Benutzernamen bei WhatsApp: Was Sie wissen sollten
Künftig sehen WhatsApp-Kontakte statt der Telefonnummer nur noch einen Benutzernamen. Das stärkt die Privatsphäre, birgt aber besonders für Kinder und Jugendliche neue Risiken. Saferinternet.at gibt dazu einen Überblick.
Das ist bisher bekannt
Der beliebte Messenger WhatsApp hat angekündigt, dass Nutzer/innen ab sofort Benutzernamen registrieren können. Bisher waren Accounts immer an eine Telefonnummer gebunden, die den anderen Kontakten auch angezeigt wurde. Auch zukünftig wird zwingend eine Telefonnummer nötig sein, um einen WhatsApp-Account zu erstellen. Allerdings wird diese nicht mehr mit anderen Kontakten geteilt, sofern ein Benutzername eingetragen wurde.
Wann genau die Änderung in Kraft tritt, ist noch unklar. Wie so oft bei neuen Funktionen, macht Meta keine genauen Angaben zum Datum der Einführung und schreibt diesbezüglich, dass Benutzernamen in den „nächsten Monaten schrittweise eingeführt“ werden.
Nutzer/innen können sich bereits jetzt ihren Benutzernamen reservieren. Gehen Sie dazu in die WhatsApp-Einstellungen, klicken Sie dort auf „Konto“ und dann auf „Benutzername“.
Was ändert sich mit einem Benutzernamen?
Bisher war die Telefonnummer die zentrale Voraussetzung, um mit jemandem über WhatsApp in Kontakt zu treten. Künftig können Nutzer/innen stattdessen einen Benutzernamen verwenden. Der Vorteil: Wer diese Funktion aktiviert, muss seine Telefonnummer bei einer ersten Kontaktaufnahme nicht mehr preisgeben. WhatsApp-Konten bleiben jedoch weiterhin an eine Telefonnummer gebunden.
Die neue Funktion kann für Kinder und Jugendliche sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Einerseits müssen sie ihre Telefonnummer künftig weniger häufig mit fremden Personen teilen. Gleichzeitig kann ein leicht auffindbarer Benutzername neue Kontaktmöglichkeiten schaffen.
Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Wahl eines sicheren Benutzernamens
Wählen Sie den Benutzernamen gemeinsam mit Ihrem Kind aus. Achten Sie dabei auf folgende Sicherheitsaspekte:
- Pseudonym statt Klarnamen:
Verwenden Sie nicht den echten Namen, sondern ein neutrales Pseudonym, das keine Rückschlüsse auf die Identität Ihres Kindes zulässt. - Für jeden Dienst einen eigenen Benutzernamen:
Wird derselbe Benutzername auf verschiedenen Plattformen verwendet, können Profile leichter miteinander verknüpft werden. Nutzt Ihr Kind beispielsweise bei Instagram und WhatsApp denselben Namen, könnten andere Personen das öffentliche Profil finden und die dort veröffentlichten Informationen zuordnen. Verwenden Sie deshalb für jeden Dienst einen anderen Benutzernamen. - Keine persönlichen Angaben:
Der Benutzername sollte weder das Geburtsjahr oder Alter noch Hinweise auf den Wohnort, die Schule oder andere persönliche Informationen enthalten. - Keine beleidigenden oder diskriminierenden Begriffe:
Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass der Benutzername keine Schimpfwörter, Beleidigungen oder diskriminierenden Aussagen enthalten darf. Er muss den Gemeinschaftsstandards von WhatsApp entsprechen.
Folgenden Informationen gibt WhatsApp zu den Benutzernamen
- Sie sind zwischen drei und 35 Zeichen lang.
- Sie können jederzeit geändert oder gelöscht werden.
- Sie sind nicht über ein öffentliches Verzeichnis auffindbar.
- Eine Kontaktaufnahme ist nur möglich, wenn andere den exakten Benutzernamen kennen.
- Zusätzlich lässt sich ein vierstelliger Code aktivieren, der für die erste Kontaktaufnahme benötigt wird.
Zusätzlicher Schutz: Benutzernamenschlüssel
Neben dem Benutzernamen sollen außerdem sogenannte Benutzernamenschlüssel eingeführt werden. Das ist ein vierstelliger Code, der eine weitere Hürde schafft, damit Fremde Ihr Kind nicht kontaktieren können. Ist diese Sicherheitsfunktion aktiviert, können nur Personen, die den exakten Benutzernamen Ihres Kindes und den vierstelligen Benutzernamenschlüssel kennen, Ihrem Kind eine Nachricht senden.
Sprechen Sie regelmäßig über WhatsApp
Tauschen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Kind über WhatsApp und andere genutzte Apps aus. Die Einführung von Benutzernamen bietet einen guten Anlass, über Privatsphäre, Sicherheit und den Umgang mit unbekannten Kontakten zu sprechen. In unserem Ratgeber „Was ist WhatsApp?“ finden Sie weitere Informationen und praktische Tipps, die Sie gemeinsam durchgehen können.
Dieser Artikel wurde ursprünglich von klicksafe erstellt und für Saferinternet.at adaptiert.
Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)