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19.08.2020 Jugendliche brauchen mehr Schutz bei sexueller Belästigung im Netz

Bild zeigt junge Frau, die ein Schild mit der Aufschrift #metoo in die Kamera hält. Fast 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind von sexueller Gewalt im Internet betroffen. Bild: Unsplash

Kinder und Jugendliche stoßen im Umgang mit sexueller Gewalt im Internet immer wieder auf Hürden und Unverständnis. Das belegt eine aktuelle Analyse der Beratungsprotokolle von Rat auf Draht.

Sexuelle Gewalt im Internet ist ein großes Thema

Bereits 2018 hat eine von SOS-Kinderdorf beauftragte Studie gezeigt, dass fast 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von sexueller Gewalt im Internet betroffen sind. Im Rahmen des EU-Projekts #besafeonline wurden nun 600 anonyme Protokolle der Beratungsstelle Rat auf Draht ausgewertet, um die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche im digitalen Alltag besser zu verstehen und sinnvolle Maßnahmen abzuleiten.

Zur Presseaussendung

Mehr Schutz für Jugendliche bei sexueller Belästigung im Netz (PDF)

Sexuelle Gewalt sieht nicht immer gleich aus

Es gibt viele verschiedene Formen sexueller Belästigung im Internet wie z. B.  anzügliche Fragen, Links zu Pornoseiten oder auch sexuelle Beschimpfungen. Auch das Thema Nacktfotos ist wichtig. Hierbei kommt es häufig zu einer TäterInnen-Opfer-Umkehr, indem den Opfern anstatt den TäterInnen die Schuld zugeschrieben wird. Der einvernehmliche Austausch von intimen Fotos ist aber vom Gesetz klar erlaubt. Jugendliche haben ein Recht auf selbstbestimmte Sexualität. Nicht erlaubt ist es, Nacktfotos anderer weiterzugeben oder zu veröffentlichen.

Jugendliche stoßen auf immer gleiche Hürden

Ein weiteres Ergebnis der Auswertung der Beratungsprotokolle ist: Immer wieder sind es die gleichen Hürden, auf die Kinder und Jugendliche stoßen, die mit sexueller Belästigung im Netz konfrontiert werden. Dabei handelt es sich sowohl um Probleme technischer Natur, wie z. B. Fake-Kontos, von denen die Belästigung ausgeht, löschen zu lassen, als auch rechtlicher und sozialer Natur. Vor allem Gruppendruck und Schamgefühl spielen eine wichtige Rolle. Oft suchen Jugendliche erst viel zu spät Hilfe.

Wie schütze ich mein Kind?

Der beste Schutz für Kinder und Jugendliche sind offene Gespräche. Eltern sollten die rechtliche Situation erklären, anstatt aus Sorge Verbote und Bewertungen auszusprechen.

Laden Sie sich hier konkrete Tipps für Eltern und Bezugspersonen herunter (PDF).


Über das Projekt

Das EU-Projekt #besafeonline setzt sich für die Schaffung eines kinderfreundlichen digitalen Raums ein. Kinder und Jugendliche sollen befähigt und unterstützt werden, sich selbst und Gleichaltrige vor Online-Belästigung und sexueller Gewalt zu schützen und darauf zu reagieren. Das Projekt wird umgesetzt von SOS-Kinderdorf, Rat auf Draht und dem Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation / Saferinternet.at.

Datum der Veröffentlichung: 19.08.2020

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)