in den In-Game-Chats keine persönlichen Informationen preis. Öffnen Sie auch niemals Links, die Ihnen von Fremden zugespielt werden oder die sonst irgendwie verdächtig erscheinen.
  • Erstellen Sie auf Ihren Geräten regelmäßig Back-ups: Wenn Ihr Gerät trotz aller Vorsicht einmal von Schadsoftware infiziert wird und Daten beschädigt werden, können Sie Ihre Dateien und Systemeinstellungen mittels Back-up wiederherstellen.

Hinweis

Handy-Spiele erfreuen sich vor allem bei Kindern großer Beliebtheit. Was in Sachen Kinder- und Jugendschutz zu beachten ist, erfahren Eltern im Beitrag „Handyspiele für Kinder: Was Erziehungsberechtigte beachten müssen“.

Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2023

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria