Privatsphäre auf Social Media-Plattformen

Unabhängig von der spezifischen Plattform können generelle Privatsphäre-Probleme und diesbezügliche Einstellungen für Soziale Medien zusammengefasst werden.

Social Media-Plattformen, auch Soziale Medien genannt, sind zum Beispiel Messenger, wie etwa WhatsApp, Signal, Threema, Telegram oder Snapchat, und soziale Netzwerke bzw. Foto- und Videoplattformen, wie Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, YouTube, Vimeo, Szene1, LinkedIn und Xing. Kern dieser Plattformen sind die Informationen und Inhalte, die die Benutzerinnen und Benutzer erstellen. Aber gerade die Veröffentlichung und Verarbeitung dieser Daten kann gravierende Auswirkungen auf die Privatsphäre haben.

Der Grundsatz dabei lautet:

Veröffentlichen Sie im Internet so wenig Daten bzw. Informationen wie möglich und nur so viele wie notwendig.

Persönliche Daten

Für die Teilnahme an einer Social Media-Plattform benötigt man in der Regel ein Profil. Für dieses Grundprofil sind in der Regel schon einige persönliche Daten nötig. Für die meisten Messenger wird die Telefonnummer benötigt, in sozialen Netzwerken der Name und eventuell weitere Daten wie das Geburtsdatum. Wie viele Daten man wirklich angibt, ist einem selbst überlassen. Meist werden aber mehr Informationen angegeben als notwendig sind, da die entsprechenden Felder der Reihe nach ausgefüllt werden ohne sich dabei viele Gedanken zu machen.

Bedenken Sie, dass jegliche Information, die Sie in sozialen Medien über sich preisgeben, in der Regel öffentlich im Internet abrufbar ist. Diese Informationen können für verschiedenste Zwecke missbraucht werden. Von Stalking, über Identitätsdiebstahl bis hin zu Betriebsspionage ist eine große Palette an kriminellen Aktionen möglich. Viele gehackte Profile wurden mittels (halb-)öffentlich verfügbaren Daten übernommen. Meist eignet sich die „Passwort vergessen“-Funktion, um mit den erlangten Informationen die banalen Sicherheitsfragen über die Lieblingsfarbe, das Geburtsdatum oder den Namen des Haustiers zu beantworten. Hier ist die Gefahr für Identitätsdiebstahl immens, vor allem in Kombination mit den verfassten Postings oder Daten anderer Social Media-Plattformen.

Tipp

Um diese Gefahren zu minimieren, sollten nur die notwendigsten Daten angegeben werden. Zusätzlich sollte – sofern die Möglichkeit geboten wird – die Sichtbarkeit der angegebenen Daten auf privat gestellt werden oder nur für Freunde bzw. einen vertrauenswürdigen Bekanntenkreis freigegeben werden, sollte dies für einzelne Informationen nötig sein. Dadurch können Sie beispielweise ihr Geburtsdatum mit ihren Bekannten teilen und erhalten Glückwünsche; Dritte bekommen diese Information aber nicht angezeigt. Falls es auf der Plattform eine entsprechende Einstellmöglichkeit gibt, sollte auch die Durchsuchbarkeit Ihrer Daten reduziert werden, damit beispielsweise nicht nach Ihrer Telefonnummer gesucht werden kann.

Erstellte Inhalte

Neben den persönlichen Daten enthalten auch die von den Benutzerinnen und Benutzern erstellten Inhalte mehr oder weniger sensible Informationen. Solche Inhalte sind, je nach Plattform, Nachrichten, Kommentare, Fotos, Videos, aber auch Beziehungen und Verknüpfungen durch Likes, Freunde oder Gruppenbeitritten. Über soziale Netzwerke ist standardmäßig das gesamte private Netzwerk an Freundinnen und Freunden sowie Bekannten ersichtlich. Genauso wie die persönlichen Daten, sollten auch die selbsterstellten Inhalte nur nach einem Minimalitätsprinzip veröffentlicht werden.

