Sichere Datenlöschung

Die Entfernung von auf Speichermedien (Festplatte, Speicher-Stick etc.) abgelegten Daten kann in vielen Situationen sinnvoll sein. Unglücklicherweise bedeutet das Verschieben oder Löschen einer Datei in den Papierkorb nicht, dass die Datei vollständig gelöscht wurde, denn in diesem Fall kann sie immer noch wiederhergestellt werden. Auch das Entleeren eines Papierkorbs sowie konventionelles Löschen erschweren lediglich die Wiederauffindbarkeit der Daten. 

Die Weitergabe sowie die Entsorgung von Festplatten oder USB-Sticks können daher durchaus problematisch sein, da sich möglicherweise noch sensible Daten am Gerät bzw. Speichermedium befinden. Potenzielle Missbrauchsszenarien umfassen Identitätsdiebstahl, die unerwünschte bzw. unberechtigte Weitergabe sensibler Daten an Dritte oder den damit verbundenen Abfluss von Zugangsdaten, was einen unrechtmäßigen Zugang zu Computersystemen oder Online-Banking-Umgebungen ermöglicht. Den Missbrauch sensibler Daten kann eine sichere Datenlöschung (auch secure-erase, shreddern oder wipen genannt) vermeiden oder zumindest stark erschweren. Vor einer sicheren Löschung ist es mitunter empfehlenswert, die Daten verschlüsselt zu sichern, da diese danach nicht mehr verfügbar sind. Ergänzende Informationen zur Datensicherung finden Sie unter dem Punkt Datensicherung & Wiederherstellung.

Vorgangsweise

Die jeweilige Vorgangsweise unterscheidet sich je nach zugrundeliegendem Betriebssystem (Android, iOS, Mac, Linux, Windows, Windows Phone etc.), je nachdem, ob die Löschung einzelner Dateien oder vollständiger Laufwerke nötig ist, je nach Speichermedium (CD, DVD, Festplatte, SSD, USB-Stick etc.) sowie dem verwendeten Endgerät (Computer, Smartphone etc.).

Normales Löschen: Eine gewöhnliche Entfernung von Daten löscht einen sogenannten Index (das Inhaltsverzeichnis eines Speichermediums) und ermöglicht die Freigabe dieses Speicherbereichs. Das bedeutet, dass die Daten zwar noch auf dem Speichermedium hinterlegt, aber vom Betriebssystem mit Standardmethoden nicht mehr auffindbar sind und ein Überschreiben mit neuen Daten möglich ist.

Werkzeuge zur Datenlöschung: Professionelles Löschen umfasst die Entfernung und das (z. B. mehrfache) Überschreiben der Daten. Die Entfernung einzelner Dateien oder Ordner unter Windows ist mit dem Programm „Eraser“ einfach möglich. Darüber hinaus erlaubt CCleaner – für Android, Mac und Windows – sowohl die Löschung vollständiger Laufwerke als auch die Entfernung temporärer Inhalte und Registrierungsdateien. Bei SSD-Laufwerken ist die Nutzung herstellerspezifischer Tools, wie diese etwa Corsair, Intel, Samsung und SanDisk zur Verfügung stellen, empfehlenswert. Unter Mac erlauben sowohl „Disk Utility“ als auch „MacClean’s File Eraser“ die Löschung und Formatierung eines vollständigen Datenträgers. Allerdings weist Apple darauf hin, dass die eingesetzten Methoden für SSD-Datenträger keinen ausreichenden Schutz bieten.

Mögliche Alternativen zum Löschen: Einerseits ist die maximal mögliche, physische Zerstörung (bohren, zerbrechen, zerschneiden, zerkratzen etc.) eines Speichermediums eine mögliche Alternative (CD, DVD, USB-Stick, Festplatte etc.), andererseits können auch Verschlüsselungsmethoden mit langen bzw. komplexen Passwörtern und großen Schlüssellängen eingesetzt werden. Bei Macs bietet etwa das Programm „FileVault” eine derartige Lösung.

Weitere Informationen

  • Informationen – allgemein und zur Vorgangsweise – des BSI zum Thema Datenlöschung

> rechtlicher Hinweis

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Datum der Veröffentlichung: 27.03.2017

Für den Inhalt verantwortlich:
  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria