Backup-Medium wählen: Den richtigen Datenträger und Anbieter finden
Bei der Erstellung eines Backups kommt es nicht nur darauf an, regelmäßig Sicherungen anzulegen. Auch die Wahl des richtigen Datenträgers oder Cloud-Anbieters ist entscheidend. Von externen HDDs und SSDs bis hin zu Cloud-Backups: Darauf sollten Sie bei Speicherplatz, Geschwindigkeit, Sicherheit und Datenschutz achten.
Wenn Sie ein Backup Ihrer Daten erstellen möchten, stellt sich zunächst die Frage, welches Medium bzw. welcher Anbieter dafür am besten geeignet ist. Je nachdem, welche Daten Sie sichern möchten und wie regelmäßig das Backup erstellt werden soll, können unterschiedliche Möglichkeiten sinnvoll sein.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten Sie für Backups haben und worauf Sie bei der Auswahl des richtigen Datenträgers oder Cloud-Anbieters achten sollten. So können Sie Ihre Daten zuverlässig sichern und das Risiko eines Datenverlusts verringern.
Mehr Informationen zu den häufigsten Ursachen von Datenverlust und den Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Daten schützen können, finden Sie auch in unserem Beitrag „Datenverlust vermeiden: Mit diesen Maßnahmen sichern Sie Daten“.
Das richtige Medium für Backups wählen
Für Backups gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können Ihre Daten beispielsweise auf einem externen Datenträger speichern, einen Cloud-Anbieter verwenden oder ein Backup auf einem anderen internen Laufwerk erstellen. Jede dieser Möglichkeiten hat unterschiedliche Vor- und Nachteile.
- Bei einem externen Datenträger haben Sie beispielsweise die vollständige Kontrolle über Ihre Daten und benötigen keine Internetverbindung für die Sicherung. Allerdings kann der Datenträger selbst ausfallen oder beschädigt werden.
- Bei einem Cloud-Anbieter werden Ihre Daten auf den Servern des Anbieters gespeichert. Dadurch sind sie beispielsweise auch dann noch verfügbar, wenn Ihr Computer beschädigt wird. Allerdings benötigen Sie für die Sicherung und Wiederherstellung eine Netzwerkverbindung und müssen dem Anbieter Ihre Daten anvertrauen. Die Übertragung der Daten ist dabei auch langsamer als bei einem externen Datenträger.
- Auch ein zusätzliches Laufwerk im Computer kann für Backups verwendet werden. Allerdings schützen solche internen Backups nicht immer ausreichend vor Datenverlust, insbesondere nicht vor Ransomware. Wenn beispielsweise die Hardware des Computers beschädigt wird, können auch die darauf gespeicherten Backups betroffen sein. Daher sind solche Backups nur in Kombination mit anderen Backup-Varianten sinnvoll und helfen so beispielsweise gegen Ausfall des primären Laufwerks oder versehentlichem Löschen von Daten.
Wenn Sie Ihre Daten möglichst zuverlässig sichern möchten, sollten Sie daher nicht nur auf ein einzelnes Medium setzen. Ein zusätzliches Backup auf einem weiteren Medium kann Sie beispielsweise vor einem Hardwareausfall oder anderen Problemen schützen.
Den richtigen Datenträger wählen
Wenn Sie sich für ein Backup auf einem externen beziehungsweise internen Datenträger entscheiden, müssen Sie anschließend den passenden Datenträger auswählen. Dabei sollten Sie verschiedene Eigenschaften berücksichtigen.
SSD oder HDD
Zunächst stellt sich die Frage, ob Sie eine SSD oder eine HDD verwenden möchten. SSDs sind in der Regel deutlich schneller und unempfindlicher gegenüber Erschütterungen. HDDs bieten dagegen häufig mehr Speicherplatz zu einem niedrigeren Preis. Für regelmäßige Backups kann eine HDD daher eine kostengünstige Möglichkeit sein, wenn Sie große Datenmengen sichern möchten. Eine SSD kann sich dagegen anbieten, wenn die Geschwindigkeit der Sicherung oder Wiederherstellung besonders wichtig ist.
Ausreichend Speicherplatz
Achten Sie bei der Auswahl des Datenträgers darauf, dass ausreichend Speicherplatz für Ihre Backups zur Verfügung steht. Wählen Sie die Kapazität nicht zu knapp. Wenn Sie beispielsweise 400 GB an Daten sichern möchten, sollten Sie keinen Datenträger mit 512 GB Speicherplatz wählen, sondern besser ein Modell mit 1 TB oder mehr. So bleibt auch noch ausreichend Platz für weitere Daten und zusätzliche Backups. Außerdem sollten Sie bedenken, dass ein Backup je nach verwendeter Software mehrere Versionen Ihrer Dateien speichern kann. Dadurch kann der benötigte Speicherplatz mit der Zeit deutlich größer werden. Planen Sie daher möglichst zusätzlichen Speicherplatz ein. Wenn Sie beispielsweise regelmäßig neue Fotos, Videos oder andere große Dateien speichern, sollten Sie auch deren zukünftigen Speicherbedarf berücksichtigen.
Übertragungsgeschwindigkeit
Auch die Übertragungsgeschwindigkeit des Datenträgers kann eine wichtige Rolle spielen. Je schneller Daten gelesen und geschrieben werden können, desto schneller kann ein Backup erstellt oder wiederhergestellt werden. Dabei sollten Sie nicht nur auf die Geschwindigkeit des Datenträgers achten. Auch die verwendete Schnittstelle und der Computer müssen die entsprechende Geschwindigkeit unterstützen.
