Cybercrime Kriminalitätsentwicklung 2005 bis 2014

Die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime ist 2014 zurückgegangen: Mit einem Rückgang von 10,8 Prozent sind die Anzeigen deutlich unter die 10.000er-Marke gesunken. 2014 waren es österreichweit exakt 8.966 Anzeigen. (2013: 10.051 Anzeigen). 

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Die Kriminalitätsformen rund um das Internet werden in zwei Bereiche unterteilt: Unter Cybercrime im engeren Sinne versteht man Straftaten, die mit Hilfe der Technologien des Internets begangen werden. Ein Beispiel dafür ist der widerrechtliche Zugriff auf ein Computersystem. Cybercrime im weiteren Sinn nutzt das Internet als Kommunikationsmittel und umfasst auch Betrugsdelikte mit Tatort Internet, Kinderpornographie und die Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen. 
Der Rückgang der Zahl der Anzeigen ist vor allem im weiter definierten Bereich von Cybercrime und hier vor allem beim Internetbetrug zu finden. Die Zahl der Anzeigen wegen Internetbetrugs ist um 13,5 Prozent von 7.667 auf 6.635 Anzeigen gesunken, liegt aber dennoch über dem Wert des Jahres 2012 mit 6.598 Anzeigen.

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Die Verfolgung der Täter gestaltet sich sehr schwierig, da die Tätergruppen im Hintergrund tätig sind, hoch professionell arbeiten und zunehmend Verschlüsselungsprogramme verwenden. Darüber hinaus sind erfolgreiche Ermittlungen nur durch konsequente Verfolgung der IT- und der Geldspuren möglich. Da es sich fast ausschließlich um eine internationale Kriminalitätsform handelt und die Spuren fast immer über mehrere Länder verfolgt werden müssen, gestalten sich die Ermittlungen sehr zeitaufwendig und ressourcenintensiv. Die Internetkriminellen sind sich dieser technischen und juristischen Probleme der Strafverfolgungsbehörden bewusst und nutzen diese Schwachstellen gezielt aus. In Jahr 2014 agierten die Täter vermehrt aus Ländern außerhalb der EU, vor allem aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), wo sich die Verfolgung schwierig gestaltet. 

In den EU-Ländern wurden mittlerweile spezielle Cybercrime-Einheiten eingerichtet und die Zusammenarbeit mit Europol intensiviert. So wurden und werden gemeinsame länderübergreifende Operationen durchgeführt, wie zum Beispiel die Operation Archimedes im Jahr 2014. Weiters wird heuer der zweite Standort von Interpol, der Interpol Global Complex for Innovation (IGCI) eröffnet. Dort werden Expertinnen und Experten aus aller Welt in den Bereichen Innovation, Forschung und digitale Sicherheit tätig sein und sich verstärkt dem Thema Cybercrime widmen. Auch Österreich hat einen Vertreter, den Assistent Director for International Partnerships and Development, entsandt.

Datenquelle:
Bundeskriminalamt (BK)
Broschüre „Sicherheit 2014“
Pressetext

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Datum der Veröffentlichung: 29.03.2017

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Bundesministerium für Inneres