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05.05.2020 Bildschirmzeiten beim Homeschooling

Bild zeigt Person, die Smartphone in der Hand hält und parallel einen Laptop nutzt. Jetzt heißt es aufpassen, dass man die SchülerInnen nicht mit zu vielen Tools überfordert. Bild: Pixabay

Das Homeschooling geht nun schon einige Wochen. Vieles wurde ausprobiert, anderes hat sich bereits eingespielt. Das motiviert Lehrende, nun noch mehr auszuprobieren.

Vorteile des E-Learnings

Für jugendliche Nachteulen hat diese Homeschooling-Phase einen wirklichen Vorteil: Sie können zu den Zeiten arbeiten, wo sie produktiv sind. Also, am Vormittag schlafen und in den Abendstunden die Aufgaben machen. Und genau diese zeitliche Verschiebung zu den eigenen produktiven Zeiten ist einer der größten Vorteile des E-Learnings.

„Diese Form des Lernens ist echt anstrengend“, meinte neulich eine 16-jährige Schülerin auf die Frage, wie ihr das Lernen so gefällt. „Ich muss alles selbst machen. In der Schule kann man wenigstens manchmal ein bisschen abschalten, wenn man den Lehrenden zuhört.“ Auch dieses selbst aktiv Arbeiten müssen kann ein Vorteil des Homeschoolings sein. Doch für schwächere SchülerInnen ist das durchaus ein Nachteil. Dem müsste man mit Einzel-Coachings entgegenwirken – und das ist für viele Eltern einfach nicht möglich. 

Zu viel Zeit am Bildschirm

Während Lehrende und Eltern für gewöhnlich immer wieder darauf hinweisen, dass Kinder zu viel online sind, scheint dies jetzt oft zweitrangig zu sein.

Die SchülerInnen werden mit vielfältigen Arbeiten betraut, die meist dasselbe für sie bedeuten: Zeit am Laptop oder Tablet. Sie sollen Aufsätze schreiben, Dokumentationen anschauen, an Video-Konferenzen teilnehmen und vieles mehr. Schließlich führt das dazu, dass Kinder und Jugendliche meist deutlich mehr Zeit an digitalen Geräten verbringen, als sie das sonst freiwillig tun würden.
So berichtet ein Schüler, den man sonst vielleicht leichtfertig als computerspielsüchtig bezeichnet hätte, dass er in den letzten Tagen viel mehr am Computer gesessen hat als sogar in den Ferien, wo er besonders viel online zockt. Die vielen Pausen, die er sonst vom Bildschirm hatte, fallen durch die zahlreichen Anforderungen weg.

Den Überblick über die Bildschirmzeit bewahren

Der Umfang der Aufgaben, die von SchülerInnen in Heimarbeit verlangt werden, ist manchmal enorm. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat ihre bzw. seine eigenen Anforderungen an die SchülerInnen. Da scheint es schwierig, den Überblick über die gesamte Bildschirmzeit der SchülerInnen zu bewahren.

Doch wenn die Aufgaben über eine Lernplattform mit den SchülerInnen geteilt werden, ist es eigentlich einfach. Mit den richtigen Einstellungen können alle Lehrpersonen sehen, wieviel Zeit bereits von den Kindern am Bildschirm gefordert wird und gegebenenfalls alternative Angebote machen. Es kann auch eine gute Lösung sein, die KlassenvorständInnen damit zu beauftragen, die Aufgaben in überschaubare Tagesrationen zu unterteilen. So kann man vor allem bei jüngeren SchülerInnen auf ein ausgewogenes Verhältnis von Bildschirm- bzw. Nicht-Bildschirmzeit achten.

Achten Sie auf folgende Formel

Die Kinder sollten auf keinen Fall mehr Zeit vor einem Bildschirm verbringen müssen als sie sonst in der Schule wären. In diese Zeit müssen auch alle Hausaufgaben und Live-Meetings reingerechnet werden.

Tipp für Pausen

Regen Sie die SchülerInnen zu einem regelmäßigen Ausgleich, wie z. B. Augengymnastik an.

Rahmenbedingungen der SchülerInnen beachten

  • Laptop – Smartphone:
    Nicht alle SchülerInnen haben eigene Laptops an denen sie online arbeiten können. Dies trifft nicht nur auf SchülerInnen von sog. "Brennpunktschulen" zu, auch anderswo ist die Situation ähnlich. Daher nutzen viele SchülerInnen ihre Smartphones, um Schulaufgaben zu erledigen. Doch viele der Online-Übungen sind nicht dafür ausgelegt – sie brauchen einen größeren Bildschirm oder Plugins, die auf manchen Smartphones nicht funktionieren (z. B. Flash auf iPhones).
  • Online-Meetings:
    Zunehmend beliebt werden Live-Online-Meetings. Um an diesen teilnehmen zu können, braucht es aber eine ausreichende Bandbreite bei der Internet-Verbindung. Auch das ist etwas, das nicht allen Kindern immer zur Verfügung steht (z. B. weil sie am Land in entlegenen Gegenden leben, keinen entsprechenden Vertrag haben oder die ganze Familie gleichzeitig im Internet arbeitet).
  • Drucker:
    Immer wieder kommt es vor, dass Aufgaben ausgedruckt, analog ausgefüllt und dann wieder als Foto auf die Lernplattform geladen werden müssen. Das Problem daran: Nicht in allen Haushalten gibt es Drucker oder ausreichend Druckerzubehör. Viele Schulen bieten daher an, dass man die Blätter direkt in der Schule abholen kann. Doch nicht für alle Kinder sind die Schulen gleich gut erreichbar, da sie beispielsweise auf den Schulbus und somit wieder auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen sind.
  • .doc oder .txt:
    Achten Sie bei der Bereitstellung Ihrer Aufgaben darauf, dass nicht alle Kinder Microsoft Programme zur Verfügung haben. Solange an Ihrer Schule nicht ein entsprechendes Angebot gemacht wurde, stellen Sie Arbeitsaufträge als pdf zur Verfügung, wenn Sie Grafiken etc. nutzen. Bei Texten können Sie das Dokument als .txt abspeichern.

Kreativität, aber nicht zu viel!

Nutzen Sie Online-Tools, haben Sie Mut, Neues auszuprobieren, aber vergessen Sie dabei nicht, sich Feedback von Ihren SchülerInnen einzuholen. Schließlich ist diese Zeit nicht nur für Sie ungewohnt. Fragen Sie doch einfach nach, wie sich Ihre SchülerInnen mit der neuen Situation fühlen! Vielleicht haben diese hilfreiches Feedback oder neue Ideen.

Datum der Veröffentlichung: 05.05.2020

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)