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03.07.2019 Das Bild als Beweis? Tipps und Tricks zum Erkennen von Fake-Bildern

Bild zeigt eine Person mit einer Zeitung mit dem Namen The Daily Fake News. Fake News werden nicht zuletzt durch drastische Bilder verstärkt. Bild: Unsplash

Ein aussagekräftiges Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Das machen sich auch Betrüger/innen zunutze. Wir zeigen, wie Sie sich vor Fakes schützen.

Warum Bilder?

Fake-News lassen sich ohne Bilder oder Videos als Beweis nur halb so gut verbreiten. Bilder haben eine enorme Wirkung: Sie schockieren, überraschen oder bestätigen Vorurteile. Auch für Fake-Profile werden Bilder manipuliert und für Betrugszwecke missbraucht.

Bildbearbeitung leicht gemacht

Sie müssen keine Grafikausbildung abgeschlossen haben, um einfache Bildbearbeitungen vorzunehmen. Makellose Haut, fünf Kilos weniger oder die Lichtverhältnisse ändern: All das ist mit wenigen Klicks − oft sogar direkt am Smartphone − möglich. Doch Bilder werden heute nicht nur retuschiert, um einem Schönheitsideal zu entsprechen. Betrüger/innen verwenden Fotomontagen auch zur gezielten Verbreitung von Fake-News oder für Betrugsmaschen.

Das Bild als Klickfang

Personen, die Falschmeldungen verbreiten, setzen Bilder meist gezielt dazu ein, möglichst viele Klicks zu generieren. Bilder ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich und sorgen dafür, dass sich die Nachrichten von selbst in rasanter Geschwindigkeit verbreiten. Zentral hierbei sind Soziale Netzwerke: Durch diese lassen sich Nachrichten noch viel schneller an ein noch größeres Publikum verbreiten. Gleichzeitig wird die Bewertung von Informationen immer schwieriger − da Nachrichten oft unmittelbar nach einem Ereignis veröffentlicht werden und die Kanäle fluten. Umso wichtiger: Glauben Sie nicht alles, was Sie sehen! Hinterfragen Sie besonders emotionale Berichterstattungen. 

Ein Beispiel

Sie sehen die Schlagzeile „Flughafen bei Schießerei verwüstet“ und dazu ein passendes Foto. Gehen Sie davon aus, dass es sich um Fake-News handelt? Nein, denn innerhalb von wenigen Sekunden kursieren angebliche „Vor-Ort-Aufnahmen“ im Netz. Ob es sich dabei um den besagten Flughafen zur besagten Zeit handelt, wissen Sie jedoch nicht.

Wie werden Fake-Bilder verwendet?

Fake-Bilder lassen sich auf unterschiedlichste Weise und für diverse Zwecke einsetzen. Oft müssen Bilder gar nicht erst bearbeitet werden, um aus dem Kontext gerissen zu werden. Die Verbreiter/innen von Falschmeldungen machen sich hier der Mehrdeutigkeit von Bildern zunutze. Oft genügt es, ein altes Bild von einem anderen Ereignis zu verwenden und dies als brandaktuelles Lagebild zu verkaufen. Oder aber es wird schlichtweg ein Ausschnitt eines Bildes verwendet, wodurch dem Foto eine ganz neue Bedeutung zukommt.

Ähnlich wie bei unserem Beispiel werden Bilder eingesetzt, um Stimmung gegen Bevölkerungsgruppen, politische Entscheidungen oder einzelne Persönlichkeiten zu machen und Falschmeldungen in Umlauf zu bringen. Aber auch dubiose Online-Bekanntschaften machen von Fake-Profilbildern, die sie im Handumdrehen im Internet finden, Gebrauch, um ein alternatives Ich vorzugaukeln.

Wie kann ich ein gefälschtes Bild im Internet erkennen?

Sie können Bilder oder Videos auf ihre Echtheit prüfen, indem Sie eine umgekehrte Bildersuche vornehmen. Diese schnelle und einfache Methode wird beispielsweise von Google angeboten und kann rasch am PC umgesetzt werden.

  • Gehen Sie in der Google-Suchmaschine zum Raster „Bilder“ und klicken Sie auf das Kamera-Symbol.

  • Laden Sie nun das verdächtige Bild hoch und vergleichen Sie es mit den Ergebnissen. Google gleicht Ihr Bild mit ähnlichen, bereits vorhandenen Bildern ab. Durch dieses Tool können Sie Hinweise auf den Ursprung eines Bildes erhalten. Ist das Bild bereits vor Jahren entstanden? Gibt es ähnliche Bilder, die etwas nachbearbeitet wurden? Wurde dieses Bild schon in anderen Online-Medien verwendet?

Neben Google können auch Reverse Photos, TinEye.com und Image Raider für die umgekehrte Bildersuche genutzt werden.

Beachten Sie, dass die umgekehrte Bildersuche nicht immer richtige Ergebnisse liefert. Die Tools finden zwar problemlos optisch ähnliche Bilder, jedoch tun sie sich bei Abweichungen vom Original schwer, diese ausfindig zu machen. Es ist daher wichtig, vor allem bei besonders schockierenden und emotionalisierenden Nachrichten mehrere Berichterstattungen miteinander abzugleichen.

Genauer hinsehen lohnt sich

Prüfen Sie Bilder oder Videos auf ihre Plausibilität. Achten Sie auf Details im Hintergrund und stimmen Sie diese mit der Aussage ab. Sind im Hintergrund Straßenschilder oder Autokennzeichen zu sehen? Liegen Verpackungen oder Flaschen herum? Stimmen Schatten und Lichtverhältnisse? Dadurch kann oftmals aufgedeckt werden, in welchem Land ein Bild tatsächlich entstanden ist oder ob es nachbearbeitet wurde.

Datum der Veröffentlichung: 03.07.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)