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28.11.2019 Suchen statt googeln

Bild zeigt grauen Fußboden auf dem viel bunte Papierflieger in den Logofarben von Google liegen. Das Wort "googeln" wird oft synonym für "suchen" verwendet. Bild: Unsplash

Welche Suchmaschinen außer Google können in der Schule noch genutzt werden? Erfahren Sie hier, welche alternativen Suchmaschinen wir für den Unterricht empfehlen.

„Warte, ich google das schnell“

Online nach etwas zu suchen, ist für viele gleichbedeutend geworden mit googeln. Im Unterricht stört das vor allem jene Lehrende, die die Online-Suche als Teil der Informationskompetenz für sehr wichtig erachten. Denn ja, die Vorbehalte gegenüber Google hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre sind zurecht groß.

Derzeit ist Google mit einem Marktanteil von bis zu 95 Prozent die unangefochtene Nummer 1 unter den Suchmaschinen in Österreich. Dabei greifen Schülerinnen und Schüler wie von selbst zu diesem Suchdienst. Wenig überraschend, laufen doch rund 80 Prozent der Handys mit Googles Betriebssystem Android. Erst jüngst sanktionierte die EU-Kommission Googles wett­bewerbs­behinderndes Verhalten: Handy­hersteller, die Zugriff auf Googles Apps-Store haben wollten, mussten etwa die Google-Suche voreinstellen. Für diesen Verstoß gegen EU-Kartell­recht verhängte die EU eine – nicht rechtskräftige – Geld­buße von über vier Milliarden Euro.

Google hat geprägt, was wir unter einer guten Suchmaschine verstehen. Trotzdem gibt es Alternativen: Diese können in puncto Qualität durchaus mithalten, vor allem aber zeichnen sie sich durch ihren Fokus auf Privatsphäre-Schutz aus. Teilweise beinhalten sie auch innovative Funktionen, die vor allem im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können.

Worin zeichen sich alternative Suchmaschinen aus?

Wer statt Google Bing oder Yahoo nutzt, ist noch bei keiner wirklichen Alternative gelandet.

Gute alternative Suchmaschinen hingegen versprechen die Privatsphäre der Suchenden besser zu schützen. Sie finanzieren sich nicht über User-Daten sondern z. B. durch nicht personalisierte Werbung, Spenden, Mitgliedsbeiträge oder eine Finanzierung durch die öffentliche Hand.

Nicht jede Bildersuche ist für den Unterricht geeignet

Für Schülerinnen und Schüler wird es zunehmend wichtig, Bilder und Musik zu nutzen, die geteilt werden können, ohne dabei das Urheberrecht zu verletzen. Eine Möglichkeit sind Inhalte, die mit einer Creative Commons-Lizenz versehen wurden. Nicht alle der vorgestellten Suchmaschinen bieten Unterstützung in diesem Bereich. Swisscows, MetaGer und Qwant sehen aber eine Bildersuche vor, in der nach lizenzfreien Bildern gefiltert werden kann.

Empfehlungen für die Nutzung in der Schule

  • Qwant: Diese Suchmaschine hebt sich vor allem durch ihr hippes Look-and-Feel von anderen Angeboten ab. Gleichzeitig liefert sie ausgezeichnete Suchergebnisse. Neben der allgemeinen Suchmaschine bietet Qwant auch eine eigene Musik- und Kindersuchmaschine an. Letztere ist jedoch im Vergleich zu blinde-kuh.de oder fragfinn.de nur bedingt zu empfehlen. Die Suchmaschine aus Frankreich wird überwiegend durch staatliche Unterstützung ermöglicht. Möchte man Qwant als Standardsuche nutzen, so muss man im Browser ein Add-on installieren. Für das Smartphone gibt es eine App.

  • Startpage.com: Die niederländische Suchmaschine ist manchen vielleicht noch unter dem Namen Ixquick bekannt. Sie nutzt den Google-Index, anonymisiert aber die User-Daten. Die Qualität der Suchergebnisse ist sehr zufriedenstellend. Einige Einstellungsmöglichkeiten im Bereich der Privatsphäre werden sogar Informatik-Lehrende begeistern, wie z. B. die Serverauswahl. Leider lässt sich die Bildersuche nicht nach Nutzungsrechten filtern, das ist für die Vorbereitung von Referaten oder Schüler/innen-Projekten nicht hilfreich. Über Startpage gelangt man auch anonym auf andere Seiten, sofern diese das nicht ausschließen. Die Einkommensquelle von Startpage ist nicht-personalisierte Werbung. Um Startpage als Standardsuche zu nutzen, kann im Browser ein Add-on und am Handy eine App installiert werden.

  • DuckDuckGo: Es ist die unter den Alternativen zu Google wohl bekannteste Suchmaschine. Manche Schülerinnen und Schüler kennen diese Suchmaschine bereits aus dem Darknet. Die Privacy-Tools von DuckDuckGo sind beeindruckend: Es zeigt an, welche der ansurfbaren Seiten einen mittracken oder verschlüsselt sind. Es ist also nicht von ungefähr, dass die Seite im Darknet genutzt wird, wo die anonyme Nutzung des Internets ein wichtiger Faktor ist. Die Seite nutzt eigene Crawler, die u. a. auf andere kommerzielle Suchmaschinen, wie Yandex oder Bing, anonym zugreifen. Finanziert wird die Suchmaschine durch keywortbasierte Werbung, sowie sog. "Affiliate Werbung" mit Amazon und Ebay. DuckDuckGo kann sowohl als Standardsuche im Browser genutzt werden, als auch als App.

  • Swisscows: Als Projekt einer Schweizer Softwarefirma entstanden, besticht das Programm durch eine semantische Landkarte. Diese kann helfen, mit Schülerinnen und Schülern gute Suchbegriffe zu erlernen und zu üben. Die Suchmaschine finanziert sich über Spenden. Apps oder Add-Ons werden bislang nicht angeboten, man muss sie also in den eigenen Favoriten abspeichern.

  • MetaGer: Ja, es gibt sie noch, die Metasuchmaschine! Sie durchsucht andere Suchmaschinen und zeigt auf, woher ihre Ergebnisse stammen. Weitere Tools, die im Unterricht spannend sein können sind eine Landkarte, eine Zitat-Suche oder eine Suche für Assoziationen zu eingegebenen Begriffen. Letztere können für den Sprachunterricht hilfreich sein. Meta-Ger finanziert sich über Mitgliedsbeiträge eines Vereins in Deutschland. Für den Browser kann man ein Widget und für das Android-Handy eine App herunterladen.

Wer alternative Suchmaschinen durchprobiert, lernt vor allem eines: Es braucht gut formulierte und durchdachte Suchanfragen. Was einfach klingt, muss erst gelernt werden. Zahlreiche wertvolle Tipps für die gelungene Suche gibt es im Saferinternet.at-Dossier zu "Suchmaschinen clever nutzen".

Die Recherche zu diesem Artikel entstand im Rahmen eines ÖIAT-Projekts gefördert von der Arbeiterkammer Österreich.

Datum der Veröffentlichung: 28.11.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)