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03.04.2019 Internet der Dinge

„Internet der Dinge“ bezeichnet eine neue Generation von Geräten, die miteinander autonom – also selbstständig und idealerweise ohne Kenntnisnahme vom Menschen – kommunizieren oder interagieren können.

Der Name leitet sich von der Funktion ab: Das Internet der Dinge (IoT) ist eine Vernetzung von Geräten, die nun an Stelle des Menschen die End-Teilnehmer sind. Die reale Welt zu verstehen, also wahrzunehmen, korrekt zu interpretieren und daraufhin eine Entscheidung zu treffen, setzt allerdings eine gewisse künstliche Intelligenz voraus.

Die Vision vom „Internet der Dinge“ existiert schon seit vielen Jahren und es wurde in der Vergangenheit häufig angekündigt, dass die Markteinführung unmittelbar bevor stehe. Bereits 1991 hat Mark Weisler in einem Paper von der Vision solcher Vernetzung geschrieben. Als Beispiel werden diesbezüglich oft intelligente Kühlschränke, die automatisch über das Internet Lebensmittel nachbestellen, sobald der Vorrat einen Schwellenwert erreicht hat oder Waschmaschinen, die selbstständig den Waschvorgang starten, sobald der Strompreis am günstigsten ist, genannt. Inzwischen gibt es erste Entwicklungen in diese Richtung, wobei viele Produkte oft nur einen gewissen „Gadgetfaktor“ haben, weil sie doch nicht, wie angepriesen, vollständig autonom funktionieren.

Verschiedene Unternehmen bieten bereits intelligente Raumthermostate an, die sich mit dem Smartphone verbinden lassen. Durch die GPS-Funktion des Mobiltelefons lassen sich der aktuelle Standort und die Bewegungsrichtung der Bewohnerin bzw. des Bewohners ermitteln. So ist es zum Beispiel möglich die Wohnung bereits beim nach Hause fahren vorzuheizen. Die bestehende Verbindung ins Internet ermöglicht dem Gerät Wettervorhersagen abzurufen und anhand dieser Daten zu entscheiden, ob geheizt werden soll oder nicht. Aber auch in der Industrie werden IoT-Geräte verwendet, um die Produktion zu verbessern oder zu automatisieren. 

Aus Sicht der IT-Sicherheit sind Produkte, die aktiv in das Leben eingreifen, besonders kritisch zu betrachten. Schadcode könnte den Kühlschrank veranlassen, die Milch bei bevorzugten Händlern zu einem überteuerten Preis zu ordern. Intelligente Thermostate könnten durch Cyber-Angriffe oder durch Programmierfehler ausfallen. In Winterperioden kann durchaus menschliches Leben in Gefahr gebracht werden und somit kommt der Begriff Safety, also der Schutz der Umgebung vor Fehlfunktionen oder Ausfällen eines Systems, ins Spiel. Das Augenmerk ist verstärkt auf die Auswirkungen auf den Menschen zu legen.

Mittlerweile sind Botnetze aktiv, die sich rein auf IoT-Geräte stützen und über diese Schadsoftware verbreiten oder DDoS-Angriffe ausführen. Dabei nützen sie die unsicheren Voreinstellungen einiger Geräte aus, die vor der Verwendung nicht geändert wurden, oder aber auch Sicherheitslücken, die durch den Geräte-Hersteller noch nicht behoben oder noch nicht eingespielt wurden. Diese Art von Botnetzen sind eine immer größere Bedrohung, da die Anzahl an IoT-Geräten viel stärker steigt als die der herkömmlichen Computer. Durch die Update-Problematik sind sie in der Regel auch einfacher zu kapern als Computer.

Bei allen Bestrebungen nach Modernisierung sind die Hersteller dazu angehalten, die IT-Sicherheit und den Datenschutz ordnungsgemäß zu berücksichtigen. Die Herausforderung beim „Internet der Dinge“ wird nicht nur funktioneller Natur sein, sondern vor allem den Datenschutz und den Schutz im Sinne von Safety betreffen. Ebenso sind die Verbraucher dazu angehalten ihre Geräte aktuell zu halten und abzusichern, um Schaden für sich selbst und auch für andere zu vermeiden.

Datum der Veröffentlichung: 03.04.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria