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31.10.2019 Elektronischer Sport?!

Bild zeigt Ausschnitt aus Spiel FIFA2020. Sportliche Wettkämpfe sind auch mittels digitaler Medien möglich. Bild: Pixabay

FIFA, Fortnite, Counter Strike und League of Legends – wir bringen ein wenig Licht in die immer professioneller werdende Gaming-Welt.

Angesehene eSports-Turniere

Im Juli 2019 wurde in New York das größte Fortnite-Turnier der Welt ausgetragen. Es ging dabei um sagenhafte 100 Millionen Dollar Preisgeld und war somit das größte eSports-Event aller Zeiten. Im Vergleich dazu wirkt das Gesamtpreisgeld der League of Legends (LoL) WM im Jahr 2018 in Korea mit einer Summe von 6,45 Millionen Dollar eher gering. Gewonnen haben dieses Turnier der 17-jährige Österreicher David „aqua“ Wang und sein norwegischer Teamkollegen Emil „Nyhrox“ Bergquist Pedersen. Sie haben sich somit ein Preisgeld von jeweils drei Millionen Dollar gesichert.

Was versteht man unter eSports?

[Synonyme: E-Sport, eGaming, elektronischer Sport]

Werden digitale Spiele in einem sportlichen Wettkampf ausgetragen, so spricht man von eSports. Die SpielerInnen treten entweder allein oder in Teams gegen andere SpielerInnen via PC, Konsole oder anderen digitalen Geräten gegeneinander an. In der Regel wird der Mehrspielermodus genutzt. Die TeilnehmerInnen solcher Wettkämpfe werden eSportlerInnen genannt. Von "Sport" spricht man deswegen, weil das erfolgreiche Spielen von digitalen Spielen nicht nur eine gute Kenntnis des Spiels selbst voraussetzt, sondern auch geistige und motorische Fähigkeiten fordert, welche gezielt trainiert werden müssen.

Große Gaming-Community unter Erwachsenen

Wenn man selbst keine Gamerin bzw. Gamer ist, erscheint einem der Hype rund um digitale Spiele bis hin zu professionellen Wettkämpfen teilweise als kurios. Oftmals werden digitale Spiele noch immer als Randphänomen wahrgenommen und primär Kindern und Jugendlichen zugeschrieben. Doch letzte Erhebungen zeigen ein ganz anderes Bild: Allein in Deutschland geht man aktuell von rund 34 Millionen GamerInnen mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren aus. In einer Erhebung von 2017 waren es in Österreich rund 4,9 Millionen Menschen, die digitale Spiele spielen, also die Hälfte aller ÖsterreicherInnen.

Auch das Interesse der ZuschauerInnen von Wettkämpfen ist beachtlich: Allein bei der LoL Weltmeisterschaft 2018 haben 100 Millionen Interessierte das Geschehen live im Internet verfolgt.

Von PC und Konsole zum Smartphone

Ein Grund für die steigende Popularität von digitalen Spielen ist unter anderem auch der vereinfachte Zugang zu diesen. Musste man sich früher eine eigene Konsole oder einen Spiele-PC besorgen, hat man heute alles in Griffweite auf seinem Smartphone. Selbst große PC Spiele, wie Fortnite oder Minecraft, können darauf problemlos gespielt werden.

Die meisten Spiele, welche auf Smartphones gespielt werden, zählen jedoch eher zu den sogenannten Casual Games. Das sind Spiele, bei denen man sich nicht viel einarbeiten muss und die immer wieder zwischendurch gespielt werden können. Eines der populärsten Casual Games ist zum Beispiel Candy Crush. Beliebt ist bei Kindern aktuell vor allem auch die Plattform Roblox, welche im Stil von Minecraft unterschiedlichste Online-Minispiele anbietet.

Gaming-Industrie

Dass man mit digitalen Spielen viel Geld machen kann, zeigt ein Blick in die Bilanzen des Spieleherstellers Epic Games (welcher unter anderem für Fortnite verantwortlich ist). Im Jahr 2018 hat das Unternehmen einen Gewinn von rund 3 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das Faszinierende daran ist, dass das populärste Spiel des Herstellers kostenlos angeboten wird. Die SpielerInnen können sich jedoch mithilfe von In-Game-Käufen für echtes Geld Gegenstände kaufen, welche den Spielecharakter unter anderem aufhübschen. Und dafür sind die SpielerInnen teilweise bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Berufswunsch: eSportlerIn

War der Berufswunsch 2016 noch YouTuberIn, streben mittlerweile viele eine Karriere als professionelle eSportlerin bzw. eSportler an. Kein Wunder, wer möchte schließlich nicht sein Hobby zum Beruf machen können? Man sollte sich allerdings dessen bewusst sein, dass der Beruf "eSportlerIn" mindestens genauso anstrengend ist, wie eine berühmte Youtuberin bzw. Youtuber zu werden. Das professionelle eGaming hat in Wahrheit nur noch wenig mit dem eigentlichen Spielen zu tun, sondern erfordert sehr viel Disziplin.

In Österreich hat der eSport Verband aktuell rund 32.000 registrierte eSportlerInnen, welche regelmäßig in großen Turnieren gegeneinander antreten. Unterstützt werden sie dabei von großen Unternehmen wie A1, welches gerade eigene eSport-Hubs aufbaut, oder Red Bull, welches 2018 mit pLANet ein eigenes Turnier veranstaltete. Auch Willhaben hat sich mit dem Team Tickeling Tentacles zum Ziel gesetzt, die Szene der eGamerInnen zu professionalisieren. Daneben bieten Initiativen wie die Austrian Players League (APL) die Möglichkeit zu regelmäßigem Austausch.

Tipps für Eltern

Digitale Spiele werden uns vermutlich noch eine lange Zeit begleiten. Vor allem der eSports-Sektor wird weiterhin sowohl an Popularität als auch Einfluss auf Kinder und Jugendliche gewinnen. Daher empfehlen wir: Setzen Sie sich mit dem Thema "Digitale Spiele" auseinander und zeigen Sie Interesse! Warum veranstalten Sie nicht zum Beispiel gemeinsame Spieleabende? Diese können nicht nur dazu dienen, das Spiel selbst kennenzulernen, sondern auch einzuschätzen, ob das Spiel für das eigene Kind geeignet ist bzw. auf welche Themen besonders zu achten ist. Hegt auch Ihr Kind den Berufswunsch eGamerIn, dann besprechen Sie mit Ihm in Ruhe, wie ein solcher Karriereweg ausschauen könnte. Oft ist den Kindern gar nicht bewusst, wieviel Arbeit dahintersteckt.

Lesen hier Sie unsere 10 wichtigsten Tipps rund um das Thema Digitale Spiele!

Datum der Veröffentlichung: 31.10.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)