Identitätsdiebstahl: Das sind die gängigsten Betrugsmaschen

Kriminelle gelangen durch unterschiedliche Maschen an fremde Identitäten. Erfahren Sie, was die gängigsten Tricks der BetrügerInnen sind.

aufgeklappter Laptop steht auf Tisch mit grafischer Gedankenblase
 Identitätsdiebstahl Foto: Adobe Stock

Ob bei der Wohnungssuche, bei der Registrierung eines Online-Dienstes oder beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags - das Versenden von Ausweiskopien ist in vielen Bereichen notwendig. Kriminelle machen sich das zu Nutze und versuchen auf verschiedenen Wegen an Ausweiskopien zu kommen. Denn Ausweiskopien und fremde Identitäten sind im Bereich der Internetkriminalität ein begehrtes Gut. Kriminelle können so unter falschem Namen Straftaten begehen und bleiben selbst unentdeckt.

 

Betrügerische Marktforschungsinstitute

Es gibt unterschiedliche Tricks wie Betrügerinnen und Betrüger an fremde Identitäten gelangen. Eine beliebte Masche ist der Weg über Marktforschungsinstitute beziehungsweise über Umfrageplattformen, die mit Hilfe von Stellenausschreibungen nach ihren Opfern suchen.
Versprochen wird ein einfacher und unkomplizierter Nebenverdienst – durch das Beantworten von Umfragen oder das Testen von Apps. Die TeilnehmerInnen solcher Umfragen sollen dabei testen, ob ein bestimmtes Identifikations-Verfahren zur Eröffnung eines Kontos bei einer Online-Bank gut funktioniere. Doch anstatt Geld dafür zu bekommen, wird im Namen der Opfer tatsächlich ein Bankkonto eröffnet. Die Vermutung liegt nahe, dass mit diesen Bankkonten, Geldwäsche betrieben wird – unter dem Namen der Betroffenen. Gleichzeitig wird in diesem Prozess – oftmals aber auch schon während der „Bewerbung“ – eine Ausweiskopie übermittelt, die für weitere Straftaten verwendet werden kann.

Im folgenden Video wird die Masche von den ExpertInnen der Watchlist Internet genauer erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=d3ZOx9etyio

Außerdem stellt die Watchlist Internet eine Liste mit betrügerischen Umfrageplattformen zur Verfügung, um laufend vor diesen zu warnen.

Betrügerische Stellenausschreibungen

Doch nicht nur Stellenausschreibungen für die Teilnahme an Umfragen oder für das Testen von Apps können zum Identitätsdiebstahl führen. Egal ob man sich als Kinderbetreuerin oder Kinderbetreuer bewirbt oder auf einem Weihnachtsmarkt mitarbeiten will: Verlangen die vermeintlichen Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber einen Ausweis bei der Bewerbung, ist Vorsicht geboten.

So tauchen immer wieder Fälle auf, bei denen eine Bewerbung nicht zu einem Job, sondern zu einer Erpressung führte: Dabei drohen die BetrügerInnen im Zuge der Bewerbung übermittelte Ausweiskopien ins Dark Web zu stellen, wenn nicht ein bestimmter Betrag bezahlt wird.  

Phishing-Mails

Auch klassische Phishing-Nachrichten sind eine Möglichkeit, wie Betrügerinnen und Betrüger an Ausweiskopien gelangen. Ein Beispiel eines solchen Phishing-Versuches wird im folgenden Video erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=d3ZOx9etyio

Kriminelle versendeten hier erfundene Mails im Namen von Airbnb an zahlreiche Kundinnen und Kunden. Darin wurde behauptet, dass das Konto gesperrt wurde und nun Kopien des Personalausweises sowie Selfies mit dem Ausweis neben dem Gesicht und eine handschriftliche Notiz zur Freischaltung des Kontos notwendig wären. Tatsächlich stammte das Mail von Kriminellen, die nur auf möglichst viele Ausweiskopien aus waren. Auch andere Unternehmen wie zum Beispiel PayPal wurden für diesen Zweck bereits missbraucht.

Kleinanzeigenbetrug

Ebenso kann im Bereich des Privateinkaufs die Identität von Opfern gestohlen werden. Die Betrügerinnen und Betrüger bieten dafür verschiedene Waren auf Kleinanzeigen-Plattformen an. Meldet sich ein Opfer, wird die genaue Kaufabwicklung besprochen und anschließend eine Ausweiskopie verlangt. Den Wunsch nach der Ausweiskopie begründen die Kriminellen beispielsweise damit, dass sie beim Verkauf von Waren bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich vor kriminellen Käuferinnen und Käufer schützen wollen. Sobald die vermeintlichen Verkäuferinnen oder Verkäufer über die Ausweiskopie ihrer Opfer verfügen, ist keine Kontaktaufnahme mehr mit diesen möglich.

Eine ähnliche Masche wird auch bei der Wohnungssuche angewandt. Schauen sich die Suchenden in Kleinanzeigenportalen um, kann es passieren, dass – neben anderen Dokumenten – auch eine Ausweiskopie verlangt wird. Die vermeintlichen Vermieterinnen und Vermieter erklären in den betrügerischen Inseraten, dass durch einen Identitätsnachweis auch die Chance auf die jeweilige Wohnung erhöht wird.

Fazit

Die Auflistung der verschiedenen Maschen mit denen Kriminelle an Identitäten und Ausweiskopien kommen wollen, zeigt, dass dieser Betrug sehr vielfältig ist. Das Problem dabei: Es kann durchaus vorkommen, dass Sie online ihre Identität mittels einer Ausweiskopie nachweisen müssen. Dennoch sollten Sie immer überlegen werden, wie nachvollziehbar das Verlangen eines Ausweises ist.

Tipp

Was Sie machen können, damit Sie den BetrügerInnen nicht in die Falle tappen, erfahren Sie im Artikel Identitätsdiebstahl im Netz: Wie man sich vor Datenmissbrauch schützt.

Letzte Aktualisierung: 23. August 2021

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria