Betriebssystem wechseln: So gelingt die sichere Datenübertragung

Beim Wechsel auf einen neuen Computer oder ein anderes Betriebssystem gibt es bei der Datenübertragung einiges zu beachten. Backups, Verbindungsarten und unterschiedliche Dateisysteme: So übertragen Sie Ihre Daten sicher und vollständig auf das neue System.

Cloud Konten und Identitäten
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Wenn Sie einen neuen Computer kaufen oder das Betriebssystem wechseln, möchten Sie Ihre Daten so schnell und einfach wie möglich auf das neue Gerät übertragen. Dabei gibt es je nach Ausgangs- und Zielsystem unterschiedliche Möglichkeiten. Besonders wichtig ist die Frage, ob Sie innerhalb desselben Betriebssystems auf eine neue Version wechseln oder von einem Betriebssystem auf ein anderes umsteigen, beispielsweise von Windows auf Linux.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten Sie für die Datenübertragung haben und worauf Sie beim Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen achten sollten. So können Sie Ihre Daten sicher übertragen und mögliche Probleme vermeiden.

Tipp

Erstellen Sie vor der Datenübertragung immer ein zusätzliches Backup um Datenverlust zu vermeiden.

Wechsel innerhalb desselben Betriebssystems

Wenn Sie innerhalb desselben Betriebssystems auf einen neuen Computer oder eine neue Version wechseln, ist die Datenübertragung meistens einfach. Sowohl Windows als auch macOS bieten eingebaute Funktionen, mit denen Sie Ihre Daten übertragen oder aus einem Backup wiederherstellen können.

Bei einem Mac können Sie beispielsweise Time Machine verwenden, um ein Backup Ihres alten Computers zu erstellen und die Daten anschließend auf dem neuen Mac wiederherzustellen. Auch Windows bietet integrierte Backup-Funktionen wie die Windows-Sicherung per Cloud und den Dateiversionsverlauf, mit denen Sie Ihre Daten sichern und wiederherstellen können.

Diese Funktionen sind allerdings vor allem dafür ausgelegt, innerhalb desselben Betriebssystems verwendet zu werden. Ein Time-Machine-Backup von einem Mac können Sie beispielsweise nicht ohne Weiteres auf einem Windows-Computer wiederherstellen.

Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen

Deutlich mehr müssen Sie daher beachten, wenn Sie von einem Betriebssystem auf ein anderes wechseln. Hier können nicht nur die Übertragungsmöglichkeiten eingeschränkt sein, sondern auch unterschiedliche Dateisysteme und Dateinamenskonventionen zu Problemen führen.

Für die Datenübertragung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche davon am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wie viele Daten Sie übertragen möchten und welche Geräte Ihnen zur Verfügung stehen.

Externes Laufwerk

Eine einfache Möglichkeit ist die Verwendung eines externen Laufwerks. Diese Methode benötigt keine Netzwerkverbindung und eignet sich besonders gut, wenn Sie viele Daten übertragen möchten und auch wenn Sie das neue Betriebssystem am selben Gerät betreiben möchten. Allerdings benötigen Sie dafür ein zusätzliches externes Laufwerk. Hierbei müssen Sie auch darauf achten, welches Dateisystem das Laufwerk verwendet. Verschiedene Betriebssysteme können unterschiedliche Dateisysteme erkennen und lesen bzw. beschreiben.

Unter macOS werden beispielsweise APFS und HFS+ (auch als macOS Extended bezeichnet) verwendet. Windows verwendet hauptsächlich NTFS. Ein Dateisystem, das sowohl von Windows als auch von macOS unterstützt wird, ist exFAT. Auch Linux kann unter anderem mit exFAT und NTFS umgehen. HFS+ und APFS können unter Linux teilweise ebenfalls verwendet werden, je nach Distribution jedoch nativ nur lesend oder nur mit zusätzlichen Paketen.

Für eine Datenübertragung zwischen verschiedenen Betriebssystemen bietet sich daher exFAT an. Allerdings sollten Sie beachten, dass bei exFAT bestimmte Metadaten (z.B. Zugriffsrechte), die von den Betriebssystemen verwendet werden, nicht immer vollständig übernommen werden. Außerdem verfügt exFAT im Gegensatz zu Dateisystemen wie APFS oder NTFS über keinen Journaling-Mechanismus. Dieser verhindert Inkonsistenzen im Dateisystem, die auftreten können, wenn ein Schreibvorgang nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Daher kann bei exFAT ein plötzlicher Stromausfall während einem Schreibvorgang oder das unerwartete Entfernen des Kabels zu einer Beschädigung des Dateisystems führen. Im schlimmsten Fall können dabei Daten verloren gehen. Achten Sie daher bei der Verwendung von exFAT auf diese Risiken und entfernen Sie das Laufwerk immer ordnungsgemäß.

Alternativ können Sie Drittanbieter-Software verwenden, um beispielsweise unter Windows auf APFS-Laufwerke oder unter macOS auf NTFS-Laufwerke zuzugreifen. Solche Programme sind allerdings meistens nicht kostenfrei verfügbar.

