So schnell tappt man in die Abo-Falle

Durch Manipulation von Webseiten wie screenacy.co kann es zu einem Vertragsabschluss mit Abo-Falle kommen, bei dem Geld von der Kreditkarte abgebucht wird. So kann man sich davor schützen. 

Richterhammer und Tastatur. Rechtssicherheit im Internet

Die unseriöse Streaming-Plattform screenacy.co bucht unerwartet Beträge von der Kreditkarte ab, ohne dass die Kontoinhaberin/der Kontoinhaber wissentlich eine Leistung gefordert hat. Die Plattform verspricht unbegrenzten Zugriff auf Filme, e-Books sowie Spiele und bietet einen kostenlosen Testmonat an.

Betrügerische Plattformen dieser Art haben allerdings nur ein Ziel: ihre Opfer so zu täuschen, dass sie in die Abo-Falle tappen und Geld verlieren. Als Lockmittel verwenden die Betrüger zum Beispiel einen angeblichen Gewinn, einen kostenfreien Probemonat oder ein gratis Film- oder Serienangebot. Um sicher zu gehen, dass das potenzielle Opfer auch Geld in die Taschen der Kriminellen bringt, gibt es zwei Manipulationsmöglichkeiten. Entweder müssen die Kreditkartendaten zur Absicherung angegeben werden, falls die Kündigung des Probemonats vergessen wird oder um Versandkosten für ein gewonnenes Produkt zu begleichen oder es werden nach einiger Zeit per E-Mail Gebühren gefordert, weil angeblich das Probemonat nicht gekündigt wurde. Hierbei soll das Opfer rückwirkend eine monatliche oder eine jährliche Nutzungsgebühr einzahlen, ansonsten wird mit rechtlichen Folgen gedroht. Keinesfalls sollte aus Angst der geforderte Betrag bezahlt werden. Grundsätzlich gilt im Umgang mit sensiblen Daten im Internet: Vorsicht ist besser als Nachsicht, gerade wenn es um vermeintliche gratis Angebote geht.

Die Masche mit dem Kleingedruckten

Auf screenacy.co wird sogar versichert, dass bei einer Anmeldung für eine kostenlose Mitgliedschaft, keine Beträge von der Kreditkarte abgebucht werden. Dass das eine Lüge ist, zeigt der Blick in das Kleingedruckte. Hier geht klar hervor, dass mit Eingabe der Kreditkartendaten ein Abonnement abgeschlossen wird und falls es zu keiner Vertragskündigung kommt, eine monatliche Gebühr von 29,99 Euro fällig wird. Zudem schließt man auch automatisch ein Spiele-Paket für 4,95 Euro ab. 

Auch andere Fake-Streamingdienste wie playgob.de, lakino.de oder playnog.de verlangen wegen einer versäumten Abo-Kündigung Beträge von knapp 400 Euro. Zahlungsaufforderungen dieser Art können getrost ignoriert werden, allerdings sollte trotzdem gehandelt werden.

So reagiert man bei unerlaubten Abbuchungen

Da kein rechtsgültiger Vertrag mit dem Fake-Streamingdienst eingegangen wurde, kann der Betreiber kontaktiert und eine Abo-Kündigung sowie Rückbuchung der Geldbeträge gefordert werden, immerhin wurde man nicht eindeutig über einen Vertragsabschluss informiert. Kontaktdaten des illegalen Betreibers können zum Beispiel auf der Kreditkartenabrechnung gefunden werden. Ist der unseriöse Betreiber nicht einsichtig, kann das Geld über das Kreditkarten- oder Bankinstitut zurückgeholt werden und der Betreiber kann für weitere Abbuchungen gesperrt werden. Laut § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz müssen Beträge, die unrechtmäßig Abgebucht wurden, vom Zahlungsdienstleiter zurück gebucht werden. Besteht die Möglichkeit, dass weitere sensible Daten abgegriffen wurden, kann auch eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Um einen möglichen Identitätsdiebstahl auf die Schliche zu kommen, kann regelmäßig nach dem eigenen Namen im Internet gesucht werden. Beratung und Hilfe findet man auch unter www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe.

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Letzte Aktualisierung: 21. April 2021

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria