07.11.2017 Digitaler Nachlass: Leben und sterben in der digitalen Welt Wir alle hinterlassen im Internet Spuren – doch was passiert mit digitalen Daten und Konten, wenn jemand stirbt?

Bilder lizenziert unter CC0 Public Domain, Montage: Saferinternet.at

Wir alle hinterlassen im Internet Spuren – doch was passiert mit digitalen Daten und Konten, wenn jemand stirbt? Die aktualisierte Info-Broschüre der ISPA bietet hilfreiche Informationen zum „Digitalen Nachlass“.

Wenn eine Person stirbt, ist dies für die Hinterbliebenen nicht nur mit Trauer und emotionaler Belastung, sondern auch mit Amtswegen und Verpflichtungen verbunden. In den letzten Jahren ist zu diesen Aufgaben ein Themenkomplex hinzugekommen: der „Digitale Nachlass“.


Was passiert mit Nutzerdaten nach dem Tod?

Als digitaler Nachlass werden jene Daten bezeichnet, die unabhängig vom Tod eines Nutzers oder einer Nutzerin im Internet weiter bestehen. Der Umgang damit stellt Hinterbliebene vor eine große Herausforderung, da sie in der Regel weder wissen, wo der oder die Verstorbene im Internet aktiv war, noch welche Zugangsdaten und Passwörter für die Online-Aktivitäten benutzt worden sind.

Saferinternet.at-Partner ISPA – Internet Service Providers Austria hat nun eine aktualisierte Auflage der Broschüre „Digitaler Nachlass“ veröffentlicht (6. Auflage), welche aktuelle Entwicklungen berücksichtigt.

Kostenloser Download: Broschüre „Digitaler Nachlass“ (pdf, 645 KB)

 

Verschiedene Lösungsansätze

In der Broschüre „Digitaler Nachlass“ der ISPA sind neben allgemeinen Hinweisen zur Vor- und Nachsorge auch konkrete Beispiele der Nachlassverwaltung bei Facebook, Instagram und Google zu finden. Immer mehr Online-Dienste bieten im Falle des Ablebens von Benutzer/innen standardisierte Lösungen für die Hinterbliebenen an. Wie das Prozedere im Detail abläuft, ist aber von Dienst zu Dienst unterschiedlich; eine einheitliche Regelung für Online-Plattformen gibt es nicht.  Hinzu kommt: Nach wie vor verfügen einige große Anbieter, wie z.B. Skype, WhatsApp oder Flickr, über keine Standardformulare, weshalb Angehörige im Todesfall den jeweiligen Kundendienst kontaktieren müssen.

Aktiv vorsorgen!

Angesichts der ständig wachsenden Anzahl von Benutzer/innen-Konten empfiehlt es sich, vorsorglich eine Liste aller Online-Mitgliedschaften und Profile sowie der jeweiligen Zugangsdaten anzulegen. Diese Aufstellung sollte natürlich sorgsam verwahrt und regelmäßig gepflegt werden. Diese Liste ist nicht nur für den persönlichen Überblick praktisch, sondern im Fall des Falles für die Hinterbliebenen eine große Hilfe. Fehlt ein derartiges Dokument, können sich Angehörige mithilfe des Dienstes justdelete.me einen ersten Überblick über die Löschmöglichkeiten auf unterschiedlichen Online-Plattformen verschaffen.

Ergänzend zur Broschüre wurde auch eine weiterführende Linkliste erarbeitet, welche die direkten Links zu den jeweiligen Policies der verschiedenen Online-Dienste enthält. Beide Unterlagen stehen auf der Website der ISPA sowie im Saferinternet.at-Broschürenservice kostenlos zum Download zur Verfügung.

 

Weiterführende Links: 

Datum der Veröffentlichung: 07.11.2017

Für den Inhalt verantwortlich:
  • Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)