Übertragung über Cloud-Anbieter

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines Cloud-Speichers. Anbieter wie Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox oder iCloud ermöglichen es Ihnen, Daten vom alten Computer hochzuladen und anschließend auf dem neuen Gerät wieder herunterzuladen. Diese Methode ist besonders einfach und funktioniert unabhängig davon, welches Betriebssystem Sie verwenden. Sie benötigen allerdings einen Cloud-Anbieter mit ausreichend Speicherplatz sowie eine funktionierende Netzwerkverbindung und müssen bedenken, dass Dateiberechtigungen oder ähnliche Metadaten höchstwahrscheinlich nicht erhalten bleiben.

Außerdem sollten Sie beachten, dass bei manchen Anbietern ein Größenlimit für einzelne Dateien besteht. Bei sehr großen Dateien kann diese Methode daher möglicherweise nicht geeignet sein. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Übertragung je nach Internetverbindung längere Zeit dauern kann. Wenn Sie mehrere hundert Gigabyte oder sogar Terabyte an Daten übertragen möchten, kann ein externes Laufwerk daher deutlich schneller sein. Wie immer bei der Übertragung von Daten in die Cloud, sollten Sie auch Datenschutz-Aspekte beachten und keine sensiblen Daten in die Cloud hochladen bzw. erst nach ausreichender Verschlüsselung.

Direkte Kabelübertragung

Viele moderne Computer unterstützen außerdem eine direkte Datenübertragung zwischen zwei Geräten. Dafür können Sie je nach Gerät ein USB-zu-USB-Kabel oder ein Ethernet-Netzwerkkabel verwenden. Sofern die Geräte nicht direkt kompatibel sind, kann zur Übertragung auch spezielle Software für SCP- bzw. SFTP-Verbindungen eingesetzt werden. Die Vorteile dieser Methode sind die direkte Verbindung der beiden Geräte und die hohe Übertragungsrate. Allerdings eignet sich diese Variante nur wenn Sie auf ein neues Gerät umsteigen möchten. Außerdem kann die Einrichtung je nach verwendeter Software etwas technisches Know-how voraussetzen.

Lokale Funkübertragung

Eine weitere Möglichkeit ist die Übertragung über ein lokales Drahtlos-Netzwerk. Dafür können beispielsweise WLAN oder Bluetooth verwendet werden. Diese Methode benötigt keine zusätzliche Hardware, allerdings müssen sich die Computer dafür in der Nähe befinden und eine Verbindung zueinander herstellen können. Per WLAN und vor allem über Bluetooth kann die Übertragung größerer Datenmengen außerdem vergleichsweise langsam sein und eignet sich somit eher für kleinere Datenbestände. Eine instabile oder schwache Verbindung kann den Prozess zusätzlich erschweren und zu Unterbrechungen führen. Für große Datenmengen ist daher eine kabelgebundene Übertragung oder ein externes Laufwerk häufig die bessere Wahl.

Dateinamen und Pfade beachten

Beim Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen sollten Sie außerdem auf die Namen Ihrer Dateien und Ordner sowie auf die Länge der Dateipfade achten. Die verschiedenen Betriebssysteme haben hier unterschiedliche Regeln. Wenn Dateien diese Regeln nicht erfüllen, kann es bei der Übertragung zu Problemen kommen.

Windows

  • Die maximale Pfadlänge beträgt in der Regel 260 Zeichen. Längere Dateipfade können Probleme verursachen.
  • Folgende Zeichen sind in Datei- und Ordnernamen nicht erlaubt: \ / : * ? " < > |
  • Dateinamen berücksichtigen keine Groß-/Kleinschreibung.

MacOS

  • Die maximale Pfadlänge hängt vom verwendeten Dateisystem ab, ist jedoch großzügiger als bei Windows bemessen.
  • Das Zeichen „:“ ist in Datei- und Ordnernamen nicht erlaubt.
  • Dateinamen berücksichtigen keine Groß-/Kleinschreibung.

Linux

  • Die maximale Pfadlänge ist bei Linux kein Problem und beträgt in der Regel bis zu 4096 Zeichen.
  • Das Zeichen „/“ ist in Datei- und Ordnernamen nicht erlaubt.
  • Dateinamen berücksichtigen Groß-/Kleinschreibung.

Passen Sie Ihre Daten möglichst an die Konventionen des Zielsystems an, bevor Sie diese übertragen. So können Sie vermeiden, dass Dateien nicht übertragen werden können oder später nicht richtig funktionieren. Überprüfen Sie vor allem lange Datei- und Ordnerpfade sowie Sonderzeichen in Datei- und Ordnernamen.

Programme gesondert beachten

Bei einem Wechsel zwischen Betriebssystemen sollten Sie außerdem bedenken, dass nicht jede Datei automatisch auf dem neuen System verwendet werden kann. Dateien können zwar in vielen Fällen problemlos übertragen werden, die dazugehörigen Programme müssen jedoch insbesondere beim Wechsel des Betriebssystems ebenfalls für das neue Betriebssystem verfügbar sein und für dieses im entsprechenden Format installiert werden. Daher sollten zuvor auch programmspezifische Daten gesichert werden, beispielsweise das Profil (Lesezeichen, ggf. Konten, …) des verwendeten Browsers exportiert und gesichert werden.

Tipp

Löschen Sie die Daten erst vom alten Gerät, wenn Sie überprüft haben, dass alle Daten fehlerfrei und vollständig übertragen wurden. Vergleichen Sie dafür beispielsweise die Datei- bzw. Ordnergrößen und versuchen Sie, die Dateien auf dem neuen Betriebssystem zu öffnen.

Letzte Aktualisierung: 24. August 2026

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria