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25.02.2019 „Leg das Handy weg beim Essen!“ – oder: Wie stellen wir Familienregeln auf?

Bild zeigt Essenstisch und Smartphones in der Mitte und Hände, die nach Smartphones greifen. Nur wenn Regeln aufgestellt werden, kann auch erwartet werden, dass diese eingehalten werden. Bild: Saferinternet.at

Verhaltensregeln für die Internet- und Handynutzung stecken nicht nur den Handlungsspielraum für Kinder ab, sondern geben auch uns Erwachsenen Sicherheit. Wir geben Tipps zum Aufstellen der Regeln.

Familienregeln werden befolgt!

Aus unserer neuen Studie gemeinsam mit dem Institut für Jugendkulturforschung und Kulturvermittlung geht hervor, dass in mehr als einem Drittel der befragten Familien Regeln zum Umgang mit digitalen Geräten bestehen. Bei Familien mit 11 bis 14-Jährigen betrifft das sogar die Hälfte aller Befragten.

Die wichtigste Regel in über zwei Drittel der Familien lautet: Kein Handy beim gemeinsamen Essen! Knapp die Hälfte der 11 bis 17-Jährigen gibt an, beim Lernen auf ihr Handy verzichten zu müssen.

Gleichzeitig geben jedoch 50% der befragten Jugendlichen an, dass von ihrer Familie erwartet wird, dass diese immer erreichbar sind.

Bei nur rund einem Drittel der Kinder und Jugendlichen gilt die Regeln, dass das Handy während der Nacht bzw. während des Schlafens ausgeschaltet sein muss. Regelungen bezüglich der Nutzungsdauer gibt es bei immerhin 41% der Kinder. Die Mehrheit der Befragten gibt an, sich zumindest meistens an die Regeln zu halten. Glaubt man der Umfrage, kann man Eltern also ermutigen: Regeln auszumachen macht Sinn!

Wie stellen wir Familienregeln für Internet und Handy auf?

Wie und welche Regeln konkret formuliert werden, ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Wichtig ist, die Regeln gemeinsam mit der gesamten Familie zu besprechen und festzuhalten – am besten in einem schriftlichen Dokument, das von allen Familienmitgliedern unterschrieben wird. Als Vertrag hat das ganze gleich eine viel höhere Verbindlichkeit. Wie bei allen Regeln ist es natürlich wichtig, auch festzuhalten, welche Konsequenzen bei möglicher Nichtbeachtung zu erwarten sind. Seien Sie allerdings zurückhaltend mit Drohungen das Handy zu verbieten! Das kann zur Folge haben, dass Ihre Kinder sich bei Problemen – aus Angst ihr geliebtes Handy zu verlieren – nicht an Sie wenden, sondern sich damit alleine herumschlagen. Wie wäre es stattdessen mit Putzdienst oder anderen hilfreichen Aufgaben im Haushalt?
Ein ganz wichtiger Punkt ist außerdem, dass alle Familienmitglieder die Regeln verstehen und nachvollziehen können – nur so können sich die Kinder auch tatsächlich daran halten.

Eine ideale Diskussionsgrundlage zum Mediennutzungsverhalten aller Familienmitglieder bietet das KAHOOT Safer Internet-Familienspiel.

Für welche Themen lassen sich Regeln aufstellen?

  • Kosten: Wer kommt für die monatlichen Handykosten auf? Was passiert, wenn Zusatzkosten anfallen? Darf das Handy im Ausland verwendet werden?
  • Nutzungsdauer: Wieviel Zeit darf täglich mit dem Handy bzw. am Bildschirm verbracht werden? Wie lange darf gespielt werden? Welche Zeiten sind medienfrei und wann dürfen welche Familiengeräte genutzt werden?
  • Apps: Welche Apps sind erlaubt, welche nicht? Wo werden Apps heruntergeladen und wer sucht diese aus?
  • Inhalte: Welche Websites dürfen besucht werden, welche nicht? Welche Inhalte sind okay, welche problematisch?
  • Datenschutz: Welche Informationen dürfen im Internet geteilt werden, welche nicht? Welche Daten gelten als persönlich?
  • Verhalten im Internet: Wie verhalten wir uns anderen gegenüber? Was ist im Internet verboten und was ist ausdrücklich erlaubt?
  • Recht am eigenen Bild: Wo dürfen welche Fotos geteilt werden? Wann muss um Erlaubnis gefragt werden, bevor ein Foto gemacht oder gar veröffentlicht wird?
  • Urheberrechte: Wie wird mit Bildern, Videos und Texten aus dem Internet umgegangen? Was darf man, was nicht? Von welchen Websites/Plattformen dürfen Musik oder Filme heruntergeladen werden? Welche StreamingDienste sind erlaubt?
  • Verhalten bei Problemen: An wen können sich die Kinder bei Schwierigkeiten oder Unsicherheiten wenden? Wie handelt man in kritischen Situationen?
  • Quellenkritik: Wie überprüfen wir OnlineQuellen auf seinen Wahrheitsgehalt?
  • Privatsphäre: Wer darf auf welches Gerät zugreifen? Braucht es vorab eine Erlaubnis? Was gilt als privat, was als Familieneigentum?

Offline und dennoch erreichbar sein?

Verhaltensregeln für digitale Medien und Co. können äußert sinnvoll sein. Wichtig ist dabei nicht nur, dass diese allen Familienmitgliedern bekannt und verständlich sind, sondern auch, dass diese für alle Familienmitglieder gleichermaßen gelten. Dürfen die Kinder beim gemeinsamen Essen nicht auf ihr Handy schauen, so sollte das auch für die Eltern gelten. Schließlich sind diese in der wichtigen Vorbildrolle!

Achtung auch darauf, dass die Familienregeln sich nicht gegenseitig widersprechen. Sie wollen, dass Ihr Kind konzentriert lernt und Hausaufgaben schreibt, doch gleichzeitig soll es für Sie rund um die Uhr erreichbar sein? In so einem Fall ist klar, dass es zu Kollisionen kommt. Treffen Sie hierfür klare Vereinbarungen – vielleicht reicht es aus, wenn Ihr Kind Sie zeitnahe zurückruft?

Datum der Veröffentlichung: 25.02.2019

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)