Fake-Shops, Abo-Fallen, Phishing-Gewinnspiele: Wie Kriminelle das Fußball-Fieber nutzen

Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist in vollem Gange. Dass Betrüger/innen von diesem Hype profitieren möchten, überrascht nicht. Dieser Artikel zeigt, welche Strategien und Mechanismen sie für ihre Fallen nutzen.

phishing / fish hook on computer keyboard with email sign
Foto: Adobe Stock

Fake-Shops für Fußballtrikots

Da wäre zunächst der Klassiker: Fake-Shops. Gerade bei fußballbezogenen Fallen ist seit Wochen ein deutlicher Anstieg zum sonst üblichen Niveau zu sehen. Sonderlich gut sind die Portale nicht gemacht. Grundsätzlich geht es darum, Opfer mit besonders niedrigen Preisen in die Falle zu locken. Entsprechend einfach sind die Shops zu durchschauen. Die wichtigsten Hinweise:

  • Preise: Original-Fußballtrikots kosten mittlerweile um die 100 Euro. Liegen die Preise weit drunter, sollten alle Alarmglocken schrillen.

  • Impressum: Ein Impressum sucht man in Fake-Shops vergebens.

  • Domain: Die Domain von Fake-Shops sind üblicherweise sehr jung, wurden also erst vor Kurzem registriert.

  • Adresse: An der angegebenen Post-Adresse findet sich alles andere, aber sicher kein Shop für Fußball-Dressen. Meist nutzen die Kriminellen wahllos Privatanschriften.

  • Sprachen-Mix: Kriminelle bieten ihre Shops meist in unterschiedlichen Sprachen an. Manchmal vergessen sie dabei, kleinere Abschnitte zu übersetzen. Wird zum Beispiel in einem deutschsprachigen Store die Größentabelle auf Portugiesisch – Guida de tamanhos – genannt, befindet man sich sehr wahrscheinlich in einem Fake-Shop.

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Niedrige Preise als Lockmittel. Massive Rabatte sollen bei den Opfern einen Kaufimpuls auslösen. Foto: ÖIAT

Fake-Puma-Gewinnspiel: Abo-Falle und Kettenbrief

Neben den klassischen Fake-Shops suchen die Betrüger/innen zusätzlich noch nach anderen Wegen, um das aktuell grassierende Fußballfieber für ihre Zwecke zu nutzen. Zum Beispiel mit einem Fake-Gewinnspiel im Namen von Puma. So funktioniert die Falle:

  • Auf WhatsApp kursiert aktuell ein angebliches Puma-Gewinnspiel. Die Rede ist dabei von der „offiziellen Puma Österreich WM-Fan-Aktion 2026".

  • Als Preise warten das Österreich 2026 Heim-Trikot, Puma Future Fußballschuhe, eine Österreich Fan-Trainingsjacke 2026 oder ein Puma Gutschein 300 €.

Im ersten Schritt warten vier „Fragen“ auf die Teilnehmer/innen. Eine wirkliche Hürde stellen die allerdings nicht dar.

  • Bist du als Fan bereit für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026?
  • Welches offizielle Puma-Produkt würdest du am liebsten gewinnen?
  • Wie sehr fieberst du bei Österreichs WM-Spielen mit?
  • Möchtest du ein offizielles Puma Fan-Bundle für die WM 2026 gewinnen?

Im nächsten Schritt öffnet sich ein Fenster mit neun Geschenkpaketen. Man hat nun drei Versuche, das richtige Packerl auszuwählen. Nur wenn das gelingt, gibt’s einen Preis. Spoiler: Natürlich gewinnen hier alle.

Die Teilnehmer/innen werden nun gebeten, die Aktion für den wirklich finalen Abschluss mit ihren WhatsApp-Kontakten zu teilen. Erst dieser Vorgang bestätigt die Teilnahme. In Wahrheit handelt es sich um nichts anderes als einen guten alten Kettenbrief.

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Die zentralen Schritte im Fake-Puma-Gewinnspiel. Foto: ÖIAT

Im letzten Schritt bitten die angeblichen Veranstalter/innen des Gewinnspiels um die Übernahme des Portos für die Zusendung des Preises. Dieses solle bitte mit der Kreditkarte beglichen werden. Genau an diesem Punkt greifen die Kriminellen die Kreditkartendaten des Opfers ab.

Hinweis

Der Aufbau der beschriebenen Falle erinnert frappierend an die Bier-Masche, über die wir vor Kurzem berichtet hatten. Die Ähnlichkeit ist dabei kein Wunder. Eine Analyse hat gezeigt, dass hinter beiden Fallen dasselbe Skript und somit sehr wahrscheinlich auch dieselben Kriminellen stecken.

In die Fußball-Falle getappt: Das können Sie tun!

Egal ob Sie auf einen Fake-Shop hereingefallen oder Ihre Daten bei einem angeblichen Gewinnspiel weitergegeben haben: Treffen Sie so rasch wie möglich Gegenmaßnahmen!

  • Abhängig von der Art der Bezahlung im Fake-Shop: Kontaktieren Sie Ihre Bank, Ihren Kreditkartenanbieter oder den Zahlungsdienstleister! Schildern Sie die Situation! Die Expert/innen wissen, was getan werden muss und ob das Geld noch zurückgeholt werden kann.

  • Haben Sie Ihre Daten bei einem Fake-Gewinnspiel weitergegeben, kontaktieren Sie den Kreditkartenanbieter! Eventuell ist eine Sperre nötig.

  • Falls Forderungen zu einem angeblich abgeschlossenen Abo in Ihr E-Mail-Postfach flattern, bewahren Sie Ruhe! Es ist kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen. Sie müssen nichts zahlen!

  • Da die Kriminellen über Ihre Kontaktdaten und andere Informationen verfügen, werden sie wahrscheinlich versuchen, Sie mit einer anderen Betrugsmasche zu kontaktieren. Bleiben Sie wachsam!

Letzte Aktualisierung: 3. Juli 2026

Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)