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06.07.2020 Vorschussbetrug: Täter werden immer kreativer

Symbolbild

Betrüger versprechen eine hohe Geldsumme. Doch für die Abwicklung einer Überweisung soll das Opfer vorab anfallende Kosten begleichen. Der versprochene Gewinn wird aber nie ausbezahlt.

Beim Vorschussbetrug wenden sich Cyberkriminelle per E-Mail an potenzielle Opfer und geben an, dass man einen hohen Geldbetrag erhält. Die einzige Bedingung wäre, dass man im Vorhinein Kosten für anfallende Spesen, Zertifikate oder für die Überweisungsabwicklung bezahlen muss. Die Betrüger erfinden dann immer wieder neue Ausreden, um weiterhin Geldbeträge einfordern zu können, ohne dass das versprochene Geld jemals an die gutgläubigen Opfer ausbezahlt wird.

Die kreativen Tricks der Betrüger

Um Menschen zu täuschen, lasse sich die Betrüger einiges einfallen. So werden beispielsweise Websites gefälscht, Bank- und Finanzberater erfunden oder Zertifikate und Verträge gefälscht. Der Erstkontakt wird meistens über eine E-Mail hergestellt. In dieser Nachricht wird man darüber informiert, dass man zum Beispiel Geld gewonnen hat, eine Spende einer Hilfsorganisation erhält, eine Auszahlung aus einer Erbschaft erhält oder eine wohlhabende Person wahllos Geld verschenkt. Glaubt man den Kriminellen und geht auf das vermeintliche Angebot ein, erfolgt die Kommunikation über falsche Anwälte/Anwältinnen oder falsche Bank- und Finanzberater/innen, die angeblich die Überweisung durchführen. Die Kriminellen sind sehr darauf bedacht, möglichst professionell und kompetent zu wirken, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und diese zu einer Vorabüberweisung zu bewegen.

Nebenher werden auch persönlich Daten der Opfer abgefragt. Diese Daten können Kriminelle für weitere Betrugsmaschen verwenden.

Vorabüberweisungen als Aufwandsentschädigung

Den Internetopfern wird erläutert, dass die Auszahlung der Geldsumme mit einigen Aufwandskosten verbunden sei. Diese müssen vorab beglichen werden. Als Bespiel wird die Ausstellung eines Zertifikates genannt, um nicht gegen das amerikanische Recht zu verstoßen. Das gefälschte Zertifikat inklusive Rechnung wird dann an die Opfer übermittelt, der versprochene Geldsegen bleibt allerdings aus. Erkennt man den Betrug und bricht die Kommunikation zu den Betrügern ab, wird man weiterhin belästigt und zu Zahlungen gedrängt. Die Belästigungen und Bedrohungen sollte man ignorieren und versuchen, die Kontaktperson auf den jeweiligen Kanälen zu sperren.

Wie kann man sich schützen?

  • Bei unerwarteten Gewinnversprechen, Spenden oder Erbschaftszahlungen von fremden Personen, sollte man grundsätzlich misstrauisch sein.
  • Auf betrügerische E-Mail Nachrichten sollte man nicht antworten, weil dadurch die E-Mail-Adresse als aktiv bestätigt wird.
  • Um zu überprüfen, ob die Betrugsmasche bereits im Internet bekannt ist, kann man die E-Mail-Adresse des Absenders mit dem Zusatz „Scam“ in eine Suchmaschine eingeben.
  • Fremde Personen sollte man weder wahllos Geld überweisen, noch persönliche Daten oder Ausweiskopien übermitteln.
  • Von Drohungen der Kriminellen sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. Auch nicht, wenn mit vermeintlichen Anwalts- oder Inkassobüros gedroht wird.
  • Mitgesendete Telefonnummern sollte man nicht wählen, hierbei kann es sich um gebührenpflichtige Mehrwertnummern handeln.

Wie geht man vor, wenn man bereits geantwortet hat?

  • Jegliche Beweise (E-Mails, Chatverlauf, Screenshots von Profilen) sollten gespeichert werden.
  • Man sollte eine Anzeige bei der Polizei aufgeben. Sind Betrüger im Besitz von persönlichen Daten, könnten diese für weitere Verbrechen oder Betrugsmaschen verwendet werden. 
  • Man kann seinen eigenen Namen auch in Suchmaschinen eingeben, um zu überprüfen, ob Betrüger diesen bereits für illegale Machenschaften verwenden.
  • Der weitere Kontakt zu den Betrügern sollte sofort abgebrochen werden und die Kontaktkanäle für diesen Absender sollten gesperrt werden.
  • Man kann versuchen, bereits geleistete Zahlungen über Bank- oder Kreditinstitute zurückzufordern.

Ausweiskopien und persönliche Daten

Personenbezogene Daten, Ausweiskopien und Bank- und Kreditkartendaten sollten immer geschützt und nicht fahrlässig verbreitet werden. Wenn möglich, sollten Ausweiskopien nicht online versendet werden. Gibt es jedoch keine andere Möglichkeit, dann kann man die Kopie mit einem Wasserzeichen und dem Verwendungszweck versehen.

Weitere Informationen

Datum der Veröffentlichung: 07.07.2020

Für den Inhalt verantwortlich:
  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria