Datenverlust vermeiden: Mit diesen Maßnahmen sichern Sie Daten
Von Trojanern bis hin zu defekter Hardware: Die Ursachen für Datenverlust sind vielfältig. Welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um Ihre Daten zu schützen, erfahren Sie hier.
Die zuverlässige Speicherung von Daten ist heute nicht nur im Unternehmensumfeld ein wichtiges Thema. Auch im privaten Bereich wächst die Menge an individuellen Daten, die aufgrund ihres persönlichen Wertes (zum Beispiel Erinnerungsstücke wie Fotos und Videos, Textdokumente, E-Mails, digitale Musiksammlungen) sicher und dauerhaft gespeichert werden sollen.
Grundlegendes zur Datensicherung
Zunächst gilt es zu definieren, welche Daten wichtig sind und gespeichert werden sollen. Software-Programme und Apps, die sich durch erneuten Download aus einer anderen Quelle leicht wiederherstellen lassen, benötigen beispielsweise keine Sicherheitskopie. Backups (redundante Datensicherungen) können manuell oder automatisch durchgeführt werden. Für automatische Backups bieten sich Software-Programme an, mit denen sich festlegen lässt, welche Daten wie häufig, zu welchen Zeitpunkten und an welchem Speicherort gesichert werden.
Je nach Art und Bedeutung der Daten können unterschiedliche Backup-Strategien sinnvoll sein. Entscheidend ist dabei, wie wichtig die Daten sind, wie häufig sie sich verändern und wie schwer ein Verlust wiegen würde. Für Erinnerungsfotos von Privatpersonen kann beispielsweise eine regelmäßige Sicherung ausreichen, während sich bei einer wichtigen Abschlussarbeit eine automatische oder kontinuierliche Sicherung anbietet, da bereits der Verlust der Arbeit der letzten Tage oder Wochen besonders schmerzhaft sein kann.
Im Videobeitrag "Datenverlust vermeiden" erfahren Sie, wie Sie auf einfache Weise Ihre Daten auch gegen unvorhergesehene Ereignisse schützen. Ausführliche Informationen darüber, wie der Datenverlust zuverlässig verhindert werden kann, finden Sie auch in unserem Beitrag „Vorbeugung vor Datenverlust sechs Fragen und Antworten“.
Ursachen für einen Datenverlust
Die Ursachen für einen Datenverlust sind vielfältig. Am häufigsten ist der Datenverlust bei privaten Userinnen und Usern jedoch auf das eigene Fehlverhalten zurückzuführen:
- Menschliches Verhalten. Die häufigste Ursache für den Verlust von Daten ist das unabsichtliche Löschen oder Überschreiben wichtiger Daten oder der Verlust eines Datenträgers - beispielsweise wenn ein USB-Stick, der Laptop oder das Smartphone verloren geht.
- Technische Probleme. Insbesondere tragbare Speichermedien (USB-Sticks, Smartphones) können durch Verschleiß beziehungsweise physikalische Schäden zum Datenverlust führen. Ein Hardware-Defekt kann jedoch auch die Festplatte in einem Standrechner betreffen.
- Malware. Bestimmte Viren beziehungsweise Schadprogramme sind darauf spezialisiert, sämtliche Dateien auf einem System zu verschlüsseln und unbrauchbar zu machen. Für die Entschlüsselung fordern Cyberkriminelle häufig Lösegeld.
Mit welchen Methoden Daten im Falle eines Datenverlustes wiederhergestellt werden können, erfahren Sie im Beitrag "Datenrettung und -wiederherstellung".
Wie Sie Datenverlust vermeiden
Die Datensicherung ist prinzipiell auf externen (zum Beispiel: Cloud-Service, USB-Stick, Festplatte) und internen Datenträgern (zum Beispiel: Festplatte im Rechner) möglich. Welche Methode zur Absicherung vor Datenverlust am besten ist, hängt wesentlich davon ab, welche Daten vor welchen möglichen Bedrohungsszenarien gesichert werden sollen.
- Internes Backup
Ein internes Backup können Sie beispielsweise auf einer Festplatte ablegen, die in dem benutzten Gerät verbaut ist. Das Spiegeln (zwei Festplatten werden gleichzeitig mit demselben Inhalt beschrieben) von Daten auf einem Rechner schützt Sie vor physischen Schäden beziehungsweise Hardware-Defekten. Zwei oder mehrere Festplatten können dabei zu einem RAID (Englisch: Redundant Array of Independent Disks, Deutsch: redundante Anordnung unabhängiger Festplatten) zusammengelegt werden. Auch wenn eine der Festplatten ausfällt, können die Daten in der Regel von der zweiten Festplatte wiederhergestellt werden. Gegen Bedienungsfehler schützt diese Methode jedoch nicht: Werden Daten auf einer Festplatte gelöscht, werden sie aufgrund der Spiegelung auch auf der anderen Festplatte gelöscht. Zudem besteht das Risiko, dass beide Datenträger gleichzeitig beschädigt oder zerstört werden, da sie sich im selben Rechner befinden, beispielsweise bei einem Hausbrand.
- Externes Backup
Für ein externes Backup stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Sicherheitskopien können auf einer externen Festplatte (SSD, HDD) oder auch auf externen Speichermedien wie CD, DVD oder Blu-ray aufbewahrt werden. Daneben bieten sich Netzwerkspeicher (NAS) sowie Cloud-Sicherungen beziehungsweise Online-Backups an, sofern diese nicht ständig verbunden sind.
Expertentipps, um Datenverlust zu vermeiden
Für einen umfassenden Schutz vor Datenverlust werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Daten immer mehrfach sichern
Die Datensicherung sollte zunächst direkt am Rechner durch eine Sicherheitskopie erfolgen: Ein Windows-Backup kann beispielsweise unter der Option „Sichern und Wiederherstellen“ in der „Systemsteuerung“ erstellt werden. Neben der redundanten Datensicherung im Rechner sollten Daten zusätzlich außerhalb des Geräts gespeichert werden. Eine solche externe Sicherung sollte regelmäßig und möglichst automatisch erfolgen. Wichtig ist, dass das Backup physisch und technisch vom ursprünglichen System getrennt ist und somit auch kein Benutzer gleichzeitig sowohl auf die Originaldaten als auch auf die Sicherung zugreifen kann. So bleibt das Backup beispielsweise auch dann erhalten, wenn ein Angreifer Zugriff auf ein Administratorkonto erlangt.
Regelmäßig erstellte Online-Sicherungen, die automatisch in einer Cloud gespeichert werden, schützen vor Datenverlust durch physische Schäden und unabsichtliche Löschungen sowie Überschreibungen. Für größere Datenmengen wie Bild- oder Videoarchive empfiehlt sich jedoch die Speicherung auf externen Medien. Eine Sicherung auf einer externen Festplatte, die an einem sicheren Ort aufbewahrt wird, kann die Daten auch vor Schäden durch Brand, Hochwasser oder Einbruch schützen.
- Datenwiederherstellung testen
Jede Datensicherung muss regelmäßig auf Lesbarkeit überprüft werden, denn Backups dienen der Vorbereitung für eine Datenwiederherstellung. Das kann vom Zurückholen einer versehentlich gelöschten Datei bis hin zur Wiederherstellung des Betriebs auf neuer Hardware („bare-metal recovery“) reichen. Das eigentliche Ziel einer Datensicherung ist nicht das Backup selbst, sondern die Möglichkeit, die gesicherten Daten im Bedarfsfall zuverlässig wiederherzustellen.
- Software und Betriebssystem pflegen
Ein aktiver Virenschutz und ein aktualisiertes Betriebssystem bieten unter anderem auch einen effektiven Schutz gegen Ransomware. Um die Angriffsfläche möglichst klein zu halten, sollten nur Programme installiert werden, die tatsächlich benötigt werden. Außerdem sollten die installierten Programme regelmäßig aktualisiert und nicht mehr benötigte Anwendungen gelöscht werden. Lassen Sie sich insbesondere nicht von Dritten zur Installation von unbenötigter Software verleiten und klicken Sie nicht auf dubiose Links in E-Mails.
- Speichermedien und Dateiformate aktuell halten
Lesegeräte für ältere Speichermedien wie Disketten werden immer seltener. Auch Dateiformate können sich im Laufe der Zeit verändern oder durch neue Standards ersetzt werden. Für eine langfristige Archivierung sollten Daten daher regelmäßig auf aktuelle Speichermedien übertragen und gegebenenfalls in neue Dateiformate umgewandelt werden. Eine sinnvolle Vorgehensweise ist, die Daten etwa alle zehn Jahre auf neue Medien zu kopieren und dabei zu überprüfen, ob die verwendeten Dateiformate noch lesbar sind. Cloud-Dienste eignen sich gut für kurz- bis mittelfristige Sicherungen, bei entsprechender Verschlüsselung. Für eine langfristige Archivierung bieten sich hingegen eigene, persönlich verfügbare Speichermedien an.
Eine Auswahl an Programmen, die automatische Backups erstellen können, finden Sie im Beitrag Datensicherung.
Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria