Kriminelle imitieren Banknummern: Vorsicht vor Spoofing
Kriminelle suchen ständig nach neuen Methoden, um an Kontodaten zu gelangen. Leider sind sie fündig geworden: Mit Spoofing täuschen sie die Nummer von Banken vor und erschleichen so das Vertrauen ihrer Opfer.
Als Lisas Handy klingelt, erscheint am Bildschirm der Name ihrer Bank. Zusätzlich erhält sie eine SMS, die den Anruf als echt bestätigt. Sie hebt ab, und ein „freundlicher Bankmitarbeiter“ erklärt, dass eine verdächtige Zahlung erfolgt sei, und bittet um ihre Bankdaten, um den Schaden abzuwenden.
Lisa wird misstrauisch. Sie hat schon öfter von betrügerischen Bankanrufen gehört. Deshalb vertröstet sie den Anrufer auf später und legt auf.
Richtig reagiert! Denn hinter dem Anruf stecken Kriminelle, die es auf Zugangsdaten, TANs oder PINs abgesehen haben.
Als Lisa wenig später die Nummer überprüft, stellt sie fest: Sie stimmt tatsächlich mit der offiziellen Telefonnummer ihrer Bank überein. Wie kann das sein?
Die Erklärung: Telefonnummern können gefälscht werden
Kriminelle nutzen eine Technik namens Spoofing, um die am Bildschirm angezeigte Telefonnummer zu manipulieren. Am Handy erscheint dann eine echte Nummer der Bank oder sogar ihr Name, obwohl der Anruf in Wirklichkeit von Betrüger/innen stammt.
Aktuell sind mehrere österreichische Finanzinstitute von dieser Masche betroffen – gemeldet wurden derartige Betrugsversuche unter anderem von Erste Bank, BAWAG und Raiffeisen.
So erkennen Sie betrügerische Anrufe
- Abfrage von Kontodaten: Seriöse Banken fragen Sie telefonisch niemals nach sensiblen Daten wie PIN, TAN, Passwort oder Online-Banking-Zugang. Jeder Anruf, der solche Informationen verlangt, ist ein klarer Betrugsversuch.
- Drohungen oder Zeitdruck: Kriminelle versuchen häufig, ihre Opfer unter Stress zu setzen, z. B. mit Formulierungen wie „Ihr Konto wird sofort gesperrt“ oder „Es droht ein großer Schaden, handeln Sie sofort.“
- Ungewohnte Kommunikationswege: Wenn Sie plötzlich eine SMS oder WhatsApp-Nachricht erhalten, die den Anruf als „echt“ bestätigt, oder Links zur Installation von Apps verschickt werden, seien Sie misstrauisch. Banken versenden keine sensiblen Anweisungen über unsichere Kanäle.
- Verdächtige Fragen: Häufig versuchen Betrüger, persönliche Informationen zu sammeln, die Sie später für Identitätsdiebstahl oder Kontoüberweisungen nutzen können, z. B. Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer oder Antworten auf Sicherheitsfragen.
Wenn Sie sich unsicher fühlen, legen Sie sofort auf. Rufen Sie Ihre Bank anschließend über die offiziell bekannten Telefonnummern zurück (z. B. von der Bankkarte, auf Kontoauszügen oder der offiziellen Website). So stellen Sie sicher, dass Sie wirklich mit einem Bankmitarbeitenden sprechen.
Auf das Anruf-Spoofing hereingefallen? So handeln Sie richtig:
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Bank informieren: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und schildern Sie die Situation. Expert/innen werden alle notwendigen Schritte einleiten, um Ihr Konto zu schützen.
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Anzeige erstatten: Informieren Sie die Polizei. Je mehr Informationen die Behörden erhalten, desto besser können sie ermitteln.
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Wachsam bleiben: Kriminelle verfügen möglicherweise über sensible Daten zu Ihrer Person oder Ihrem Konto. Sie könnten versuchen, Sie mit einer anderen Masche erneut zu ködern.
Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)