Formatierung und Kompatibilität
Vor der Verwendung sollten Sie außerdem darauf achten, welches Dateisystem der Datenträger verwendet und ob dieses mit Ihren Geräten kompatibel ist. Wenn Sie den Datenträger beispielsweise mit verschiedenen Betriebssystemen verwenden möchten, sollten Sie ein Dateisystem wählen, das von allen verwendeten Systemen unterstützt wird. Die meisten externen Datenträger können bei Bedarf auch neu formatiert werden. Beachten Sie allerdings, dass beim Formatieren alle auf dem Datenträger gespeicherten Daten gelöscht werden.
Weitere Informationen zur betriebssystemübergreifenden Datenübertragung finden Sie auch in unserem Beitrag „Betriebssystem wechseln: So gelingt die sichere Datenübertragung“.
Hersteller und Preis
Achten Sie bei der Auswahl außerdem auf einen vertrauenswürdigen Hersteller. Ein besonders günstiger Datenträger ist nicht automatisch die beste Wahl, insbesondere wenn Sie darauf wichtige Backups speichern möchten. Hierbei ist die Langlebigkeit des Datenträgers ein wichtiges Kriterium. Vergleichen Sie daher die Preise verschiedener Modelle und achten Sie gleichzeitig auf die technischen Eigenschaften und die Qualität des Datenträgers.
Wenn Sie den Datenträger regelmäßig transportieren möchten, kann außerdem ein robustes Gehäuse sinnvoll sein. So kann der Datenträger besser vor Erschütterungen oder anderen Beschädigungen geschützt werden. Auch die Garantie sollten Sie bei der Auswahl beachten. Informieren Sie sich darüber, wie lange der Hersteller Garantie auf den Datenträger gibt und bei welchem Händler Sie ihn kaufen.
Den richtigen Cloud-Anbieter wählen
Wenn Sie Ihre Backups in der Cloud speichern möchten, sollten Sie zunächst darauf achten, welche Art von Dienst der Anbieter anbietet. Dabei ist insbesondere der Unterschied zwischen einer einfachen Dateisynchronisierung und einem echten Backup wichtig.
Dateisynchronisierung oder Backup
Bei einer Live-Synchronisierung werden Dateien automatisch zwischen Ihren Geräten und dem Cloud-Speicher synchronisiert. Wenn Sie eine Datei lokal löschen, wird diese Änderung je nach Anbieter ebenfalls in der Cloud übernommen. Solche Angebote sind sinnvoll, wenn Sie auf mehreren Geräten auf die gleichen Dateien zugreifen möchten. Sie schützen allerdings nicht vor Datenverlust durch ein versehentliches Löschen, da sie meist keine Versionierung unterstützen.
Ein echtes Backup speichert dagegen regelmäßig Sicherungen Ihrer Daten und kann dabei auch historische Versionen behalten. Wird beispielsweise eine Datei auf Ihrem Computer gelöscht, kann die Datei weiterhin in einer früheren Version des Backups vorhanden sein. Backups mit historischen Versionen können daher einen zusätzlichen Schutz vor versehentlichem Löschen oder anderen Änderungen an Ihren Dateien bieten.
Informieren Sie sich bei einem Cloud-Anbieter daher genau darüber, ob es sich um eine Dateisynchronisierung oder um einen Backup-Dienst handelt und wie lange ältere Versionen Ihrer Dateien gespeichert werden.
Preise und Speicherplatz
Auch beim Cloud-Anbieter müssen Sie darauf achten, wie viel Speicherplatz Sie für Ihr Backup benötigen. Entscheiden Sie sich nicht für einen Tarif, der bereits zu Beginn kaum ausreichend Speicherplatz bietet. Vergleichen Sie außerdem die Preise verschiedener Anbieter. Je nach Anbieter können unterschiedliche Preismodelle verwendet werden. Pauschalpreise für unbegrenzten Speicherplatz können beispielsweise für einen einzelnen Computer sinnvoll sein, wenn Sie regelmäßig große Datenmengen sichern möchten. Preise pro Gigabyte können dagegen besser geeignet sein, wenn Sie beispielsweise Smartphones oder mehrere Geräte sichern möchten.
Datenschutz und Sicherheit
Vergessen Sie bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters außerdem nicht den Datenschutz und die Sicherheit Ihrer Backups. Ihre Backups können persönliche oder vertrauliche Daten enthalten und sollten daher entsprechend geschützt werden. Achten Sie beispielsweise auf Anbieter, die Zero-Knowledge-Verschlüsselung oder eine clientseitige Verschlüsselung anbieten. Dadurch soll verhindert werden, dass der Anbieter selbst auf Ihre privaten Dateien zugreifen kann. Informieren Sie sich außerdem darüber, welche Verschlüsselungsverfahren und welche Verschlüsselungsstandards verwendet werden.
Wenn Sie besonders sensible Daten sichern möchten, können Sie Ihre Daten auch bereits vor dem Hochladen verschlüsseln. So werden die Dateien verschlüsselt auf den Server des Anbieters übertragen und gespeichert. Bei manchen Backup-Programmen kann die Verschlüsselung automatisch während der Sicherung durchgeführt werden. Dadurch müssen Sie die Dateien nicht vor jedem Backup manuell verschlüsseln.
Geschwindigkeit und erste Sicherung
Auch die Geschwindigkeit der Datenübertragung sollten Sie bei einem Cloud-Backup berücksichtigen. Die Übertragung großer Datenmengen kann abhängig von Ihrer Internetverbindung sehr lange dauern. Vor allem die erste Übertragung kann viel Zeit in Anspruch nehmen, da dabei möglicherweise mehrere hundert Gigabyte oder sogar Terabyte an Daten hochgeladen werden müssen.
Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria