Bundeswettbewerb (BWKI) kitzelt jungen Erfindergeist zu künstlicher Intelligenz

Schülerinnen und Schüler aus Österreich können ab sofort wieder ihre Projektideen bei der vierten Ausgabe des „Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz“ einreichen. Gemeinwohlorientierung und gesellschaftlicher Nutzen werden dabei großgeschrieben.

Mann tippt auf Laptop, rundherum sind KI-Symbole eingeblendet.
  Foto Adobe Stock

Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile in unzähligen Bereichen des Lebens vertreten. Auch die verbesserte „generative KI“ befindet sich in einer Dekade der Entwicklung. Durch ihre innovative Deep-Learning-Technologie lassen sich viele Tätigkeiten automatisieren und effizienter gestalten. Große Tech-Konzerne wie Google oder Apple investieren Milliarden in Systemarchitektur und Rechenleistung. Innovative Impulse zur Lösung gesellschaftlicher oder wissenschaftlicher Probleme mittels KI erfordern aber nicht unbedingt eine vergleichbare Finanzkraft: Auch Schülerinnen und Schüler können ihre Projektideen zu künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen beim „Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz“ (BWKI) vorstellen.

Hinweis

Was unter künstlicher Intelligenz genau zu verstehen ist, wo KI Anwendung findet und welche Chancen und Gefahren sie birgt, erfahren Sie im Beitrag „KI-Basiswissen: Grundlagen der KI einfach erklärt“. Bei Fragen rund um den kommenden „AI ACT“ zur Regulierung von künstlicher Intelligenz in der Europäischen Union können Sie sich ab sofort an die Servicestelle der RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) wenden.

Wie kann man am KI-Wettbewerb teilnehmen?

Ob es sich um die Vorhersage von Bahnverspätungen oder eine EEG-Kappe zur gedankengesteuerten Bewegungsausführung für schwerbehinderte Personen handelt – beinahe jede Idee ist beim BWKI willkommen. Allein oder in bis zu fünfköpfigen Teams können interessierte Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren, die ihren Wohnsitz in Österreich haben oder eine staatlich anerkannte österreichische Schule im Ausland besuchen, bis 30. Juni 2024 eine selbstgewählte Problemstellung aus einem beliebigen Lebensbereich vorstellen, die sie mithilfe künstlicher Intelligenz lösen wollen. Einzige Einschränkungen: Das Projekt sollte einen nachhaltigen Nutzen für die Gesellschaft bringen, ethische und demokratische Werte sowie den Datenschutz nicht verletzen, keine Personengruppen diskriminieren und keine Gewalt verherrlichen.

Bis 1. Oktober 2024 sollen aus den Ideen funktionsfähige Programme, gegebenenfalls Prototypen, ein Video-Pitch von drei bis fünf Minuten Länge sowie eine schriftliche Dokumentation des Projekts entstehen und auf der BWKI-Plattform eingereicht werden. Alle Beiträge werden von einer transdisziplinären Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten zu den Themenbereichen maschinelles Lernen, öffentliche Medien und Anwendungsbereiche von KI gesichtet und bewertet. Die zehn besten Teams werden zum Finale im November eingeladen und dürfen dort ihre Ideen noch einmal vor einer Jury präsentieren. Auf die ersten drei Plätze wartet nicht nur ein Preisgeld, sie dürfen sich außerdem über die weitere Unterstützung ihrer Projekte durch die Initiatoren und Kooperationspartner freuen.

Hinweis

Die Anmeldung zum BWKI erfolgt auf ki-wettbewerb.asai.ac.at oder auf ki-kurs.asai.ac.at. Der KI-Bundeswettbewerb findet ebenso in den Nachbarländern Deutschland und der Schweiz statt.

Ideeneinreichung: bis 30.06.2024

Ende der Projekteinreichung: 01.10.2024

Finale: KW44/45 (Nähere Informationen werden zeitgerecht auf der Website des Bundeswettbewerbs veröffentlicht.)

Wer ist für den Wettbewerb verantwortlich?

Im Jahr 2019 fand der „Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz“ erstmals in Deutschland statt. Organisiert wurde er vom Tübingen AI Center, einem vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenzzentrum der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Die österreichische Ausgabe des BWKI entspringt der Feder der Austrian Society for Artificial Intelligence (ASAI) und wird vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) gesponsert.

Im Jahr 2024 geht der Wettbewerb hierzulande bereits das vierte Mal über die Bühne und kann schon jetzt auf eine beachtliche Bilanz innovativer und gemeinwohlorientierter KI-Ideen zurückblicken. In den vergangenen beiden Jahren holte sich je ein Team der Wiener HTL Spengergasse den Sieg: 2023 entwickelte das Team GestlQus ein Projekt, das unter anderem ein KI-Modell zur besseren Fingersprachenerkennung für stumme oder taubstumme Menschen beinhaltet. 2022 adressierte das Vierer-Team OCR ein Problem, das allen Smartphone- und Computer-Userinnen und -Usern bekannt sein dürfte: Seine KI kann mittels optischer Zeichenerkennung die Buchstaben auf schwer zu entziffernden Bildern wie Screenshots lesen und zu Text verarbeiten. Seit dem ersten BWKI haben sich die eingereichten Projekte allerdings mehr und mehr in Richtung des Erkennens von Desinformation im Internet gewandelt.

Ein Sonderpreis wird zudem für KI-Problemlösungen im Bereich Klima- und Artenschutz verliehen. Das Forschungsförderprogramm „AI for Green“ wurde 2021 vom BMK ins Leben gerufen, um die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz dafür zu nutzen, den Klimawandel zu verlangsamen, die Artenvielfalt zu erhalten und unsere Umwelt zu schützen. Für Schülerinnen und Schüler, die noch wenig Erfahrung mit KI haben, aber trotzdem am „Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz“ teilnehmen wollen, sowie all jene, die einfach nur ihre Fähigkeiten verbessern wollen, steht zur Vorbereitung ein kostenloser KI-Kurs zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 16. Mai 2024

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria