Kleinanzeigen-Betrug – Tipps

Dieser Artikel gibt einen Überblick zu verdächtigen Artikeln in Kleinanzeigen und listet Tipps auf, um gängige Betrugsversuche auf Kleinanzeigen-Plattformen im Internet zu erkennen.

Verdächtige Artikel

Neben den im Artikel über mögliche Betrugsarten beschriebenen Gefahren sollte man sich darüber Gedanken machen, ob die zum Kauf beabsichtigte Ware über das Medium Internet überhaupt zum Handel erlaubt ist oder der Handel generell nur bestimmten Stellen vorbehalten ist. Besonders günstige, begehrte oder hochpreisige Artikel bedürfen einer erhöhten Achtsamkeit. Auch beim Verkauf sollte darauf geachtet werden, ob diese Ware über das Internet gehandelt werden darf.

  • Besonders billige Markenware. Markenprodukte die besonders billig bzw. zu stark reduzierten Preisen angeboten werden, sind verdächtig. Sportartikel, Designerkleidung, wertvolle Uhren oder ein brandaktuelles Smartphone sind – wenn der Preis zu schön ist um wahr zu sein – meist gefälscht. Unter Umständen zieht der Zoll diese Plagiate bei einer Kontrolle ein und vernichtet diese. Trotz dessen können dann auch noch Schadenersatzforderungen oder Verwaltungsstrafen auf Sie zukommen.
  • Gegenstände und Produkte mit unbekannten Handelswarenbezeichnungen. Werden Produkte angeboten die Ähnlichkeit mit teurer Markenware haben und oft aus fernen Ländern importiert wurden, ist Vorsicht geboten. Es kann sich ebenso um eine Fälschung handeln oder um ein nicht autorisiert hergestelltes Produkt.
  • Rechtlichen Rahmen beim Kauf von Haustieren berücksichtigen. Der Tierhandel ist in Österreich streng reguliert. Per Gesetz wurde der Handel mit Tieren für Privatpersonen stark eingeschränkt und wenn im Internet nach Tieren gesucht wird, sollte unbedingt auf Züchternachweis und Verkaufsberechtigungen geachtet werden. Ist keine Besichtigung von Hund bzw. Katze oder kein Besuch der Zuchteinrichtungen möglich, sollte ohnehin von einem Kauf Abstand genommen werden. Zu berücksichtigen ist auch hier der geltende Rechtsrahmen (Tierschutzgesetz – TSchG).
  • Arzneimittel und Medikamente. Bei Arzneimitteln besteht die Gefahr, gefälschte Produkte zu erwerben. Diese können wirkungslos oder im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend sein. Generell ist in Österreich der Verkauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln über das Internet verboten und selbst rezeptfreie Arzneimittel dürfen über das Internet nur von Apotheken selbst und nur von solchen mit Sitz in einem EU- oder EWR-Mitgliedsstaat erfolgen. Weitere Informationen zu Arzneimitteln im Internet finden Sie im Infoblatt „Medikamente im Internet“ vom Internet Ombudsmann sowie auf der Informationsseite des Gesundheitsministerium.

Tipps

Folgende Tipps sollten Sie beachten, um nicht Opfer eines Betruges bei Kleinanzeigen-Plattformen zu werden:

  • Nur seriöse Plattformen verwenden. Nützen Sie nur seriöse Plattformen, die gegebenenfalls auch eigene Treuhandservices anbieten, damit Sie Ihr Risiko reduzieren können. Prüfen Sie zu diesem Zweck auch die Vereinbarungen mit der jeweiligen Plattform, damit Sie herausfinden können, wer in einem potentiellen Betrugsfall das Risiko bzw. die damit verbundenen Kosten trägt. Seriöse Plattformen bieten – normalerweise gegen Entgelt – Treuhandservices an, die zumindest Teile des Risikos übernehmen.
  • Vorprüfung. Informieren Sie sich bei Plattformen wie zum Beispiel der Watchlist-Internet, ob dort schon Artikel zu Betrugsfällen vorhanden sind, die dieselbe Vorgangsweise (beispielsweise Aufenthalt im Ausland, wodurch nur über ein Treuhandunternehmen abgewickelt werden kann) oder den gleichen oder ähnlichen Wortlaut hatten.
  • Kauf persönlich abwickeln. Der Kauf ist idealerweise persönlich abzuwickeln und die Bezahlung ist direkt bei der Übergabe an einem sicheren Ort in bar oder alternativ mittels einer Kreditkarte – durch die dabei vorhandene Versicherung – am sichersten.
  • Zu billig um wahr zu sein. Achtung bei verdächtig günstigen Angeboten, lassen Sie einen Kauf im Zweifelsfall lieber bleiben.
  • Auslandsüberweisungen kritisch hinterfragen. Bei Verkäufen und Überweisungen ins Ausland ist besondere Achtsamkeit geboten.
  • Gutschrift von Geld kritisch prüfen. Erhalten sie Geld mittels Überweisung oder ähnlicher Verfahren, achten Sie darauf, dass das Geld Ihnen auch tatsächlich gutgeschrieben wurde. Fragen sie im Zweifelsfall bei Ihrer Bank oder dem verwendeten Zahlungsdiensteanbieter direkt nach.
  • Nur die notwendigsten Daten angeben. Gehen Sie nicht zu freizügig mit Ihren Daten und allfälligen Details (z.B.: private Wohnadresse, Urlaubspläne) um. Tauschen sie nur die notwendigen persönlichen Daten aus und versenden sie keine Ausweiskopien. Derartige Kopien werden von Kriminellen für Identitätsdiebstähle missbraucht. Unter Umständen werden unter dem Deckmantel Ihrer Identität weitere Verbrechen und Betrügereien betrieben.
  • Vorsicht bei teuren Artikeln. Seien sie vorsichtig bei hochpreisigen Gegenständen. Der Betrug macht auch vor dem Kauf von Kraftfahrzeugen nicht halt. Dieses Szenario ist bei Kriminellen sehr beliebt, da relativ hohe Geldbeträge im Spiel sind und der Kauf sehr oft mittels Bargeld durchgeführt wird.
  • Schrittweise Zugeständnisse sind gefährlich. Achten sie besonders bei hochpreisigen Gegenständen, aber auch sonst, auf die sogenannte „Salami-Taktik“, es werden ihnen schrittweise Zugeständnisse oder Zahlungen abverlangt.
  • Zu hohe Zahlungen sollten Alarmglocken läuten lassen. Seien sie skeptisch bei unangemessen hohen Zahlungen. Solche Zahlungen führen oft dazu, dass zum Ausgleich Überweisungen ins Ausland durchzuführen sind und das Geld ist anschließend nicht mehr wieder zu bekommen.

Für Betrugsopfer

Sollten sie dennoch Opfer eines Betruges geworden sein, können Sie dies in jeder Polizeidienststelle anzeigen. Hierzu ist es sinnvoll so viele Beweise wie möglich (z.B. Gesprächsverläufe, Kontonummern, Screenshots) zu speichern und auf die Dienststelle mitzunehmen. Weiters sollten Sie die Betreiber der verwendeten Kleinanzeigen-Plattform darüber in Kenntnis setzten, damit diese die betrügerischen Konten schließt bzw. ähnliche Fälle verhindert werden können.

Weitere Informationen

Letzte Aktualisierung: 2. März 2020

Für den Inhalt verantwortlich: A-SIT Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria