Vorsicht bei der Urlaubsbuchung! Fake-Portale für Fincas am Beispiel finca-selection.com

Die Urlaubs- und Reisezeit steht praktisch vor der Tür. Damit steigt auch die Gefahr, die von Fake-Buchungsportalen für Fincas, Ferienwohnungen und andere Immobilien ausgehen. Wir widmen uns der Thematik deshalb erneut in einem eigenen Warnartikel und betrachten das Beispiel finca-collection.com etwas näher.

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Foto: Adobe Stock

Eine Woche gemeinsam mit guten Freunden in einer luxuriösen Finca auf Mallorca! Wie klingt das als Urlaubs-Option? Durchaus verlockend! Entsprechend existiert eine lange Liste an Webseiten, über die man eine derartige Immobilie buchen kann. Dass sich Kriminelle hier anhängen und versuchen ihren Opfern mit Fake-Portalen das Geld aus der Tasche zu ziehen, überrascht nicht.

finca-selection.com: Die Fake-Seite

Die Betrüger/innen hinter diesem Portal haben ihre Hausaufgaben gemacht. Zumindest wenn es um die Gestaltung der Website geht. Diese sieht auf den ersten Blick absolut professionell und ansprechend aus. Die Fotos sind qualitativ hochwertig und machen Lust auf Urlaub.

Das Problem: Sie stammen von einem gänzlich anderen Anbieter und wurden von dessen Internetauftritt gestohlen. Die Fincas und Apartments existieren also, eine Buchung über finca-collection.com ist allerdings nicht möglich.

Die Website weist ein Impressum auf und will damit Urlaubssuchende hinters Licht führen. Als Inhaberin wird dort eine Frau Isabella Moreno genannt. Die Adresse des Unternehmens lautet angeblich „Unter den Linden 40“ und ist in Berlin zu finden. Es gibt eine Telefonnummer und eine tatsächlich gültige UID-Nummer.

Das Problem: Nichts daran ist echt. Zu einer Isabella Moreno gibt es in keinem Register einen Eintrag. Gleiches gilt für den Firmennamen „Finca Selection“. An der angegebenen Berliner Adresse ist kein derartiges Unternehmen zu finden. Die UID-Nummer ist von einem anderen Unternehmen gestohlen.

Dazu kommt, dass die Domain sehr jung ist, sie wurde erst am 18. September 2025 registriert. Eine derart „neue“ Websiteadresse ist ein Grund, besonders vorsichtig zu sein. Fake-Shops und andere betrügerische Seiten bleiben meist nicht lange online und müssen immer wieder unter einer anderen Adresse ins Netz gestellt werden. Deshalb weisen derartige Shops meist eben eine sehr junge Domain auf.

Fincas Impressum
Das Impressum wirkt auf den ersten Blick seriös. Sämtliche Angaben halten einer Überprüfung allerdings nicht Stand. Foto: ÖIAT

finca-selection.com: Diese Gefahren lauern

Die Fake-Website weist einige typische Merkmale auf, mit denen Interessierte in die Falle gelockt werden sollen. Da wären zunächst besonders niedrige Preise, die unter dem üblichen Durchschnitt liegen.

Dazu kommt, dass sämtliche angebotenen Immobilien immer frei sind. Auf jede Anfrage gibt es eine positive Rückmeldung. Ganz egal wie umfangreich oder kurzfristig diese auch sein mag.

  • Wer eine Finca oder eine Strandwohnung mieten möchte, muss zunächst eine unverbindliche Anfrage stellen.

  • In der werden – neben den Eckdaten des Urlaubs – Dinge wie der Name und die E-Mail-Adresse abgefragt.

  • Im weiteren Verlauf wird die Buchung bestätigt. Alles, was jetzt noch fehlt, ist die Bezahlung. Die soll bitte im Voraus erledigt werden. Am besten per Überweisung auf ein Bankkonto. Erst wenn das Geld eingelangt ist, folgt der Abschluss des Deals.

In der Realität hört das Opfer nach dem Transfer des vereinbarten Betrags allerdings nie wieder etwas von den „Vermieter/innen“. Die Kriminellen brechen den Kontakt ab.

Achtung

Zwar übermitteln die Geschädigten den Drahtziehern nur wenige persönliche Informationen. Diese reichen aber oft für andere Maschen aus. Die Kriminellen verfügen über die Kontaktinformationen des Opfers und wissen, wie viel Geld dieses durch den Betrug verloren hat. Die perfekten Voraussetzungen für einen Recovery Scam.

finca-collection.com: Nicht die einzige Seite

Hinter der Domain finca-collection.com steckt sehr wahrscheinlich ein kriminelles Netzwerk, das noch weitere Seiten betreibt. Das wird spätestens dann klar, wenn man mit dem Portraitfoto der angeblichen Firmeninhaberin eine Google-Rückwärtssuche durchführt.

Die ergibt nämlich, dass es sich bei der abgebildeten Person um jemand ganz anderes handelt. Ironischerweise betreibt diese Frau tatsächlich eine reale Ferienwohnungsvermietung in Italien.

Was die Rückwärtssuche noch zeigt: Die Kriminellen haben auf einem Werbe-/Info-Portal für Berliner Unternehmen ein Profil angelegt, über das sie mit „Finca direkt“ ein weiteres Fake-Business bewerben.

Fincas Portal
Das betrügerische Profil auf einer Werbeplattform für Berliner Unternehmen. Foto: ÖIAT

Unter der Domain fincadirekt.com ist zwar noch keine Website erreichbar, allerdings ist das Fake-Portal beim selben Anbieter gehostet wie finca-selection.com. Auch die verwendete Grafik ist identisch. Registrierungsdatum von fincadirekt.com ist der 22. April 2026.

Geld an Kriminelle überwiesen? Handeln Sie rasch!

Wer bemerkt, im Rahmen einer Urlaubsbuchung Geld an Betrüger/innen überwiesen zu haben, sollte keine Zeit verlieren, sondern umgehend handeln!

  • Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und schildern Sie die Situation! Eventuell kann die Überweisung noch gestoppt werden. Das Zeitfenster dafür ist allerdings sehr, sehr schmal.

  • Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen über Ihre Kontaktinformationen und werden versuchen, Sie mit einer anderen Masche in die Falle zu locken.

  • Erstatten Sie Anzeige! Nur wenn die Behörden über einen Betrugsfall Bescheid wissen, können sie auch ermitteln.

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026

Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)