ÖIAT-Schwerpunkterhebung deckt auf: Massive Präsenz von Abo-Fallen in Google-Anzeigen

Bei einer eingehenden Analyse der Google Werbebibliothek entdeckte das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) eine große Menge an gefährlichen Ads. Insgesamt waren es weit über 27.000 problematische Werbeanzeigen, die als Köder für Abo-Fallen dienten. Auf Beschwerden reagierte Google bisher nicht.

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Foto: Adobe Stock

Das Research-Team des ÖIAT hat eine Schwerpunkterhebung zu problematischen Werbungen für Abo-Fallen auf Google durchgeführt. Der Analysezeitraum erstreckte sich von Jänner bis einschließlich November 2025.

Überprüft wurden die 100 jüngsten Warnlisten-Einträge der Watchlist Internet in der Kategorie „Abo-Fallen“. Das Team suchte in der Werbebibliothek von Google nach den dazugehörigen Domains und wurde mehrfach fündig. Die konkreten Ergebnisse:

  • 43 % der überprüften Domains veröffentlichten Werbung auf Google.
  • Manche Unternehmen kamen dabei öfter vor, waren also für mehrere Domains verantwortlich. Schlussendlich konnten 34 problematische Werbetreibende identifiziert werden.
  • Insgesamt schalteten diese im Erhebungszeitraum 27.775 Anzeigen.

Die Bandbreite der Ads war groß, das thematische Feld reichte von IQ-Tests über Handylokalisierung und PDF-Bearbeitungen bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln und Vignetten-/Registrierungsseiten. Die genauen Zahlen:

  • IQ-Tests: 10 Werbetreibende
  • Handylokalisierung & Nummern-Lookup: 8
  • PDF-Bearbeitung: 5
  • Coaching-Angebote: 4
  • Nahrungsergänzungsmittel (NEM): 4
  • Support-/Service-Fakes: 2
  • Vignetten-/Registrierungsseiten: 1

Hintergrundinfo: So funktionieren Abo-Fallen

Für ein besseres Verständnis der Problematik, ein kurzer Blick auf die Funktionsweise einer Abo-Falle am Beispiel der „Top Drei“ aus der Erhebung. Alle haben eine Sache gemeinsam: Das Versprechen von viel Leistung für wenig Geld. Tatsächlich gehen Geschädigte mit dem Geschäftsabschluss aber unwissentlich eine kostspielige (nicht rechtsgültige!) Abo-Bindung ein.

IQ-Test: Die Werbeanzeige lockt mit einem besonders günstigen Test zur Ermittlung des eigenen Intelligenzquotienten. Der Test selbst ist kostenlos, für die Zusendung der Ergebnisse wird aber eine minimale Gebühr fällig – zu bezahlen per Kreditkarte. Im Kleingedruckten (oder versteckt in den AGBs) findet sich die Info, dass mit Geschäftsabschluss zusätzlich noch ein Abonnement eingegangen wird. Für die Nutzer/innen ist diese Bindung nicht ersichtlich.

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Die Domain "iq-measure.com" war unter den Suchergebnissen zu finden. Foto: ÖIAT

Handylokalisierung & Nummern-Lookup: Wo habe ich mein Handy verloren? Wer verbirgt sich hinter der unbekannten Nummer? Laut problematischen Google-Ads mit nur wenigen Klicks und nach Zahlung einer geringen Gebühr herauszufinden. Wer sich auf das Angebot einlässt, schließt unbemerkt ein kostspieliges Abo ab.

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Auch "mobitracker.org" war in den Ergebnissen vertreten. Foto: ÖIAT

PDF-Bearbeitung: Konvertieren, ausfüllen, zusammenführen, unterschreiben, mit einem Passwort sichern – Was auch immer man mit einem PDF-Dokument machen möchte, auf entsprechenden Websites ist es möglich. Gegen eine kleine Gebühr. Tatsächlich fängt man sich durch die Nutzung des Angebots ungewollt ein Abonnement ein.

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Auf pdfguru.com lauert ebenfalls eine Abo-Falle. Foto: ÖIAT

Bisher keine Reaktion von Google

Das ÖIAT hat 19 der gefundenen Werbeanzeigen bei Google gemeldet. Aufgrund seines besonderen Status als „Trusted Flagger“ sollten entsprechende Beschwerden eigentlich priorisiert behandelt und rascher bearbeitet werden. Allerdings gibt es auch nach über einem Monat noch keine Rückmeldung des Tech-Konzernes.

Tipp

Weitere Informationen zur Schwerpunkterhebung finden Sie in unserem Dossier.

Letzte Aktualisierung: 30. Jänner 2026

Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)