IT-Sicherheit für mobile Geräte: Tipps für die sichere mobile Arbeit

Ob angestellt oder selbstständig – viele arbeiten inzwischen mit Laptop oder Smartphone von zu Hause aus. Doch auch im Homeoffice lauern Cyberrisiken. Mit diesen Tipps schützen Sie sich und Ihre Daten.

Cybersecurity-Sicherheitssymbol vor Anzugträger mit Smartphone in der Hand
Mobile IT-Sicherheit. Foto: Adobe Stock

Bei Cybergefahren denkt man meist an externe Angriffe wie Hackerangriffe. Tatsächlich sind jedoch häufig auch die eigenen Mitarbeiter ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen. Denn die wenigsten sind ausreichend geschult darin, etwa Phishing-E-Mails zu erkennen und für die Cybersicherheit der mobilen Arbeitsgeräte eigenverantwortlich Sorge zu tragen.

In der modernen Arbeitswelt sind die IT-Gefahren besonders vielfältig. Denn immer mehr Menschen arbeiten im Homeoffice – Selbstständige wie Festangestellte. Heimnetzwerke sind oft weniger gut abgesichert als das Computernetzwerk im Büro, das meist von IT-Teams verwaltet und auf dem neuesten Sicherheitsstand gehalten wird. Auch die Software auf mobilen Arbeitsgeräten wie Laptops oder Smartphones wird nicht immer regelmäßig aktualisiert und ist damit anfällig für Sicherheitslücken.

Außerdem macht künstliche Intelligenz es Cyberkriminellen zunehmend leichter, überzeugende Phishing-Nachrichten und andere betrügerische Inhalte zu erstellen. E-Mails, SMS oder gefälschte Inhalte können dadurch immer professioneller und authentischer wirken, sodass sie schwerer als Betrugsversuch zu erkennen sind. Auch KI-gestützte Angriffe, etwa durch die Nachahmung realer Personen, stellen damit ein zusätzliches Risiko für Unternehmen dar. Wie groß die Gefahr eingeschätzt wird, zeigt der Verizon Mobile Security Index 2025: 77 Prozent der befragten Unternehmen halten KI-gestützte Angriffe mit Deepfakes und SMS-Phishing für wahrscheinlich erfolgreich.

Die drei größten Cyberrisiken bei mobilen Geräten und wie Sie sich schützen

Mobile Geräte sind in der modernen Arbeitswelt ein attraktives Einfallstor für Kriminelle, weil sie oft nicht die gleiche Sicherheitsarchitektur haben wie stationäre Computer oder Unternehmensnetzwerke. Hier sind die drei größten Sicherheitsrisiken, die Userinnen und User mobiler Arbeitsgeräte beziehungsweise Angestellte und Selbstständige im Homeoffice beachten sollten:

1. Unsichere Netzwerke

Mobile Geräte verbinden sich regelmäßig mit unterschiedlichen Netzwerken – sei es das WLAN im Café, zu Hause, am Bahnhof oder in der Bibliothek. Diese Netzwerke sind oft nicht sicher und machen es Kriminellen leichter, Schadsoftware einzuschleusen oder Daten abzugreifen.

Tipp
  • Ein starkes Passwort für das Heimnetzwerk verhindert, dass sich Unbefugte einfach verbinden können.
  • Führen Sie regelmäßig Updates Ihrer Router-Firmware durch. Dies hilft, Sicherheitslücken zu schließen und die Leistung des Routers zu verbessern.
  • Wenn Sie Ihre Arbeit beispielsweise in einem Café erledigen, sollten Sie dem öffentlichen WLAN nicht unbedingt vertrauen. Besonders wenn Sie sensible Daten eingeben, sollten Sie stattdessen einen Hotspot einrichten.
  • Nutzen Sie eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network). Sie verschlüsselt die Internetverbindung, sodass Daten geschützt zwischen dem Gerät der Nutzerin oder des Nutzers und dem Unternehmensnetzwerk übertragen werden

2. Phishing-E-Mails und Telefon

Cyberkriminelle versenden oft – und immer häufiger mithilfe von KI-Anwendungen wie ChatGPT – täuschend echt wirkende betrügerische E-Mails oder geben sich in Anrufen als vertrauenswürdige Personen aus, um Anmeldedaten oder vertrauliche Informationen zu erbeuten.

In Unternehmensnetzwerken können dagegen automatische Warnsysteme oder Spamfilter eingebaut werden. Remote-Arbeiter tragen jedoch selbst die Verantwortung, solche Betrugsversuche zu erkennen. Gerade wenn eine Nachricht oder ein Anruf scheinbar von einer Kollegin oder einem Kollegen stammt und beispielsweise eine Anfrage oder Bitte enthält, lässt sich im Büro oft schnell nachfragen, ob die Person tatsächlich dahintersteckt. Im Homeoffice ist diese direkte Rückfrage schwieriger. Das kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, auf eine gefälschte Nachricht oder einen betrügerischen Anruf hereinzufallen. Umso wichtiger ist der Beitrag von Mitarbeitern zur Abwehr von Cyberangriffen.

Tipp
  • Schulungen aller Mitarbeiter zu Phishing-E-Mails und anderen Cybergefahren sind von Vorteil. Bietet Ihre Firma solche nicht an, fragen Sie aktiv danach oder wappnen Sie sich auf eigene Faust.
  • Informieren Sie sich, woran Sie Phishing-E-Mails erkennen. Zum Beispiel, indem Sie die Absenderadresse genau prüfen; oder die Grundregel beachten, dass seriöse Anbieter niemals Aufforderungen zur Dateneingabe per E-Mail versenden.
  • Erhalten Sie eine unerwartete E-Mail, die Sie auffordert, eine Datei oder ein Bild herunterzuladen, oder auf einen Link bzw. Button zu klicken – reagieren Sie nicht sofort. Denn darauf setzen die Kriminellen. Halten Sie inne und vergewissern Sie sich per Nachricht an die Kontaktadresse auf der Website des Anbieters, ob die E-Mail wirklich von ihm stammt.
  • Seien Sie auch bei unerwarteten Anrufen vorsichtig. Geben Sie keine vertraulichen Daten oder Passwörter heraus und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten und Unternehmensanwendungen haben Kriminelle nach einem erfolgreichen Phishing-Angriff oder Passwortdiebstahl leichteren Zugang. Sie sollte daher unbedingt bei allen von außen erreichbaren Zugängen und Verbindungen aktiviert werden. 
  • Ihre Login-Daten sollten Sie nicht im Browser speichern. Für die Verwaltung Ihrer Kennwörter kann ein Passwortmanager hilfreich sein.

3. Unsichere Endgeräte

Vor allem Selbstständige arbeiten häufig an ihren eigenen Geräten, die unter Umständen keine regelmäßigen Sicherheitsupdates erhalten. Betriebssysteme und Anwendungen, die nicht regelmäßig aktualisiert werden, bieten Schwachstellen, die von Kriminellen ausgenutzt werden können. Auch Sicherheitssoftware ist auf Privatgeräten oft nicht optimal eingerichtet.

Tipp
  • Halten Sie Ihr Gerät und alle installierten Apps auf dem neuesten Stand. Um sicherzustellen, dass Sie keine Updates verpassen, können Sie in den Systemeinstellungen automatische Updates einrichten.
  • Eine zusätzliche Sicherheitsvorkehrung für Mitarbeiter im Homeoffice bietet das „Remote Monitoring und Management“ (RMM). Mit dieser Technik können IT-Teams Geräte und Systeme aus der Ferne überwachen, steuern und warten. Dies ermöglicht es etwa, Updates oder Fehlerbehebungen auf Computern und Mobilgeräten durchzuführen, ohne physisch vor Ort sein zu müssen – ein entscheidender Vorteil, besonders für Unternehmen, die Homeoffice anbieten.
  • Installieren Sie einen Malware-Schutz. Ein solches Programm erkennt und blockiert schädliche Software und Verhaltensmuster auf Ihrem mobilen Gerät. Viele Virenscanner können kostenlos genutzt werden.
  • Eine Firewall stellt sicher, dass nur genehmigte Verbindungen zugelassen werden, was Kriminelle und schadhafte Programme daran hindert, auf Ihr Gerät und damit Unternehmensdaten zuzugreifen. Viele Router haben eine eingebaute Firewall, die aktiviert werden sollte.
  • Laden Sie Programme nur von vertrauenswürdigen Quellen herunter.

Cyberrisiken im Homeoffice sind allgegenwärtig, doch mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen können Sie sich und Ihre Daten schützen. Unternehmen sollten klare Richtlinien bereitstellen, die Mitarbeitenden dabei helfen, auch außerhalb des Büros die erforderlichen Sicherheitsstandards einzuhalten und so aktiv zur Cybersicherheit des Unternehmens beizutragen. Bleiben Sie aufmerksam, halten Sie Ihre Geräte aktuell und nutzen Sie die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen – so schützen Sie sich und Ihre Daten, egal, wo Sie arbeiten.

Letzte Aktualisierung: 7. September 2026

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria