Prüfportal für Gutscheinkarten? Wie ein kurzer Check das Guthaben absaugt

Wer im Zuge eines Online-Privatverkaufs dazu gedrängt wird, für die Zahlung gekaufte Gutscheinkarten auf einem dubiosen Portal zu überprüfen, sollte den Deal sofort abblasen. Hier wird nämlich nichts geprüft, die Plattform ist lediglich ein praktischer Weg für Kriminelle, an das Guthaben auf den Karten zu gelangen.

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Foto: Adobe Stock

Gutscheinkarten aller Art sind ein von Kriminellen gern genutztes Zahlungsmittel. Der Vorteil: Wurden die dazugehörigen Codes einmal eingelöst, lässt sich das Geld nicht mehr zurückholen. Dafür muss das Opfer die entsprechenden Aktivierungscodes allerdings aus der Hand geben.

In der vorliegenden Masche ist das nicht nötig. Zumindest nicht bewusst. Außerdem funktioniert der Betrug auch nur dann, wenn das Opfer etwas kaufen möchte und eine persönliche Übergabe vereinbart wurde. (Zu dieser Übergabe kommt es dann natürlich nie.) Ja, viele Eventualitäten und ein sehr spezifisches Szenario, das nicht oft vorkommt. Dennoch beinhaltet es eine Komponente, die von allgemeinem Interesse ist. Und zwar eine Fake-Plattform zur „Überprüfung von Gutscheincodes“.

Hinweis

Warum persönliche Übergabe? Die Entscheidung für eine persönliche Übergabe kann mehrere Gründe haben. Die Verkäufer/innenseite spart sich Porto und Wege, die Käufer/innenseite bekommt das Gefühl, es mit einem seriösen Gegenüber zu tun zu haben. Man möchte sich persönlich von der Qualität des Artikels überzeugen. Weiterer Punkt: die schwierigere Nachverfolgbarkeit.

Die Falle: Fake-Plattform zur Gutscheinüberprüfung

Damit die Falle überhaupt zuschnappen kann, müssen wie erwähnt einige Bedingungen erfüllt sein. Trifft alles zu, setzt sich der Ablauf in Gang. So funktioniert’s:

  • Die Kriminellen geben an, als Bezahlung PaySafe-Karten zu präferieren. Das Opfer soll die Karten kaufen und Fotos der dazugehörigen Belege übermitteln. Erst dann wird ein Übergabetermin organisiert.

  • Wichtig: Die Codes für die Freischaltung müssen auf den Fotos geschwärzt sein. So soll dem Opfer das Gefühl vermittelt werden, es hätten weiterhin die volle Kontrolle über das Guthaben auf den Karten.

  • Zur Bezahlung und somit zur Übergabe der Gutscheinkarten kommt es erst im Zuge der Geschäftsabwicklung.

  • Die Drahtzieher drängen Ihr Gegenüber allerdings dazu, im Vorfeld die Echtheit der Geschenkkarten zu bestätigen. Quasi als „Versicherung".

  • Zu diesem Zweck übermitteln Sie den Link zu einer angeblichen Prüfplattform. Dort müssen die Codes und der konkrete Betrag eingegeben und „überprüft“ werden.

  • Tatsächlich wird durch den Check der Code der jeweiligen Karte an die Betrüger/innen übermittelt. Diese setzen ihn sofort ein, das Geld ist unwiederbringlich weg.

  • Gleichzeitig greifen die Kriminellen über andere Eingabefelder Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse ab.

Achtung

Besonders anfällig für diese Betrugsart sind jene Deals, die auf Kleinanzeigenplattformen ihren Anfang nehmen. Weil auf derartigen Portalen Sicherheitsmechanismen aktiv sind, locken die Kriminellen ihre Opfer aus den Plattformen hinaus und wollen den Kauf/Verkauf über WhatsApp oder andere Messenger finalisieren. Dort greifen besagte Schutzvorkehrungen nicht. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte niemals in den Messenger wechseln. Im Zweifel lassen Sie den Deal platzen!

Geschenkkarten-Betrug: So sieht die „Überprüfungs“-Plattform aus

Im konkret gemeldeten Fall ist die Fake-Plattform unter der Domain uberprufung-authentifizierung-code.kesug.com erreichbar. Wer diese Adresse ansteuert, landet auf dieser Seite:

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So sieht das Fake-Prüfportal aus. Foto: ÖIAT

Einfacher, aber effektiver Aufbau. Formulierungen wie

Die eingegebenen Informationen werden nur von unseren Servern verarbeitet und sind für die Dauer Ihrer Verbindung absolut vertraulich. Bitte geben Sie eine gültige Telefonnummer ein, um eine Bestätigung per SMS zu erhalten.

sollen Seriosität vermitteln, die verschiedenen Länderflaggen den Eindruck eines international genutzten Angebots erzeugen. Das Opfer gibt den Aufladecode und den Gutscheinbetrag ein. Ein Klick auf „Fortsetzen“ übermittelt die Codes an die Kriminellen. Überprüft wird hier nichts, abgebucht allerdings schon. Das Geld ist weg.

Hinweis

Das verrät die Falle! Neben der umständlich langen Domain sind die nicht vermeintlichen Links im unteren Bereich der Website das größte Warnsignal. Keiner von ihnen funktioniert. Typisch für Betrugsportale.

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Die Links unter der Footer-Grafik funktionieren nicht. Foto: ÖIAT

Fake-Prüfportal genutzt? Das können Sie tun!

Das reine Aufrufen der betrügerischen Website ist noch nicht gefährlich, problematisch wird die Eingabe der Codes und des Gutscheinbetrags.

  • Wurden die Codes übermittelt, wenden Sie sich umgehend an das Unternehmen, von dem die Gutscheine stammen (also z.B. PaySafe, Apple, Sony etc.). Eventuell kann noch eine Sperre eingerichtet werden, das Guthaben ist für die Kriminellen somit nicht nutzbar.

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

  • Bleiben Sie wachsam! Die Betrüger/innen verfügen über Ihre Kontaktdaten und werden eventuell versuchen, Sie mit anderen Maschen zu kontaktieren.

Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2026

Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)