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16.12.2019 Ein Handy unterm Weihnachtsbaum!

Bild zeigt verpackte Weihnachtsgeschenke unter einerm Christbaum. Ein eigenes Handy für unsere Jüngsten kann viele Vorteile haben – auch für uns Eltern. Bild: Eugene Zhyvchik/Unsplash

Die Überraschung ist perfekt – endlich gibt’s zu Weihnachten das lang ersehnte erste eigene Handy. Wie Sie Ihr Kind dabei am besten begleiten, erfahren Sie hier.

Gehört ein Handy unter den Weihnachtsbaum?

Keine Frage: Das erste eigene Handy ist ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Wann genau es Zeit für das erste eigene Handy ist, lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten. Grundsätzlich ist es aber durchaus zu empfehlen, so ein großes Geschenk zu einem besonderen Anlass zu überreichen – warum also nicht an Weihnachten.

Entscheidungshilfen, ab wann es wirklich ein eigenes Handy braucht, finden Sie hier. Oft erledigt sich der dringliche Wunsch nach einem eigenen Handy nämlich auch von selbst – dann, wenn Eltern alternative Möglichkeiten zum Spielen, Fotografieren oder Musik hören anbieten.

Schenken allein reicht nicht

Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Handynutzung und begleiten Sie es nicht nur bei seinen ersten Erkundungstouren. Bleiben Sie mit ihm im Gespräch und zeigen Sie Interesse an seinen Aktivitäten.

Vereinbaren Sie vorab mit Ihrem Kind Regeln für die Handynutzung!

Wer zahlt die Handyrechnung? Wer kommt für die Kosten von Apps und In-App-Käufen auf? Muss Ihr Kind beim Herunterladen von Apps um Erlaubnis fragen? Welche Inhalte dürfen genutzt werden?

Stellen Sie gemeinsame Familienregeln auf und achten Sie darauf, dass diese von allen verstanden und akzeptiert werden!

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über mögliche Risiken der Handynutzung, z. B. Kostenfallen oder Belästigungen in Online-Spielen und Sozialen Netzwerken. Nutzen Sie hierfür unterstützend unsere Info-Flyer für Jugendliche und Kinder ab dem Volksschulalter.
  • Nehmen Sie erste Einstellungen gemeinsam vor. Je nach Alter können unterschiedliche Kinderschutzeinstellungen sinnvoll sein. Vermeiden Sie unerwünschte Kosten, indem Sie In-App-Käufe deaktivieren. Hilfreiche Anleitungen hierfür finden Sie im Broschürenservice.
  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Anwendungen es braucht und achten Sie bereits bei der Installation auf den Schutz der Privatsphäre. Nutzen Sie für das Einrichten von Sozialen Netzwerken unsere praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Überlegen Sie dabei auch genau, welche Berechtigungen Sie den einzelnen Anwendungen geben. Braucht eine Taschenlampe Zugriff auf den Standort des Kindes?
  • Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind den gewählten Handytarif an. Was kostet wie viel? Wann wird es teuer? Und: Nutzen Sie sinnvolle Sperrmöglichkeiten beim Mobilfunkanbieter (z. B. Mehrwertdienste, mobiles Internet, Bezahlen mit dem Handy) oder direkt am Gerät (z. B. für InApp-Käufe und Daten-Roaming).
  • Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, wie es das Handy nutzt. Lassen Sie sich ruhig auch einmal Ihnen unbekannte Handyfunktionen erklären – Ihr Kind wird sich über seineRolle als Expertin bzw. Experte freuen! Das verbessert auch die Gesprächsbasis bei möglichen Problemen.

Vermeiden Sie von vornherein Konflikte

  • Schaffen Sie klare Verhältnisse. Kinder empfinden ihr Handy meist als streng privat. Wenn man das als Eltern anders sieht, muss dies klar besprochen werden (z. B. "Das Handy ist nur geliehen, nicht geschenkt!").
  • Legen Sie sich auf einen gemeinsamen Kommunikationskanal fest. Treffen Sie vorab Vereinbarungen, über welchen Kanal Sie mit Ihrem Kind kommunizieren. Meist läuft die Kommunikation mit der Familie über andere Netzwerke als mit den FreundInnen.
  • Suchen Sie Apps gemeinsam mit Ihrem Kind aus. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Apps es verwenden möchte. Beachten Sie beim Kauf eines neuen Gerätes, dass genügend Speicherplatz für die Nutzung zur Verfügung steht.
  • Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre! Kinderschutz-Apps und andere Kontrollanwendungen sind oft nicht der richtige Weg, Ihr Kind vor negativen Erfahrungen zu bewahren. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiß, dass es sich im Ernstfall an Sie wenden kann. Installieren Sie keine Kinderschutz-Apps ohne das Wissen der Kinder – damit riskieren Sie einen Vertrauensverlust!
  • Rüsten Sie Ihr Kind für den Ernstfall. Ihr Kind muss wissen, wie es sich in einer Krisensituation auch ohne Eltern verhalten kann. Weglaufen, aus der Gefahr bringen, Hilfe holen. Denn nicht immer können Eltern erreichbar sein.
  • Drohen Sie nicht mit Handy-Verbot. Klar muss es Konsequenzen haben, wenn vereinbarte Regeln nicht eingehalten werden, seien Sie jedoch zurückhaltend mit Drohungen das Handy zu verbieten. Das führt möglicherweise dazu, dass Ihr Kind sich bei Problemen – aus Angst das Handy zu verlieren – nicht an Sie wendet.

Nicht vergessen: Schenken macht Freude

Haben Sie Spaß an Ihrem eigenen Geschenk! Erkennen Sie die große Bedeutung von Handys für den Alltag von Kindern und Jugendlichen an. Freizeitaktivitäten, Treffpunkte und Klatsch werden via Handy kommuniziert. Auch die ständige Erreichbarkeit für FreundInnen ist ein Muss. Nicht nicht nur das: Auch der Schulalltag lässt sich mit schlauen Anwendungen erleichtern.

Selbst die Elternbetreuung kann durch ein eigenes Handy vereinfacht werden, wenn man weiß, dass man die eigenen Kinder im Zweifelsfall erreichen kann.

Datum der Veröffentlichung: 16.12.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)