29.06.2017 Cybercrime: Erpressersoftware am Vormarsch

Symbolbild Entschlüsselung

Zwischen April 2016 und März 2017 ist die Zahl der Opfer von Erpressertrojanern um 11,4 Prozent gestiegen. Immer öfter sind Unternehmen und Behörden von zielgerichteter Ransomware betroffen.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky geht von rund 2,6 Millionen Ransomware-Opfern im vergangenen Jahr aus. Immer öfter setzen die Cyberkriminellen hinter den Attacken auf die Verschlüsselung von Dateien und die anschließende Forderung von Lösegeld, anstatt einfach den Zugang zum Rechner zu sperren. Der Anteil verschlüsselnder Ransomware erhöhte sich von 31 auf 44,6 Prozent.

Besonders stark von zielgerichteter Ransomware betroffen sind Behörden und Unternehmen – und hier hauptsächlich Finanzdienstleister. In Einzelfällen forderten die Kriminellen mehr als eine halbe Million Dollar Lösegeld. Mobile Erpressungstrojaner spielen eine untergeordnete Rolle – Kaspersky zählte im vergangenen Jahr 130.000 Opfer. Auch im Vergleich mit anderen Schädlingen nimmt Ransomware keine besonders große Rolle ein. Nur bei 3,88 Prozent aller Schadsoftware-Infektionen handelt es sich um Erpressungstrojaner. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um rund ein halbes Prozent.

Insgesamt geht Kaspersky davon aus, dass das Geschäftsmodell Erpressung auch in den nächsten Jahren eines der Hauptthemen im Bereich Informationssicherheit bleiben wird. Als Trends nennt das IT-Sicherheitsunternehmen verschiedene Varianten von Trojanern, das Erschließen neuer Märkte sowie den Verkauf einfach zu bedienender Basislösungen. Kaspersky betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Gegeninitiativen wie No More Ransom. Mit Unterstützung von Europol, Intel Security und der niederländischen Polizei bietet das Portal inzwischen 50 Entschlüsselungs-Tools für Ransomware an.

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Datum der Veröffentlichung: 29.06.2017

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  • A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria