Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrung auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Erfahren Sie mehr

17.06.2020 Internetbetrug: Blind vor Liebe

Symbolbild

Digitale Heiratsschwindler locken verliebten Opfern das Geld aus der Tasche. Das Bundeskriminalamt warnt vor Romance- oder Love-Scam im Internet und gibt wertvoll Tipps, um sich zu schützen.

Unter einer enttäuschten Liebesbeziehung leidet nicht nur das Herz, sondern oft auch das Bankkonto, wenn man auf die Betrugsmasche von Liebes- oder Heiratsschwindlern hereinfällt. Österreicherinnen und Österreicher suchen ihre große Liebe vermehrt über soziale Medien oder Online-Partnervermittlungsplattformen. Cyberkriminelle nutzen die Anonymität des Internets aus, um den Opfern zuerst eine Liebesbeziehung vorzuspielen und danach um Überweisungen von Geldbeträgen zu bitten.

Romance- oder Love-Scam ist eine Methode des Internetbetrugs und kann Frauen sowie Männer in gleicher Weise treffen. Die Betrüger bauen über Wochen oder Monate eine falsche Liebesbeziehung zu der betroffenen Person auf und versprechen dieser das ganz große Glück und immerwährende Liebe. Durch die raffinierte Kommunikation zum Opfer soll Vertrauen und eine emotionale Abhängigkeit geschaffen werden, damit die Betrüger ihre Forderungen durchsetzen können. Die Kriminellen geben vor, dass sie im Ausland wohnen oder arbeiten und deswegen nur eine digitale Kommunikation möglich ist. Um die vorgetäuschte Beziehung zu verstärken, tauschen die Täter Fotos oder Videos mit dem Opfer aus und über Telefonanrufe und SMS-Nachrichten wird, trotz der Entfernung, ein Naheverhältnis aufrechterhalten. Das Opfer soll durch diesen Vorgang soweit manipuliert werden, dass alle Zweifel und Widerspruche aus dem Weg geräumt werden, wenn es zu Geldforderungen kommt. Die Kriminellen wollen in späterer Folge ihre „wahre Liebe“ persönlich kennenlernen, für ein Treffen in der Realität fallen aber Kosten an. Dafür bitten die Betrüger um finanzielle Hilfe, immerhin müssen die Kosten für Visum, Pass und die Reise abgedeckt werden. Danach werden Ausreden oder Probleme erfunden, warum es dennoch zu keinem Treffen kommen kann. Um an die Ersparnisse der Opfer zu gelangen, werden auch andere Notsituationen, wie z.B. Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit vorgeschwindelt.

Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass in den letzten Monaten während Covid-19, Cyberkriminelle vermehrt den Kontakt zu potentiellen Opfern aufgebaut haben. Des Weiteren kann davon ausgegangen werden, dass, auf Grund der Aufhebung der Reisebeschränkungen, die Kriminellen auf ein Treffen drängen, um eine finanzielle Not glaubhaft zu machen.

So kann man sich gegen Romance- oder Love-Scam schützen

  • Dass man seine große Liebe im Internet findet, ist natürlich möglich. Bittet diese Person aber um eine Geldüberweisung, sollte man besser vorsichtig und misstrauisch sein.
  • Man sollte einer Internetbekanntschaft kein Geld überweisen, auch wenn der vorgegebene Notfall als noch so dringend erscheint.
  • Auf Datenschutz sollte besonders geachtet werden. Außerdem sollte man bei der Herausgabe von Details vorsichtig sein.
  • Die Einstellungen der Privatsphäre auf Onlineplattformen und Social Media-Plattformen sollte überprüft werden.
  • Bei unaufgeforderten Zuschriften von fremden Personen aus dem Internet sollte man skeptisch sein, da es sich um Massenaussendungen handeln könnte.
  • Wenn die Internetbekanntschaft vorgibt, ähnliche Interessen und Hobbies zu haben, sollte man hinterfragen, ob dies nicht eine Täuschung sein könnte. Es könnte auch ein Betrüger dahinterstecken, der Ihr Onlineprofil ausspioniert hat.
  • Das Versenden von Fotos und Videos an die Internetbekanntschaft sollte vermieden werden. Falls dies bereits geschehen ist, und private Fotos oder Videos veröffentlicht wurden, kann man sich bezüglich einer Löschung an den Internet Ombudsmann wenden.
  • Die Webcam kann, solange man seinem Gegenüber nicht vertraut, abgedeckt werden. Alles, was man vor der Webcam macht, kann vom Gegenüber aufgezeichnet werden.
  • Das Reden mit einer Vertrauensperson kann helfen, einen anderen Blickwinkel auf die Beziehung zur Internetbekanntschaft zu bekommen.
  • Man sollte vorsichtig sein, wenn die Internetbekanntschaft versucht (emotionalen) Druck auszuüben, um Forderung durchzusetzen.
  • Hat man bereits Geld an die vermeintlichen Kriminellen überwiesen, sollte man versuchen, über die Bank oder das Kreditkarteninstitut eine Rückbuchung zu veranlassen.
  • Falls man den Eindruck hat, dass man in eine Betrugsmasche geraten ist, sollte man Chatverläufe, E-Mails und sonstige Nachrichten für Beweiszwecke speichern. 
  • Falls man sicher ist, dass man auf Betrüger hereingefallen ist, sollte man eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben. Internetbetrüger sind mittlerweile sehr kreativ und manipulativ, man muss sich daher nicht schämen, falls man in die Falle getappt ist. Außerdem hilft es, wenn man Beweise wie Chatverläufe und Zahlungsunterlagen zur Polizei mitnimmt.

Weitere Informationen findet man auf der Homepage der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes oder unter der Telefonnummer 059 133-0 und auf jeder Polizeiinspektion. Für das Löschen von Fotos oder Videos kann der Internet-Ombudsmann kontaktiert werden.

Weitere Informationen

Datum der Veröffentlichung: 19.06.2020

Für den Inhalt verantwortlich:
  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria