Neue Dreiecksbetrugsmasche: Kriminelle bestellen in Ihrem Namen

Sie kaufen online ein, bezahlen und erhalten die gewünschte Ware. Doch nach einigen Wochen erreicht Sie plötzlich eine Mahnung, ein Inkassoschreiben oder sogar eine Betrugsanzeige. Der Grund: Eine nicht bezahlte Rechnung von einem Onlineshop, bei dem Sie gar nichts bestellt haben. In diesem Fall wurden Sie und der Onlineshop betrogen.

Betrugsmasche beginnt mit gefälschten Inseraten auf Verkaufsplattformen

Kriminelle inserieren beliebte Produkte auf Online-Marktplätzen oder Kleinanzeigenplattformen. Die Produkte sind meist neu und günstiger als in anderen Shops. Der günstige Preis lockt viele Käufer und Käuferinnen an. Diese übermitteln dann ihre Daten und bezahlen die Ware. Das Produkt wird auch in der gewünschten Qualität geliefert. Sie sind zufrieden und bemerken den Betrug nicht.

Hinweis

Die betrügerischen Inserate werden von Kriminellen über Fake-Profile oder gestohlene Nutzer bzw. Nutzerinnen-Accounts veröffentlicht.

Kriminelle bestellen zeitgleich bei einem anderen Onlineshop

Damit Sie den Betrug nicht sofort bemerken, bestellen die Kriminellen das gewünschte Produkt mit Ihren Daten bei einem seriösen Onlineshop – in der Regel bei Shops, die Kauf auf Rechnung anbieten. Sie erhalten das Produkt also nicht von der Plattform, bei der Sie eigentlich bestellt haben, sondern von einem anderen Shop.

Der Online-Shop wartet also auf Ihre Zahlung. Davon wissen Sie aber nichts, denn Sie haben ja nicht bewusst dort bestellt. Irgendwann kommen dann Mahnungen von diesem Shop. Werden diese ignoriert, folgen Inkassoschreiben oder sogar Betrugsanzeigen.

Hinweis

Mit dieser Betrugsmasche gewinnen die Kriminellen Zeit, um ihre Spuren im Internet zu verwischen und den Geldfluss zu verschleiern. 

Dreiecksbetrug

Bei dieser Betrugsmasche handelt es sich um Dreiecksbetrug. Wie der Name schon sagt, sind drei Parteien beteiligt, von denen zwei als Opfer hervorgehen:

  1. Kriminelle: bieten über gefälschte Inserate Produkte an und stehlen Käufer/innen Daten und Geld
  2. Käufer/in (Opfer 1): kauft das Produkt und überweist Geld an die Kriminellen
  3. Online-Händler/in (Opfer 2): erhält eine Bestellung von Kriminellen mit gestohlenen Daten von Opfer 1, liefert die Ware und erhält kein Geld
Infografik Dreiecksbetrug
Foto: ÖIAT

So schützen Sie sich vor dieser Betrugsmasche

  • Bei Schnäppchen immer skeptisch sein: Ist ein Produkt deutlich billiger als üblich, steckt dahinter meist eine Betrugsmasche.
  • Überprüfen Sie bei einer Lieferung die Absenderadresse: Kommt das Paket von einem Shop, bei dem Sie gar nicht bestellt haben, sollten Sie sicherheitshalber beim Absender nachfragen. Erklären Sie, wo Sie das Produkt bestellt haben und dass Sie eigentlich schon bezahlt haben.
  • Zahlungsmethoden mit Rückbuchungsmöglichkeit bzw. Käuferschutz wählen: z. B. SEPA-Lastschrift, Kreditkartenzahlung oder PayPal. Achtung: Bei PayPals Funktion „Geld an Freunde und Familie senden“ gibt es keinen Käuferschutz. Lesen Sie hier, wie Sie sicher im Internet bezahlen.

Sie wurden betrogen? Das können Sie tun:

  • Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei.
  • Klären Sie die Situation mit dem Online-Shop, bei dem die Kriminellen unwissentlich in Ihrem Namen bestellt haben. Oftmals können Sie sich auf eine Kulanzlösung einigen. Möglicherweise müssen Sie die Ware aber auch zurückschicken.
  • Melden Sie der Verkaufsplattform den Betrug.
  • Kontaktieren Sie den Zahlungsdienstleister und versuchen Sie, das Geld zurückzufordern. Bedenken Sie aber, dass Sie keinen Rechtsanspruch auf eine Rückerstattung haben.
Letzte Aktualisierung: 17. April 2024

Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)