Tipp

  • Machen Sie sich vor dem Abschicken Gedanken darüber, wer diesen Inhalt lesen darf oder, ob diese Informationen überhaupt preisgegeben werden sollten. Gerade in Gruppen ist man sich nicht immer bewusst wie viele oder welche Personen dieser noch angehören und dadurch die darin verfassten Nachrichten ebenso lesen können.
  • Verbergen Sie Ihren Online-Status und Aktivitäten so weit wie möglich bzw. gewünscht.
  • Stellen Sie die Sichtbarkeit Ihres Profils so ein, dass es nur von erwünschten Personen gefunden werden kann.
  • Deaktivieren und Löschen Sie ungewollte Markierungen in Bildern, Kommentaren, Stories usw.
  • Schränken Sie den Zugang zu Ihren Social Media-Inhalten auf begrenzte Gruppen/Freundinnen und Freunde ein.
  • Vorsicht vor „falschen Freunden“: Nehmen Sie keine unbekannten Freundschaftsanfragen an, da diese dadurch auch Zugriff auf Ihre Kommentare, Bilder und dergleichen haben.

Privatsphäre Dritter

Bei der Erstellung von Inhalten ist auch zu bedenken, dass diese die Privatsphäre anderer Benutzerinnen und Benutzer ebenso beeinträchtigen können, indem beispielsweise private Bilder, die andere Personen beinhalten, ohne deren Erlaubnis geteilt werden.

Tipp

  • Überlegen Sie vor dem Hochladen und Veröffentlichen von Fotos, ob die darauf abgebildeten Personen damit einverstanden wären bzw. holen Sie deren Zustimmung ein.
  • Vermeiden Sie Funktionen wie die Markierung anderer Personen.

Statistische Analysen durch Social Media-Plattformen

Neben Dritten ist auch zu bedenken, dass die Plattformen selbst ebenso alle erdenklichen Daten sammeln. Plattformbetreiber wie beispielsweise Facebook (Insights), Twitter (Twitter Analytics) oder YouTube (YouTube Insights) erlauben deren Mitgliedern ein kostenloses und zumeist durch Werbung finanziertes Konto. Ihren Werbekunden bieten diese Plattformen verschiedenste kostenpflichtige Werkzeuge für die Auswertung der Interessen, des Nutzungsverhaltens und der Mitgliederentwicklung, um die Informationen für zielgerichtete Werbung nützen zu können. Einige Plattformen ermöglichen es Mitgliedern zumindest gewisse Einstellungen über die Verarbeitung ihrer Daten zu Werbezwecken zu regeln.

Tipp

Verbieten Sie die Verarbeitung Ihrer Daten für statistische Analysen so weit wie möglich und verzichten Sie auf personalisierte Werbung.

App-Berechtigungen

Viele Social Media-Plattformen bieten auch eine App zur Verwendung der Plattform bzw. basieren einige auch generell nur auf einer App. Diesbezüglich gelten die allgemeinen Verwendungsregeln für Apps auf mobilen Geräten. Mit der Vielzahl an Sensoren und Aufzeichnungen, die in Smartphones und Co. verwendet werden, ergeben sich einige Probleme für die Privatsphäre. So können mittels GPS, Bluetooth-Beacons oder WLAN-Ortung sehr detaillierte Bewegungsprofile erstellt werden. Zusätzliche Aktionen auf Social Media-Plattformen, wie etwa dem „einchecken“ an Orten oder Veranstaltungen und der Verwendung standortbezogener Dienste, ergänzen das Bewegungsprofil und geben einen Aufschluss über Angewohnheiten, Freundeskreis, Wohnort und Arbeitsplatz.

Bei Apps auf mobilen Geräten, wie Smartphone und Tablet, lassen sich einzelne Berechtigungen steuern. So kann man etwa einem Messenger den Zugriff auf Ortungsinformationen grundsätzlich verweigern und eventuell im Anlassfall wieder erlauben. Die App fragt in so einem Fall nach, falls sie eine Berechtigung benötigt, aber nicht hat. Hierbei kann man dann mit der Auswahl von „nur jetzt“ (genaue Bezeichnung abhängig von Betriebssystem und Version) einen temporären Zugriff erlauben.

Tipp

Erlauben Sie Apps den Zugriff auf Ihre persönlichen Daten und Sensoren nur, wenn dies absolut notwendig ist (z. B. Zugang zu Ihrem Kalender, Kontakten oder Bildern). Falls eine Berechtigung nicht dauerhaft benötigt wird, entziehen Sie diese auch und geben Sie diese im Anlassfall temporär wieder frei.

Weitere Informationen

  • Die Initiative Saferinternet.at bietet auf ihrer Webseite Privatsphäre-Leitfäden für beliebte Messenger und Dienste an.
Letzte Aktualisierung: 9. Juli 2021

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria