06.07.2017 Internet der Dinge

„Internet der Dinge“ bezeichnet eine neue Generation von Geräten, die miteinander autonom – also selbstständig und idealerweise ohne Kenntnisnahme vom Menschen – kommunizieren oder interagieren können.

Der Name leitet sich von der Funktion ab: Das Internet der Dinge ist eine Vernetzung von Geräten, die nun an Stelle des Menschen die End-Teilnehmer sind. Die reale Welt zu verstehen, also wahrzunehmen, korrekt zu interpretieren und daraufhin eine Entscheidung zu treffen, setzt allerdings eine gewisse künstliche Intelligenz voraus.

Die Vision vom „Internet der Dinge“ existiert schon seit vielen Jahren und es wurde in der Vergangenheit häufig angekündigt, dass die Markteinführung unmittelbar bevor stehe. Bereits 1991 hat Mark Weisler in einem Paper von der Vision solcher Vernetzung geschrieben. Als Beispiel werden diesbezüglich oft intelligente Kühlschränke, die automatisch über das Internet Lebensmittel nachbestellen, sobald der Vorrat einen Schwellenwert erreicht hat oder Waschmaschinen, die selbstständig den Waschvorgang starten, sobald der Strompreis am günstigsten ist, genannt. Inzwischen gibt es erste Entwicklungen in diese Richtung, wobei viele Produkte oft nur einen gewissen „Gadgetfaktor“ haben, weil sie doch nicht, wie angepriesen, vollständig autonom funktionieren.

Verschiedene Unternehmen bieten bereits intelligente Raumthermostate an, die sich mit dem Smartphone verbinden lassen. Durch die GPS-Funktion des Mobiltelefons lassen sich der aktuelle Standort und die Bewegungsrichtung der Bewohnerin bzw. des Bewohners ermitteln. So ist es zum Beispiel möglich die Wohnung bereits beim nach Hause fahren vorzuheizen. Die bestehende Verbindung ins Internet ermöglicht dem Gerät Wettervorhersagen abzurufen und anhand dieser Daten zu entscheiden, ob geheizt werden soll oder nicht. Derartige Produktankündigungen klingen sehr verlockend, doch leider zeigt die Realität, dass es heute noch keine reibungslosen Implementierungen gibt. 

Aus Sicht der IT-Sicherheit sind Produkte, die aktiv in das Leben eingreifen, besonders kritisch zu betrachten. Schadcode könnte den Kühlschrank veranlassen, die Milch bei bevorzugten Händlern zu einem überteuerten Preis zu ordern. Intelligente Thermostate könnten durch Cyber-Angriffe oder durch Programmierfehler ausfallen. In Winterperioden kann durchaus menschliches Leben in Gefahr gebracht werden und somit kommt der Begriff Safety, also der Schutz der Umgebung vor Fehlfunktionen oder Ausfällen eines Systems, ins Spiel. Das Augenmerk ist verstärkt auf die Auswirkungen auf den Menschen zu legen.

Im Roman „Blackout“ von Marc Elsberg wird ein Krisenszenario aufgezeigt, bei dem in ganz Deutschland intelligente Stromzähler verbaut sind und diese aktiv angegriffen werden. Die geschilderte Manipulation sorgt für eine Trennung der Haushalte vom Stromnetz. Da diese Trennung landesweit und gleichzeitig erfolgt, entstehen Stromschwankungen im Versorgungsnetz, die das gesamte Stromnetz zusammenbrechen lassen. Obwohl dieser Roman eine reine belletristische Fiktion darstellt, ist dieses Szenario durchaus für den Realfall zu betrachten. Bei allen Bestrebungen nach Modernisierung sind die Hersteller dazu angehalten, die IT-Sicherheit und den Datenschutz ordnungsgemäß zu berücksichtigen. Die Herausforderung beim „Internet der Dinge“ wird nicht nur funktioneller Natur sein, sondern vor allem den Datenschutz und den Schutz im Sinne von Safety betreffen. 

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Datum der Veröffentlichung: 06.07.2017

Für den Inhalt verantwortlich:
  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria