13.02.2018 Tipps für Eltern für eine sicherere Internetnutzung in der Familie

Für Eltern und Kinder ist eine gemeinsame "Erkundungstour" wichtig. Bild: Saferinternet.at, CC-BY-NC-ND 4.0 Für Eltern und Kinder ist eine gemeinsame "Erkundungstour" wichtig. Bild: Saferinternet.at, CC-BY-NC-ND 4.0

Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps für eine sichere Internetnutzung – gemeinsam in der Familie – zusammengefasst.

1. Entdecken Sie das Internet gemeinsam mit Ihrem Kind

Suchen Sie interessante und spannende Websites und Apps, die an das Alter Ihres Kindes angepasst sind und erforschen Sie diese gemeinsam! Gemeinsame Erfahrungen erleichtern es, über positive und negative Erlebnisse bei der Internetnutzung zu sprechen. Pluspunkt: So lernen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Eltern.


2. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Regeln für die Internet- bzw. Handynutzung

Diese können sowohl den zeitlichen Umfang als auch die genutzten Inhalte betreffen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind ab, wie lange es digitale Geräte nutzen darf und lassen Sie sich zeigen, welche Inhalte es gerne nutzen möchte. Vergessen Sie nicht, dass Regeln nur dann wirksam sind, wenn Ihr Kind diese versteht und deren Berechtigung akzeptiert. Und: Regeln, die für das gemeinsame Familienleben vereinbart werden (z. B.: "Handy weg beim Mittagessen!"), sollten für alle Beteiligten gelten – also auch für Sie!


3. Achten Sie auf einen vorsichtigen Umgang mit persönlichen Daten

Sprechen Sie über die Gefahren leichtfertiger Datenweitergabe. Ihr Kind sollte den eigenen Namen, Adresse, Telefonnummer und Fotos nur nach Absprache mit Ihnen weitergeben. Üben Sie mit Ihrem Kind und besprechen Sie welche Daten bedenkenlos veröffentlich werden können und welche nicht – zum Beispiel in einem kleinen Frage-Spiel: "Darf das Internet wissen, welche Augenfarbe du hast?" oder: "Was könnte passieren, wenn du deine Adresse im Internet veröffentlichst?".


4. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken von Treffen mit Online-Bekanntschaften

Vereinbaren Sie, dass vor allem bei ersten Treffen immer eine zweite, wenn möglich erwachsene, Person dabei ist und diese Treffen ausschließlich an öffentlichen Orten, wie z.B. einem Café im Einkaufszentrum, stattfinden dürfen. Kinder sollten hier auf die "3 L" achten – Lärm, Licht, Leute. Tipp: Die Begleitperson muss nicht direkt daneben sitzen – in Sichtweite reicht aus. Wichtig ist, dass das Kind und die Begleitperson vorab klare Zeichen vereinbaren, für den Fall, dass das Kind Unterstützung braucht.


5. Fake oder echt? Diskutieren Sie den Wahrheitsgehalt von Online-Inhalten

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie im Internet überprüft werden kann, ob eine Information wahr oder falsch ist. Üben Sie mit ihm den Vergleich mit anderen Quellen oder die umgekehrte Bildersuche auf Google. Nicht alles, was im Internet steht, stimmt und vor allem Bilder lassen sich leicht aus dem Kontext reißen!


6. Melden Sie bedenkliche Inhalte

Kinderpornografische und neonazistische Inhalte sind in Österreich gesetzlich verboten. Melden Sie kinderpornografische Inhalte an die Stopline und lassen Sie sich im Falle von Hasspostings, Beschimpfungen oder Cyber-Mobbing von der Beratungsstelle #GegenHassimNetz helfen.


7. Beachten Sie Ihre Vorbildrolle

Ihr eigenes Medienverhalten hat einen großen Einfluss auf die Mediennutzung Ihrer Kinder. Vor allem jüngere Kinder ahmen ihre Eltern gerne nach – sie lernen von uns!    


8. Ermutigen Sie Ihre Kinder zu einem guten Online-Miteinander

Auch im Internet ist es wichtig, respektvoll miteinander umzugehen. Einfach gesagt: Was im realen Leben erlaubt ist, ist auch im Internet erlaubt. Was im realen Leben verboten ist, ist auch im Internet verboten. Nur weil man einander nicht sieht, heißt das noch lange nicht, dass Worte nicht mindestens genauso verletztend sein können, wie wenn man sie direkt ins Gesicht gesagt bekommt.


9. Informieren Sie sich über die Internetnutzung Ihres Kindes

Lassen Sie sich die Lieblingsseiten, -spiele und -Apps Ihres Kindes zeigen. Das hilft Eltern nicht nur, ihre Kinder besser zu verstehen, sondern kann auch Spaß machen. Kinder schlüpfen meist gern in die Rolle der Lehrmeister/innen. Achten Sie auch darauf, mit Ihrem Kind in einer passenden Online-Umgebung zu kommunizieren. Vereinbaren Sie einen Weg, mit dem beide Seiten einverstanden sind. Meist ist es den Kindern gar nicht Recht, mit den Eltern auf den gleichen Kanälen zu kommunizieren wie mit ihren Freund/innen (z. B.: können Kommentare der Eltern zu Instagram-Postings problematisch sein).


10. Seien Sie bei den Internet-Entdeckungsreisen Ihres Kindes nicht zu kritisch

Ihr Kind kann durch Zufall auf ungeeignete Inhalte stoßen. Nehmen Sie dies zum Anlass, um über diese Inhalte zu diskutieren und Regeln zu vereinbaren. Drohen Sie Ihrem Kind aber nicht sofort mit  Internetverbot o. Ä. Sie möchten ja, dass es sich auch in Zukunft wieder an Sie wendet, wenn es sich in einer unangenehmen Situation befindet. Gegenseitiges Vertrauen ist sehr wichtig!


11. Helfen Sie Ihrem Kind bei der Orientierung in der Medienwelt

Das mediale Angebot ist unüberschaubar groß. Einschränkungen helfen bei der gezielten Nutzung, geben Orientierung und gemeinsam macht es ohnehin mehr Spaß. Schränken Sie Ihr Kind aber nicht zu sehr ein, sondern lassen Sie ihm genügend Spielraum, sich weiterzuentwickeln!


12. Vergessen Sie nicht: Die Chancen des Internet übertreffen die Risiken!

Das Internet ist ein ausgezeichnetes Medium, das sowohl zum Lernen als auch in der Freizeit sinnvoll eingesetzt werden kann. Ermutigen Sie Ihr Kind, das Internet bewusst zu nutzen und alle Chancen zu erforschen. Unter Anleitung können die Risiken sehr gut eingeschränkt werden.

  

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Datum der Veröffentlichung: 13.02.2018

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)